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Streamingdienst enttäuscht Anleger · 03.05.2018 09:29 Uhr

Nach Zahlen: Spotify wird abgestraft

Spotify app on iPhone SE screen in blue jeans pocket. Spotify is one of the most popular music service app on the world.
Quelle: WDnet Creation/Shutterstock
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Spotify hat zum ersten Mal nach dem Börsengang Zahlen vorgelegt. Und was soll man sagen? Den Anlegern schmeckt das Zahlenwerk ganz und gar nicht. Die Aktie wird nach Börsenschluss massiv abgestraft.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Eigentlich sind die vorgelegten Zahlen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. Im abgelaufenen Quartal konnte Spotify rund fünf Millionen zahlende Abo-Kunden hinzugewinnen. Das ist jetzt nicht unfassbar spektakulär, aber in einem hart umkämpften Marktumfeld durchaus noch in Ordnung. Vor allem wenn man auch bedenkt, dass Spotify insgesamt auf 75 Millionen zahlende Abo-Kunden und rund 170 Millionen aktive Nutzer kommt. Insofern überrascht es kaum, dass auch der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf nun 1,14 Milliarden Euro gesteigert werden konnte. Ganze 1,04 Milliarden Euro entstammen dabei dem Geschäft mit Abo-Gebühren.

Margenentwicklung weiterhin negativ

Doch das war es dann auch schon wieder mit den positiven Nachrichten. Den Aktionären stieß vor allem die weiter nachlassende Margenentwicklung sauer auf. Der durchschnittliche Erlös pro Nutzer sank im vergangenen Quartal um weitere 14 Prozent. Der Streamingdienst kämpft bereits seit Monaten mit sinkenden Erlösen und eine Trendwende will weiterhin einfach nicht gelingen. Aus Sicht vieler Investoren schafft Spotify derzeit einfach nicht den Spagat ihre wachsenden Nutzerzahlen gewinnbringend zu monetarisieren. Ein Problem, das nicht wirklich neu ist. Vergleichsweise kostengünstige Studenten und Familientarife steigern zwar die Anzahl der Nutzer, doch nachhaltig Geld verdient ist durch eine solche Rabattschlacht nicht wirklich.

Konkurrenz sitzt im Nacken

Die vorherrschenden Probleme spiegeln sich entsprechend in den Quartalszahlen wider und Spotify muss erneut einen operativen Verlust in Höhe von 169 Millionen Euro hinnehmen. Das ist vordergründig wenig überraschend, da das Musik-Streaming-Geschäft bis dato grundsätzlich als Verlustgeschäft gilt. Doch Konkurrenten wie Apple oder Amazon können derartige Verluste weitaus leichter verschmerzen, als dies bei Spotify der Fall ist. Spotify versucht entsprechend krampfhaft über die schiere Masse an Kunden die Konkurrenz auf Abstand zu halten, was bisher auch ganz gut gelingt. Apple, der aktuell zweitgrößte Konkurrent im Musik-Streaming-Geschäft, kommt auf rund 40 Millionen Abo-Kunden (eine gratisvariante gibt es bei Apple im Gegensatz zu Spotify nicht). Das sind derzeit nur halb so viele zahlende Kunden wie bei Spotify, doch ein wirklicher Trost ist das kaum. Viele Experten sehen noch immer die Gefahr, dass Amazon oder Apple ernst machen könnten und durch ihre Marktmacht nutzen um Spotify vom Markt zu verdrängen.
 
Verfasst am 03.05.2018 um 09:15 Uhr
Veröffentlicht am 03.05.2018 um 09:29 Uhr.
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