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Gewinnprognose pro Aktie angehoben · 09.05.2018 08:57 Uhr

Siemens: Kraftwerkssparte wird wieder zum Problemkind

upper part of the Siemens office building
Quelle: Denis Linine/Shutterstock
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Die heute von Siemens vorgelegten Zahlen lassen noch Luft nach oben. Das zweite Quartal war zwar nicht wirklich schlecht, Grund zur Euphorie gibt es allerdings auch keinen. Vor allem die „alten“ Probleme machten erneut zu schaffen.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Vordergründig betrachtet ist das Ergebnis im zweiten Quartal eigentlich gar nicht so schlecht. So konnte Siemens den Nettogewinn im zweiten Quartal um 560 Millionen Euro, auf nun gut 2,0 Milliarden Euro steigern. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Verbesserung von mehr als 30 Prozent. Auf den zweiten Blick ist der gestiegene Gewinn jedoch vor allem einem Sondereffekt zu verdanken: So spülte der Buchwerteffekt im Zuge der Übertragung von Atos-Aktien an den Pensionsfonds des Konzerns knapp 730 Millionen Euro in die Kassen. Rechnet man diesen Sondereffekt heraus, so hätte Siemens im zweiten Quartal einen leichten Gewinnrückgang zu verzeichnen. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, vor allem wenn man den massiven Einbruch im Kraftwerksgeschäft berücksichtigt. Allein die Sparte „Power and Gas“ hatte zuletzt einen herben Gewinnrückgang von 325 Millionen Euro zu verzeichnen. Ein Verlust, der nicht mehr vollständig kompensiert werden konnte. Als Belastung erweist sich laut Siemens insbesondere die aktuell vorherrschende Marktlage. So drücken globale Energietrends „weiterhin strukturell die allgemeine Nachfrage an den Märkten“. Wenig positiv entwickelte sich zuletzt auch der Auftragseingang. Dieser ging, wenn auch nur leicht, um ein Prozent zurück.

"Digital Factory" mit positiver Entwicklung

Sehr positiv entwickelte sich hingegen die Sparte „Digital Factory“. In der Digital-Sparte von Siemens konnten alle relevanten Kennzahlen signifikant gesteigert werden. So legten der Auftragseingang um 19 Prozent, die Umsatzerlöse um 20 Prozent und das Ergebnis sogar um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Als größter Wachstumsmarkt erwies sich zuletzt vor allem China. Vor allem mit der Entwicklung des digitalen Angebots zeigt sich Siemens-Chef Joe Kaeser äußerst zufrieden: "Die meisten unserer Geschäfte, vor allem die digitalen Angebote, zeigten eine beeindruckende Stärke und konnten die strukturellen Herausforderungen der fossilen Energieerzeugung operativ mehr als ausgleichen.“

Gewinn je Aktie soll steigen

Dass sich Siemens auf einem guten Weg sieht, zeigt auch die Tatsache, dass der Konzern die Prognose für den Gewinn je Aktie im laufenden Jahr von 7,70 Euro auf 8,00 Euro angehoben hat. Alle weiteren Jahresziele bleiben hiervon jedoch unberührt und so rechnet Siemens weiterhin mit einem nur leichten Wachstum der Umsatzerlöse. Die Ergebnismarge wird weiterhin im Bereich von 11,0 bis 12,0 Prozent erwartet.
 
Verfasst am 09.05.2018 um 08:50 Uhr
Veröffentlicht am 09.05.2018 um 08:56 Uhr.
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