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Analyse Devisenmarkt · 02.05.2018 10:20 Uhr

Mission quasi erfüllt

zusammengerollte 100 US-Dollar-Scheine
Quelle: Marian Weyo/Shutterstock
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Die Wirtschaft in den USA läuft rund. Der US-Dollar kann dabei seine Siegesserie der letzten beiden Wochen fortsetzen. Auch die Fed-Sitzung heute Abend birgt eher das Potenzial, dem Dollar noch weiteren Rückenwind zu verleihen.

- Gastbeitrag von Thu Lan Nguyen (Analyst FX & EM Research Commerzbank) -
USD: Die Wirtschaft läuft rund, der Arbeitsmarkt ist geräumt und nun ist auch die Inflation in den USA quasi beim 2%-Ziel angekommen. Dagegen beginnt die Wirtschaft in Europa zu schwächeln (neuste BIP-Daten für den Euroraum werden heute veröffentlicht) und die Inflation macht bisher keinerlei Anstalten in Richtung Notenbankziel zu steigen. Da ist es wenig verwunderlich, dass der US-Dollar seine Siegesserie der letzten beiden Wochen fortsetzen kann. Und es sieht nicht danach aus, als könnte irgendwas die Stimmung gegenüber der US-Währung so schnell wieder eintrüben. So birgt die Fed-Sitzung heute Abend eher das Potenzial, dem Dollar noch weiteren Rückenwind zu verleihen. Denn unserer Ansicht nach dürften die US-Notenbanker ihren Leitzins in diesem Jahr etwas schneller anheben als sie es aktuell in ihren Prognosen unterstellen. Auch der Markt hat erst kürzlich „nur“ die von der Fed bisher in Aussicht gestellten zwei weiteren Zinserhöhungen bis Ende dieses Jahres voll eingepreist und beginnt gerade erst damit, noch einen weiteren für dieses Jahr zu erwarten (siehe Abb. 1). Unsere US-Experten gehen in der Tat davon aus, dass insgesamt noch drei Zinsschritte allein in diesem Jahr erfolgen werden. Es mag sein, dass die Fed entsprechende Hinweise auf ein etwas schnelleres Zinserhöhungstempo noch nicht in der heutigen Sitzung liefern wird. Doch wir erwarten, dass sie dies in den nächsten Monaten nachholen wird, was uns wiederum in unserer Erwartung bestärkt, dass die Zinserwartungen weiter nach oben driften und sich die USD-Erholung fortsetzen wird.
Ein Risiko für unsere Prognose sehe ich derweil in der Inflationsentwicklung. Ja, die Teuerungsrate liegt nun bei nahezu 2%. Doch bis heute hat die Fed keine zufriedenstellende Erklärung dafür gefunden, weswegen sich der Preisauftrieb trotz ultra-expansiver Geldpolitik, Wachstumsraten über Potenzial und einem engen Arbeitsmarkt nicht viel schneller verstärkt hat. Das könnte auch erklären, weswegen sich die Notenbanker bisher auch noch vorsichtig zeigen und trotz Steuerreform und der expansiven US-Haushaltspolitik ihre Zinsprognosen noch nicht deutlicher nach oben angepasst haben. Als USD-Bulle würde ich daher wachsam bleiben und vor allem die Preisdaten weiterhin fest im Blick behalten.
CAD: Der CAD erhielt gestern kurzzeitig einen kleinen Dämpfer, nachdem sich nun doch kein schnelles Ende der NAFTA-Verhandlungen abzeichnet. Darauf deuteten zumindest jüngste Kommentare von der US- als auch der kanadischen Seite hin. Sollten sich die Verhandlungen in der Tat noch bis Ende des Jahres hinziehen, wäre das ohne Frage ein schlechtes Zeichen für die kanadische Währung. So erwarten wir bereits, dass der USD-CAD-Kurs in den nächsten Monaten – getrieben durch einen stärkeren USD – unter Aufwärtsdruck stehen wird. Doch bisher hatten wir nur mit einer sehr moderaten Aufwärtsbewegung gerechnet, da wir davon ausgingen, dass die Bank of Canada die Zinsen weiter erhöhen und so die Währung stützen würde. Doch das ist keinesfalls sicher sollte die NAFTA-Unsicherheit anhalten und auf dem Konjunkturausblick lasten.
Erhalten von der Commerzbank am 02.05.2018 um 09:41 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 02.05.2018 um 10:20 Uhr.
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