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Talsohle endgültig durchschritten? · 08.05.2018 09:10 Uhr

Quartalszahlen: E.ON übertrifft Erwartungen

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Quelle: 360b / Shutterstock
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E.ON ist erstaunlich stark in das laufende Geschäftsjahr gestartet und verdient sich somit die längst verteilten Vorschusslorbeeren. Seit Jahresbeginn gehört die Aktie des Versorgers zu den absoluten Top-Performern im deutschen Leitindex.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Zwar ist man längst noch nicht zurück auf alten Höhen, doch es scheint, als sei zumindest die Talsohle endgültig durchschritten. Der Essener Versorger E.ON hat im abgelaufenen Quartal einen bereinigten Überschuss von 727 Millionen Euro erzielt. Das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet und liegt gleichzeitig fast 40 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Vorjahresvergleichszeitraum lag der Gewinn bei lediglich 525 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT konnte ebenfalls um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf nun 1,3 Milliarden Euro, gesteigert werden. Entsprechend zufrieden mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zeigt sich Finanzvorstand Marc Spieker: „Im ersten Quartal konnten wir nahtlos an die positive Entwicklung des letzten Jahres anknüpfen. Unser operatives Geschäft ist stark. Wir haben ein deutliches Wachstum von mehr als 50.000 Kunden erreicht.“

GEschäftsfeld "Kundenlösungen" mit guter Entwicklung

Als Wachstumstreiber erwies sich zuletzt insbesondere das Geschäftsfeld „Kundenlösungen“. Mit einem Umsatz von 6,7 Milliarden Euro, konnte das Wachstum auf hohem Niveau noch einmal gesteigert werden. Besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang das gesteigerte EBIT von fast 400 Millionen Euro. Aufgrund einiger Sondereffekte musste E.ON im Netzgeschäft leichte Einbußen hinnehmen. Hier lag das EBIT zuletzt fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Netzgeschäft trägt jedoch fast 50 Prozent zum gesamten Konzernumsatz bei.

Uniper-Deal vor Abschluss

Neben den reinen Quartalszahlen interessierten sich Anleger heute vor allem für die weitere Strategie, in Bezug auf die jüngsten Milliardendeals von E.ON. Da wäre zum einen Uniper: Nach eigenen Angaben ist man bei E.ON sehr zuversichtlich, dass Fortum, wie vereinbart, den noch ausstehenden E.ON-Anteil an Uniper bis kommenden Herbst übernehmen kann. Der Deal könnte E.ON bis zu vier Milliarden Euro in die Kassen spülen – zumindest nach heutigem Stand. Etwas schwieriger könnte sich die Zerschlagung und Aufteilung der RWE-Tochter innogy gestalten. Zwar gibt es bereits eine Vereinbarung zwischen RWE und E.ON zum Tausch von Geschäften die innogy betreffend, doch aktuell kämpft noch das innogy-Management, unterstützt von Gewerkschaften, um eine schriftlich fixierte Stellengarantie. Zumindest aus Sicht der innogy-Aktionäre spricht derzeit nicht viel gegen eine Übernahme. Wie E.ON heute noch einmal konstatiert, stellt das jüngste E.ON-Angebot eine Chance dar, „sich eine deutliche Prämie gegenüber dem letzten, nicht von Übernahmespekulationen beeinflussten innogy-Aktienkurs am 22. Februar 2018 und darüber hinaus bereits jetzt eine Dividende für das laufende Geschäftsjahr von 1,64 Euro zu sichern.“
 
Verfasst am 08.05.2018 um 09:00 Uhr
Veröffentlicht am 08.05.2018 um 09:12 Uhr.
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