Nachrichten

Nike-Aktie nachbörslich unter Druck · 22. März 2017

Nike: Die Konkurrenz holt auf

Nike-Swoosh auf einer Wand
Quelle: Shutterstock
Der Druck nimmt zu. Das Wachstum gerät ins Stocken. Die vorgelegten Zahlen von Nike für das abgelaufene Quartal, sorgten für enttäuschte Gesichter bei Investoren. Ein Grund ist die Renaissance des Rivalen adidas.

- von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion -
Das Positive vorweg: Nike bleibt der unangefochtene Branchenprimus. Adidas konnte in den vergangenen Monaten zwar deutlich zulegen. Der Newcomer Under Armour, sorgte in der Vergangenheit ebenfalls immer wieder für Nadelstiche. Doch mit einer Marktkapitalisierung von rund 89 Milliarden Euro führt so schnell kein Weg vorbei an Nike. Doch die nun vorgelegten Zahlen lassen zumindest vermuten, dass sich Nike in Zukunft wieder mehr strecken muss, um seine Position zu verteidigen.
 

US-Markt: Nike verlangsamt Tempo

Vor allem auf dem US-Markt schwächelt Nike etwas. Während hier der Umsatz nur um magere drei Prozent gesteigert werden konnte, legte der Konkurrent adidas um fast ein Drittel zu. Während Nike sich zuletzt offenbar etwas ausruhte und sich auf dem Heimatmarkt vergleichsweise sicher wähnte, setzten die Herzogenauracher auf eine offensive Marketingstrategie. Zwar war diese Werbeoffensive nicht ganz billig, doch offenbar zahlte sich diese für adidas bislang aus. Der Nike-Chef gibt sich jedoch kämpferisch: „In Nordamerika ist unsere Marke unglaublich stark“, so Trevor Edwards auf einer Telefonkonferenz. Betrachtet man die nackten Zahlen so unterstreichen diese seine Einschätzung: Während Nike im jüngsten Quartal fast acht Milliarden Euro umsetzte, waren es bei adidas gerade einmal 4,7 Milliarden. Allein im abgelaufenen Quartal erzielte Nike mit 1,14 Milliarden US-Dollar in etwa so viel Gewinn wie adidas im gesamten abgelaufenen Jahr. Und auch auf dem US-Heimatmarkt mach Nike gut dreimal so viel Umsatz wie der Konkurrent aus Herzogenaurach. Nike ist aktuell noch immer eine Gewinnmaschine und vor allem hochprofitabel.
 

Der Konkurrenzkampf geht erst richtig los

Doch unter dem neuen CEO Kasper Rorsted setzten sich die Franken große Ziele. Der Däne hat sich fest vorgenommen näher an Nike heranzurücken und setzte in den vergangenen Monaten auf Offensive. Zwar kämpft man bei adidas noch etwas mit den Margen, doch was die Profitabilität angeht, erzielte man in Herzogenaurach zuletzt ebenfalls deutliche Fortschritte. Bis 2020 will adidas den Umsatz von 27 Milliarden Euro steigern. Nach heutigem Stand wäre dies eine Steigerung um knapp 40 Prozent. Zwar verfolgt auch Nike große Ziele und will bis 2020 auf rund 50 Milliarden US-Dollar Umsatz kommen. Doch in den vergangenen vier Quartalen kam man bislang „nur“ auf knapp 34 Milliarden US-Dollar. Auch die heutigen Zahlen lägen immer noch deutlich über den Zielen von adidas, doch die Aktionäre würden eine Aufholjagd der Franken wohl kaum honorieren.
 

Nike-Aktie unter Druck

Nach den vorgelegten Zahlen muss die Nike-Aktie heute erstmal deutliche Verluste hinnehmen. Die Aktionäre zeigen sich aktuell nur wenig begeistert – insbesondere eben auch vom vorgestellten Ausblick. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Nike-Aktie zuletzt wieder richtig gut gelaufen ist: Vom Tief bei 44,53 Euro von vergangenem November, stiegen die Anteilsscheine zuletzt wieder bis auf über 55 Euro. Dennoch steht für die Nike-Aktie derzeit ein Minus von fast acht Prozent auf Jahressicht (gerechnet auf Eurobasis) zu Buche. Im selben Zeitraum konnte die Aktie von adidas um knapp 80 Prozent zulegen. Doch Konkurrenz belebt das Geschäft. Vielleicht erweist sich adidas als hilfreicher Pacemaker für Nike. Um sich auszuruhen bleibt definitiv kein Raum.
tz