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Das sollten Anleger im Auge behalten · 10.04.2018 09:57 Uhr

Führt eine Eskalation im Handelsstreit zu einem Währungskrieg?

Dollar
Quelle: Rrraum / Shutterstock.com
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Gestern wurde bekannt, dass China angeblich eine Yuan-Abwertung als Druckmittel im Handelsstreit mit USA prüft. Diese Nachricht sorgte gestern für etwas Bewegung in den Märkten. Doch die Lage beruhigte sich relativ schnell wieder...

- Gastbeitrag von Thu Lan Nguyen (Analyst FX & EM Research Commerzbank) -
USD, CNY: Die Nachricht, dass China prüfe, eine Abwertung des Renminbi als ein Instrument zu verwenden, in dem Fall, dass der Handelsstreit mit den USA eskaliere, sorgte gestern kurzzeitig für etwas Bewegung an den Märkten. Doch die Lage beruhigte sich relativ schnell wieder, nicht zuletzt, da sowohl von der US als auch der chinesischen Seite zuletzt konziliantere Töne zu hören waren, womit eine Eskalation weniger wahrscheinlich erscheint. Aber wie sinnvoll wäre es überhaupt, auf die Importzölle der USA mit einer Abwertung der Währung zu reagieren? Könnte ein Handelskrieg zu einem Währungskrieg führen?
Auf den ersten Blick erscheint die Idee vermutlich Vielen logisch. Denn mit den Importzöllen schaden die USA dem chinesischen Exportsektor. Eine Abwertung des CNY gegenüber dem USD im Umfang der Zölle könnte die preisliche Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Produkte auf dem US-Markt wieder herstellen. So einfach ist es aber nicht. Tatsächlich würde China durch die schwächere Währung auf längere Sicht einen noch viel größeren Wohlfahrtsverlust erleiden, als es ohnehin schon durch die Zölle erfahren würde. So verschlechtern die Importzölle der USA das reale Austauschverhältnis Chinas, d.h. das Verhältnis der Export- zu den Importgüterpreisen (Terms of Trade). Schließlich fragen die USA weniger Importe aus China nach, wodurch sie die Preise dieser Produkte auf dem Weltmarkt drücken (hierbei ist natürlich die Annahme, dass die USA, genauso wie China, aufgrund ihrer Größe einen Einfluss auf die Weltmarktpreise nehmen können). Das hat zur Folge, dass China sich für seine Exporte weniger Importe „kaufen“ kann und somit einen Wohlfahrtsverlust erleidet. Eine Abwertung des Renminbi würde die Terms of Trade Chinas nur noch mehr verschlimmern, da die schwächere Währung Importe zusätzlich verteuert. Um den Terms of Trade-Effekt der US-Zölle umzukehren, würde also eine Aufwertung der Währung gegenüber dem USD viel mehr Sinn machen.
Ist es deswegen unwahrscheinlich, dass China zu einer Abwertung des CNY greift? Nicht unbedingt. Denn wie oben bereits erwähnt haben die US-Zölle auch noch einen anderen Nachteil: Sie schaden dem Exportsektor und damit der Konjunktur Chinas. Die chinesische Führung müsste sich also entscheiden: Entweder den kurzfristigen Konjunktureffekt oder den längerfristigen Wohlfahrtseffekt auffangen. Es ist wohl nicht allzu abwegig, anzunehmen, dass ihr eine Wachstumsstabilisierung wichtiger sein könnte als der längerfristige Wohlfahrtsverlust für die Bevölkerung. Für mich spricht aber noch ein ganz anderer Grund gegen einen solchen Schritt. Die chinesischen Behörden haben das gesamte vergangene Jahr damit verbracht, CNY-Abwertungserwartungen zu dämpfen, um eine erneute Kapitalflucht wie im Jahr 2016 zu verhindern. Würden sie nun ihre Währung absichtlich schwächen, wäre diese ganze Arbeit vollkommen umsonst gewesen. Ich halte es daher für wenig wahrscheinlich, dass China in einem Handelskrieg zum Währungsinstrument greifen würde. Das Argument, dass China die USA mit einem solchen Schritt nur noch mehr provozieren würde, halte ich dagegen für weniger überzeugend. Denn wie mein Chef es gestern so schön formulierte: Das ist ein Handelskrieg, nicht Handelsballett…
Erhalten von der Commerzbank am 10.04.2018 um 09:50 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 10.04.2018 um 09:58 Uhr.
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