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Devisenmarkt · 18.05.2018 10:34 Uhr

Jetzt nur nicht übermütig werden

US-Dollar-Noten auf einem Chart
Quelle: Powerphotos/Shutterstock
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Die Rendite-Entwicklung und die steigenden Fed-Erwartungen in den USA bringen Dynamik in den US-Geld- und Bond-Markt. Bei den nächsten Zielvorgaben für das Devisenpaar Euro/Dollar sollte man jedoch noch nicht übermütig werden...

- von Ulrich Leuchtmann (Leiter Devisenanalyse, CM Research)-
USD: Mit steigender Rendite wird das Argument der USD-Bullen immer stärker. Die Rendite-Entwicklung und die steigenden Fed-Erwartungen bereiten das Umfeld, das (a) diejenigen zum Schweigen bringen dürfte, die die USD-Rallye immer noch als „ungerechtfertigt“ empfinden und weiterhin auf den seltsamen USD-Bären-Argumenten vom Jahresanfang herumreiten. Und (b) gibt die Dynamik von US-Geld- und Bond-Markt auch noch Platz für weitere USD-Stärke. Noch so eine Woche und unser EUR-USD-Ziel für 2018 (1,16) ist bereits im Frühjahr erreicht. Und ja, es kann auch unterschritten werden. Allerdings hüte ich mich davor, jetzt übermütig zu werden und gleich 1,05 o.ä. als nächstes Ziel zu verkünden. Der Markt stimmt nun mit unseren Fed-Watchern bezüglich der Fed-Aussicht für Rest-2018 und für 2019 ungefähr überein (drei Schritte 2018, zwei 2019). Ich gehe daher davon aus, dass bald Schluss sein wird mit steigenden Fed-Erwartungen. CAD: Rohstoff-Währungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, könnte man meinen. Einen positiven Effekt der anziehenden Ölpreise auf USD-CAD muss man schon mit der Lupe suchen. Doch der Eindruck täuscht. Gegen den starken US-Dollar muss man erst einmal anrudern. Dass Kanadas Währung das schafft, ist schon beachtlich genug. Unser CAD-Währungsindex jedenfalls hat seit März um rund 5% zugelegt. Eigentlich ist es gerade anders herum: Es ist eher ungewöhnlich, dass der Loonie auf die jüngste Welle anziehender Ölpreise so deutlich reagiert.
JPY: Japans Inflationszahlen für April fielen enttäuschend niedrig aus (0,6% statt erwarteter 0,7% gegenüber Vorjahr). Ich beschäftige mich seit rund 20 Jahren professionell mit Wechselkursen (immer auch mit dem Yen) und frage mich gerade, wie oft in dieser Zeit ich diesen Satz wohl schon aufgeschrieben habe. Mal wieder wird’s nichts mit den Re-Inflationierungsbemühungen der Bank of Japan. Dass sie mittlerweile nicht mehr explizit angeben, in Windeseile ihr Inflationsziel erreichen zu wollen, verstehe ich. Diese Kommunikation war am Ende nur noch lächerlich. Dass Japans Währungshüter die Chance auf Re-Inflationierung aber vertun, indem sie sich (a) in Dampfplauderei über restriktivere Geldpolitik ergehen und (b) das Chaos ihrer Strategie-Kommunikation (monatliche QE-Volumina oder 10-jährige Rendite) nur noch vergrößern, statt es zu beseitigen, müsste mir eigentlich die Sprache verschlagen. So wird Re-Inflationierung wieder nichts. Jedoch, ich kenne es aber nicht anders.
Erhalten von der Commerzbank am 18.05.2018 um 09:35 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 18.05.2018 um 10:34 Uhr.
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