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Umsatzrückgang trotz steigendem Absatz · 04.05.2018 10:30 Uhr

BMW: Investitionen in die Zukunft bremsen Gewinn

BMW Zentrale in München
Quelle: footageclips / Shutterstock.com
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Obwohl BMW im letzten Quartal mehr Autos verkauft hat, ging der Konzerngewinn zurück. Grund sind neben Währungseffekten die hohen Vorleistungen in die Mobilität der Zukunft.

 - von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
BMW hat im ersten Quartal rund 22,7 Milliarden Euro umgesetzt – fünf Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Dem Konzern zufolge ist dieser Umsatzrückgang auf hohe Belastungen durch Währungseffekte und Rohstoffpreise zurückzuführen. Der bereinigte Umsatz hätte er das Vorjahresniveau erreicht. Das Ergebnis vor Steuern ging um 0,5 Prozent zurück auf 3,165 Milliarden Euro. Unterm Strich sieht es aber gut aus: Der Konzernüberschuss stieg im ersten Quartal  um 1,2 Prozent auf 2,30 Milliarden Euro. Mit knapp 14 Prozent erreichte die EBT-Marge des Konzerns den höchsten Wert seit 2011. Und auch die Markterwartungen konnte BMW damit übertreffen.

BMW bleibt profitabelster Hersteller

Im Hauptsegment Automobil setzte BMW im ersten Quartal 19,3 Milliarden um. Auch hier war durch Währungseffekte ein Rückgang von drei Prozent zu verzeichnen. Insgesamt wurden über 604.600 Fahrzeuge ausgeliefert. Knapp 517.500 davon waren von der Marke BMW, womit das beste Resultat für die ersten drei Monate erzielt wurde (+2,8%). In den kommenden Monaten dürfte BMW weiteren Rückenwind bekommen: Der Konzern steckt mitten in der größten Produktoffensive der Firmengeschichte. Insbesondere durch die Produktneuheiten im Bereich der SUVs dürften die kommenden Quartale stärker werden.
Abgesehen vom Absatz konnte BMW die Rendite (Ebit-Marge) in der Autosparte von 9,4 auf 9,7 Prozent weiter verbessern. Im Vergleich: Bei Mercedes-Benz liegt die Rendite bei 9,0 Prozent, bei Audi sind es 8,5 Prozent. BMW gilt damit weiterhin als profitabelster Autohersteller der Welt. Für das Gesamtjahr 2018 peilt BMW weiter eine Marge in der Autosparte zwischen acht und zehn Prozent an. Beim Konzernergebnis vor Steuern wird mindestens das Vorjahresniveau angestrebt. Doch auch für die kommenden Monate rechnet BMW mit einer hohen Belastung durch Währungseffekte und Rohstoffpreise.

Hohe Investitionen in Mobilität der Zukunft

Der Konzern aus München steckt derzeit hohe Investitionssummen in die Forschung und Entwicklung rund um Mobilitätsdienstleistungen der Zukunft. Im Februar wurde eine Absichtserklärung für die Fertigung vollelektrischer MINI-Fahrzeuge in China unterzeichnet. Hinzu kommt die Vereinbarung von BMW und Daimler, die Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste zusammenzulegen. Betroffen ist davon zum Beispiel das Carsharing-Angebot: Aus den Angeboten „Drive now“ (BMW) und „Car2Go“ (Daimler) wurde ein Joint Venture gegründet. Außerdem hat BMW Mitte April in München einen Campus für autonomes Fahren eröffnet, wo die Technologie für das hoch- und vollautomatisierte Fahren entwickelt werden soll.
Zumindest die Investitionen in Elektromobilität scheinen erste Wirkung zu zeigen: Mit rund 27.000 verkauften Fahrzeugen lag der Absatz von elektrifizierten Fahrzeugen rund 38 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. BMW hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres über 140.000 elektrifizierte Fahrzeuge auszuliefern. Im ersten Quartal machten Elektro- und Hybridfahrzeuge über vier Prozent des Absatzes aus.
BMW konnte die Markterwartungen mit den Absätzen und dem Konzernüberschuss zwar übertreffen, die BMW-Aktie brach im frühen Handel dennoch um rund zwei Prozent ein.
Verfasst am 04.05.2018 um 10:00 Uhr
Veröffentlicht am 04.05.2018 um 10:30 Uhr
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