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Schrumpfende Gewinne beim Energiekonzern · 15.05.2018 09:30 Uhr

RWE: Schwächelndes Geschäft mit Kraftwerken

Kohlekraftwerk von RWE
Quelle: Alice-D / Shutterstock.com
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Der Gewinn von RWE brach im ersten Quartal deutlich ein. Vor allem das Geschäft mit Braunkohle und Kernenergie schwächelt. Nach der Zerschlagung von Innogy will der Konzern verstärkt auf erneuerbare Energien setzen.

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Das erste Quartal lief für RWE nicht besonders erfreulich: Der Essener Energiekonzern verdiente zum Jahresbeginn unterm Strich 620 Millionen Euro – ein Minus von 34,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um rund elf Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Trotzdem geht RWE davon aus, die operativen Ziele in 2018 zu erreichen. Der Konzern selbst spricht daher von einem „guten Start“ ins neue Geschäftsjahr.

Geschäft mit Braunkohle und Kernenergie schwächelt

RWE gehört zu den größten Kohlestromproduzenten Deutschlands, doch vor allem das Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung schwächelt. Denn der Ergebnisrückgang im Segment Braunkohle und Kernenergie war besonders stark: Hier hatte RWE ein Minus von 15,5 Prozent zu verzeichnen. Das bereinigte Ebitda ging auf 180 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 213 Millionen Euro). Als Begründung für die Einbußen nannte RWE die gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallenen Margen und Großhandelspreise. Als durchschnittliche Großhandelspreise für Strom aus Braunkohle und Kernenergie habe der Konzern dieses Jahr 28 Euro je Megawattstunde realisiert, 2017 seien es noch 31 Euro je Megawattstunde gewesen. Auch der operative Gewinn der Gas- und Steinkohlekraftwerke schrumpfte auf 159 Millionen Euro von 167 Millionen. Im Energiehandel fuhren die Essener sogar einen Verlust von 24 Millionen Euro ein.

Fokus auf erneuerbare Energien gesetzt

Dass das Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung schwächelt, dürfte RWE darin bestärken, künftig den Fokus stärker auf den Bereich der erneuerbaren Energien zu setzen. Im Zuge der mit E.ON vereinbarten Zerschlagung von Innogy will der Energiekonzern eine Ökostromsparte aufbauen. Das Vorhaben zwischen den konkurrierenden Konzernen wurde im März dieses Jahres bekannt. Bis Ende des Jahres soll E.ON 77 Prozent der Innogy-Anteile mitsamt des Vertriebs- und Netzgeschäfts von RWE übernehmen. RWE bekommt im Gegenzug das Ökostromgeschäft von Innogy und E.ON. Damit wird RWE drittstärkster Anbieter für erneuerbare Energien in Europa. RWE ist nach eigenen Angaben "zuversichtlich, die gesamte Transaktion bis Ende 2019 abschließen zu können“. Auch die Erträge des Konzerns dürften durch die Neuausrichtung wieder ansteigen: RWE rechnet damit, dass das Geschäft mit den erneuerbaren Energien mehr als die Hälfte zum bereinigten EBITDA des RWE-Konzerns beitragen werde.

Aktie bricht leicht ein

AKTIEN 6:08min, 14. Mai 2018, 15:05 Uhr
Neben der Ergebnisprognose bestätigte RWE auch das Vorhaben, für das Geschäftsjahr 2018 die ordentliche Dividende auf 0,70 € anzuheben. RWE gehört zu den stärksten Dividendentiteln im DAX.
Die Aktie von RWE brach im frühen Handel nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen leicht ein. Auf Jahressicht hingegen hat die Aktie knapp 30 Prozent gewonnen und damit auch den DAX deutlich übertrumpft.
Verfasst am 15.05.2018 um 09:00 Uhr
Veröffentlicht am 15.05.2018 um 09:30 Uhr
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