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Fusionen in der Öl- und Telekombranche · 04.05.2018 14:00 Uhr

Quartalszahlen dominieren das Marktgeschehen

Rolled newspaper with the headline Quarterly Results
Quelle: Zerbor/Shutterstock
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In dieser Woche gab es mal wieder Quartalszahlen satt. Daneben zeichnen sich – fast schon ein wenig unbemerkt – eine ganze Reihe interessanter Fusionen ab. Der Blick auf die Auslandsmärkte.

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-zu den Autoren: Marc Pusch und Frank Lötterle sind Aktienhändler bei der Baader Bank-
 
Gegenüber dem Vorbericht notieren die amerikanischen Indizes leicht im Minus. Der Dow Jones schloss zur Wochenmitte bei 23.925 Punkten und damit etwa 150 Punkte niedriger als zur Vorwoche. Wenn man auf die Einzelwerte schaut, dann kann man deutliche Kursbewegungen feststellen. In der Ölbranche bahnt sich ein Zusammenschluss an, welchen es in dieser Größenordnung in dieser Branche noch nicht gab. Denn Marathon Petroleum (WKN: A1JEXK) bietet für Andeavor (WKN: A2DVGU) über 23 Milliarden Dollar. Für die Andeavor-Aktionäre bedeutet dies ein Wahlrecht, entweder 152,27 Dollar in bar oder 1,87 Marathon Aktien für jede Andeavor-Aktie anzunehmen. Gegenüber dem Schlusskurs vom 27. April errechnet sich eine Prämie von 24 Prozent. In das neue Unternehmen wird Marathon mit 66 Prozent und Andeavor zu 34 Prozent vertreten sein und man hätte die Förderkapazität von über drei Millionen Barrel am Tag. Damit wäre man auch die Nummer eins unter den Raffineriebetreibern. Im Biotechbereich wurde in dieser Woche gespannt auf die Zahlen von Gilead Sciences (WKN: 885823) gewartet. Das Unternehmen verdiente mit 1,48 Dollar deutlich weniger als die von den Analysten erwarteten 1,67 Dollar je Aktie. Als Hauptursache wurde der Umsatzrückgang im Bereich der Hepatitis C Mittel ausgemacht. Die Erwartung von 1,19 Milliarden Umsatz fiel mit 1,05 Milliarden noch schlechter als befürchtet aus. Vor einem Jahr konnten noch 2,58 Milliarden umgesetzt werden. Die Marktteilnehmer zeigten sich enttäuscht von den Zahlen und trennten sich von ihren Papieren. Am Ende des Handels am Mittwoch stand ein Minus von 7,8 Prozent.

Kommt die Fusion von T-Mobile und Sprint nun doch?

In einer kurzen Handelswoche, der japanische Aktienmarkt hatte zwei Tage feiertagsbedingt geschlossen, konnte sich der Nikkei 225 um 153 Zähler verbessern und schließt bei 22.472 Punkten. Die Nachricht, dass die Fusion von T-Mobile (WKN: A1T7LU) mit dem kleineren Konkurrenten Sprint (WKN: A1W1XE) nun wohl doch zustande kommt, es fehlt noch die Erlaubnis der amerikanischen Monopolkommission, lies die Aktie von SoftBank (WKN: 891624) um knapp vier Prozent steigen. Softbank besitzt fast 85 Prozent an Sprint und der Zusammenschluss formt den drittgrößten amerikanischen Telefonkonzern. Eine schlechte Woche hingegen haben die Aktionäre von Yahoo Japan (WKN: 916008) hinter sich. Nachdem das Quartalsergebnis weit unter den Erwartungen blieb, stürzte die Aktie um gut 15 Prozent ab. Übrigens ist SoftBank mit 43 Prozent auch bei Yahoo Japan der größte Aktionär. Auch Sony Corp. (WKN: 853687) verfehlte die Erwartungen der Analysten, aber hier war der Abschlag mit sieben Prozent nicht so dramatisch.

BP besser als erwartet

Besser als von Marktteilnehmer erwartete Quartalszahlen präsentierte die britische BP (WKN: 850517). Die Aktie konnte gut zwei Prozent zulegen. Der Nettogewinn stieg um 71 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar, insbesondere durch die anziehenden Ölpreise. Aufgrund des Gewinnsprungs im ersten Quartal  stellt das Unternehmen eine höhere Dividende in Aussicht. Allerdings lastet noch immer ein immenser Schuldenberg von über 40 Milliarden Dollar auf dem Ölkonzern wegen Verpflichtungen aus der „Deepwater Horizon“-Katastrophe von 2010.
 

Bpost-Aktien brechen ein

Die Aktien des belgischen Brief- und Paketzustellers Bpost (WKN: A1W0FA) brachen am Donnerstag um zwölf Prozent auf 16,10 Euro ein. Der Gewinn sank im ersten Quartal überraschend stark auf 140 Millionen Euro. Das Unternehmen dämpfte die Erwartungen auch für das Gesamtjahr und rechnet nur noch mit einem Ergebnis von circa 560 Millionen Euro. „Bpost Aktien sind so billig wie seit vier Jahren nicht mehr“, sagte Frank Lötterle von der Baader Bank AG in Stuttgart. „Anfang März 2018 notierte die Aktie noch bei 28 Euro, jetzt bekommt man fast zwei Aktien zum gleichen Preis“, so Lötterle.
 

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*gemessen an der Anzahl der Preisermittlungen im Zeitraum 26.04. – 02.05.2018
 
Verfasst am 04.05.2018 um 13:45 Uhr
Veröffentlicht am 04.05.2018 um 14:00 Uhr.
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