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Was wünschen sich Privatanleger? · 16.04.2018 08:05 Uhr

Die Zukunft des Handelns

Vision
Quelle: Olivier Le Moal / Shutterstock.com
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Robo-Advisory, Social Trading, Kryptowährungen: Anleger werden mit immer neuen Produkten und Trends im Wertpapierhandel konfrontiert. Doch wie stehen sie zu diesen Entwicklungen und wie stellen sie sich die Zukunft des Handelns vor?

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Was ist Privatanlegern künftig beim Wertpapierhandel wichtig und wie offen sind sie gegenüber Innovationen in der Finanzwelt? Das wollte die Börse Stuttgart mit einer Umfrage zur Zukunft des Handelns herausfinden. Dazu wurden zwischen Februar und März mehr als 1.400 Personen online befragt. Knapp 95 Prozent davon haben bereits Erfahrung im Wertpapierhandel gesammelt, zwei Drittel wählen den Handelsplatz selbst aus. Dabei sind die befragten Anleger regelmäßig aktiv: Die Mehrheit handelt monatlich oder häufiger.

Unkomplizierter Handel gewünscht

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage: „Anleger wünschen sich für die Zukunft verständlichere Produkte und einen unkomplizierten, gebührenfreien Handel“, fasst Alexander Höptner, Sprecher der Geschäftsführung der Börse Stuttgart, zusammen. „Auffallend ist jedoch, dass sie gegenüber neuen Entwicklungen in der Börsenwelt noch skeptisch sind.“ So zeigen die Befragten wenig Interesse an Innovationen wie dem Handel über das Smartphone, Robo-Advisory, Social Trading und automatischen Produktempfehlungen. Jeweils nur ein Drittel oder weniger gibt an, diese Möglichkeiten künftig nutzen zu wollen. Bei der automatischen Vermögensverwaltung – die sogenannte Robo-Advisory – gibt auch rund ein Viertel an, diese Dienstleistung gar nicht zu kennen.

Interesse am Wertpapierhandel vorhanden

Neben den Wünschen der Anleger gibt die Umfrage auch Aufschluss über die Gründe, die vom Handel mit Wertpapieren abhalten: Diejenigen, die noch nie Aktien, Anleihen und Co. gehandelt haben, gaben an, dass ihnen nicht genügend Geld zur Verfügung steht, der Wertpapierhandel zu kompliziert ist oder finanzielles Know-how fehlt. Auch mögliche Risiken und hohe Handelsgebühren schrecken ab. „Das grundlegende Interesse am Wertpapierhandel ist aber auch bei dieser Gruppe vorhanden“, freut sich Höptner. „Mit günstigen Produkten, unkomplizierten Formen des Handelns und der Vermittlung von Wissen über die Börsenwelt kann ihnen der Einstieg erleichtert werden.“ Die Ergebnisse der Umfrage zeigen außerdem, dass sie innovativen Handelsmöglichkeiten offener gegenüber stehen als erfahrene Anleger. Zum Beispiel beim Trading via Smartphone: Gut zwei Drittel der Personen, die noch nie gehandelt haben, würden prinzipiell mobil handeln – und damit doppelt so viele wie aktive Trader.

Unsicherheit gegenüber Kryptowährungen

Als eine Innovation in der Finanzwelt können auch Kryptowährungen angesehen werden. Diese gibt es zwar schon mehrere Jahre, doch erst seit wenigen Monaten sind sie in aller Munde. Letztes Jahr vollzogen sie eine rasante Entwicklung – allen voran der Bitcoin, die bisher bekannteste Kryptowährung: Mitte Dezember erreichte er einen Wert von 20.000 Dollar. In den anschließenden Wochen ist der Wert wieder deutlich unter die 10.000 Dollar-Marke gerutscht. In der Umfrage wurden die Teilnehmer deshalb auch gefragt, wie sie zu Kryptowährungen stehen. Das Ergebnis: Gut die Hälfte der Befragten ist nicht bereit, in digitale Währungen zu investieren, ein Fünftel ist noch unentschlossen. Knapp 30 Prozent haben allerdings schon gehandelt oder denken zumindest darüber nach.
Alle Ergebnisse der Umfrage sind hier abrufbar.
Verfasst am 16.04.2018 um 07:45 Uhr
Veröffentlicht am 16.04.2018 um 08:05 Uhr
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