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Investor mit Vorliebe für Tech-Aktien · 18.05.2018 09:33 Uhr

George Soros investiert in Tesla

George Soros
Quelle: Antonio Scorza/Shutterstock
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Teslas Schwierigkeiten der letzten Monate haben George Soros nicht davon abgehalten, in den Tech-Konzern zu investieren. Überraschenderweise kaufte der Starinvestor jedoch keine Aktien, sondern gab 35 Millionen Euro für Wandelanleihen aus.

Der Mann scheint Vertrauen in die Geschäftsentwicklung von Tesla zu haben: Starinvestor George Soros hat in den Elektroautobauer investiert. Das geht aus veröffentlichten Papieren der Börsenaufsicht SEC hervor. Demnach soll der 87-jährige Multimilliardär im ersten Quartal 35 Millionen Dollar in den Tech-Konzern investiert haben – allerdings nicht in Aktien, sondern in Wandelanleihen. Möglicherweise war ihm das Kursrisiko der Aktie zu hoch. Denn Wandelanleihen – auch Convertibles genannt – haben den Vorteil, dass der Investor von steigenden Aktien-Kursen profitieren kann, aber das Risiko eines Direktinvestments meidet. Die Papiere laufen bis März nächsten Jahres und können bis dahin in eine bestimmte Anzahl von Tesla-Aktien umgewandelt werden. Je höher der Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt des Umtauschs, desto höher der mögliche Umtauschgewinn.

Tesla bald auf frisches Geld angewiesen?

Das Investment von Soros verwundert ein wenig, denn in den letzten Monaten lief es für Tesla alles andere als rund. Der Konzern machte vor allem mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam: Im letzten Quartal meldete Tesla einen Rekordverlust von über 709 Millionen US-Dollar beziehungsweise 3,35 Dollar pro Aktie. Alleine im ersten Quartal hat der Elektroautobauer rund eine Milliarde Dollar verbrannt. Eine Ursache dafür sind Produktionsprobleme beim sogenannten Model 3 – der Zeitplan konnte mehrfach nicht eingehalten werden. Auch die Tesla-Aktie ist in den vergangenen drei Monaten deutlich eingebrochen – sie hat mehr als zwölf Prozent eingebüßt. Seit Mitte 2017 weist der Trend nach unten. Das Rekordhoch bei 386 Dollar liegt inzwischen in weiter Ferne. Viele Experten rechnen inzwischen damit, dass Elon Musk bald auf frisches Geld vom Finanzmarkt angewiesen ist. Das dürfte ihm das Investment von Soros gerade recht kommen.
Musk hat aufgrund der Schwierigkeiten eine Neuorganisation seines Unternehmens angekündigt. Zurzeit scheint es insbesondere im Management von Tesla zu brodeln: Zu Beginn der Woche wurde bekannt, dass sich Produktionschef Doug Field eine Auszeit gönnt. Diese soll angeblich sechs Wochen betragen. Wie es danach weitergeht, ist jedoch nicht bekannt. Beim Sicherheitsbeauftragen Matthew Schwall steht es schon fest: Er verlässt Tesla und wechselt zu Waymo – eine Tochter von Alphabet, die sich mit autonomen Fahren befasst. Im April verließ bereits der Autopilot-Chef Jim Keller das Unternehmen und ging zu Intel.

Soros mag Tech-Aktien

Mit dem Investment in Tesla zeigt Soros einmal mehr, dass er eine Vorliebe für Tech-Aktien hat. So hält er unter anderem Anteile an Netflix und der Google-Mutter Alphabet. Beim Online-Riesen Amazon ist er inzwischen auch wieder eingestiegen: Nachdem er sich letztes Jahr noch von seinen Anteilen getrennt hatte, stieg er im ersten Quartal wieder ein und erwarb gleich 51.200 Aktien. Generell schien die Kauflaune des Multimilliardärs in den ersten drei Monaten des Jahres groß zu sein: Er deckte sich zusätzlich zum Investment in Tesla und Amazon noch mit Anteilen am Real Estate Investment Trust (REIT) und Aktien von der Bank of America und JPMorgan ein.
In den USA müssen Großinvestoren der Börsenaufsichtsbehörde SEC einmal im Quartal Einblicke in ihr Depot geben. Das Formular trägt die Bezeichnung "13F". Interessant ist das auch für andere Anleger: Sie können sich aus den Umschichtungen der Profis Inspiration für ihre eigenen Portfolio-Entscheidungen holen.
Verfasst am 18.05.2018 um 09:00 Uhr
Veröffentlicht am 17.05.2018 um 09:33 Uhr
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