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Tesla-Chef verärgert Anleger · 03.05.2018 09:10 Uhr

Wird Elon Musk zum Problem?

Tesla-Logo
Quelle: Sergio Monti Photography/Shutterstock
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Trotz Rekordverlust im letzten Quartal konnte Tesla alle Erwartungen der Analysten übertreffen und den Umsatz steigern. Aufgrund des unglücklichen Umgangs von Elon Musk bei einem Gespräch mit Analysten brach der Aktienkurs dennoch ein.

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Tesla steckt tief in den roten Zahlen. Über 709 Millionen US-Dollar beziehungsweise 3,35 Dollar pro Aktie musste der Elektrobauer im ersten Quartal hinnehmen. Trotzdem konnte Tesla die Erwartungen zu Jahresbeginn übertreffen. Denn der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.

Model 3-Produktion verschlingt Unsummen

An der Nachfrage mangelt es folglich nicht. Vielmehr macht Tesla immer noch die Produktion der Elektroautos zu schaffen. Bei der mit Problemen behafteten Produktion des Model 3 vermeldet das Unternehmen zumindest Fortschritte: Tesla-Chef Elon Musk bestätigte die Produktionsziele für das Mittelklassemodell und hält daran fest, bis Mitte des Jahres pro Woche 5000 Wägen zu produzieren. Ob das gelingt? Das Zwischenziel von 2500 Model 3 pro Woche bis Ende März wurde jedenfalls erneut verfehlt. Auch im April lag die Kapazität bestenfalls bei 2270 Exemplaren. Musk nimmt es gelassen, denn immerhin habe man es drei Wochen in Folge geschafft, mehr als 2000 Fahrzeuge pro Woche zu fertigen. Das Produktionsziel wurde in der Vergangenheit schon mehrfach verfehlt und nach hinten verschoben.
Es ist vor allem das Model 3 – der Hoffnungsträger von Tesla – das viel Geld verschlingt. Insgesamt hat Tesla in den ersten drei Monaten des Jahres rund eine Milliarde Dollar verbrannt. Im vierten Quartal waren es „nur“ 277 Millionen. Die Geschwindigkeit, mit der die liquiden Mittel abnehmen, ist besorgniserregend.

Musk verursacht Kursrutsch der Aktie

Die Reaktionen auf die Geschäftszahlen waren zwar nicht mehr so euphorisch wie sonst. Dennoch schienen die Prognosen und der Umsatzwachstum bei den Anlegern zunächst gut anzukommen: In einer ersten Reaktion stieg die Aktie von Tesla um knapp zwei Prozent. Doch das währte nicht lange.
In einer Telefonkonferenz erläuterte der Tech-Milliardär Musk etwa eine halbe Stunde lang die Bilanzzahlen seines Unternehmens und beantwortete Fragen von Analysten. Bis ihm genau diese zu unangenehm wurden und er Nachfragen nur noch abwürgte. Auch eine Frage nach den Reservierungen des Model 3 schien unangebracht – die Leitung wurde einfach auf stumm geschaltet. Musks Begründung: „Diese Fragen sind so trocken, die bringen mich um“. Stattdessen widmete sich der Tesla-Chef lieber den Anliegen von Bloggern. Am Ende der Telefonkonferenz hatte Musk für alle Anleger noch einen generellen Tipp parat: Wer kurzfristig denke und keine Volatilität ertrage, sollte die Tesla-Aktie lieber verkaufen.
Betrachtet man den Kursverlauf, könnten diesem Rat in der Nacht zum Donnerstag mehr Menschen gefolgt sein, als dem Tesla-Chef lieb sein kann. Denn die Reaktion der Anleger auf das Verhalten von Musk kam unmittelbar: Noch während der Telefonkonferenz verlor die Tesla-Aktie 4,7 Prozent.
Verfasst am 03.05.2018 um 09:00 Uhr
Veröffentlicht am 03.05.2018 um 09:10 Uhr
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