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Blick auf den Anleihenmarkt · 18.05.2018 15:23 Uhr

Deutsche Inflationsrate bleibt stabil

Inflation Verbraucherpreise
Quelle: Tero Vesalainen / Shutterstock.com
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Die Inflation war in Deutschland im April unverändert. In den USA verstärkten die jüngsten Konjunkturdaten die Spekulationen auf Zinsanhebungen durch die Fed und sorgten damit für einen Anstieg der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen.

Marktdaten im Überblick
Neueinführungen und Neuemissionen
 
Die Inflation in Deutschland hat sich im April nicht verändert: Die Verbraucherpreise lagen im abgelaufenen Monat um 1,6 Prozent höher als im April 2017. Im März 2018 lag die Inflationsrate − gemessen am Verbraucherpreisindex – ebenfalls bei einem Plus von 1,6 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Teurer wurden vor allem Lebensmittel: Dafür mussten Verbraucher 3,4 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Die Preise für Energie und Kraftstoffe legten um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent im Euro-Raum an. Dieser Wert gilt als ideal für die Konjunktur, wird aber in der Währungsunion seit langem verfehlt. Die Bundesregierung erwartet für das Gesamtjahr 2018 eine durchschnittliche deutsche Inflationsrate von 1,8 Prozent. Im kommenden Jahr soll sie dann auf 2,0 Prozent steigen.
Steigende Inflationserwartungen gibt es auch in den USA: Die jüngsten, in Summe guten US-Konjunkturdaten verstärken die Spekulationen auf Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed. Die Erwartung, dass die Zinsen ansteigen, ließen die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen Mitte der Woche auf 3,048 Prozent klettern - und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2011. Am Markt gehen die Meinungen auseinander, ob die US-Notenbank 2018 insgesamt drei oder vier Mal an der Zinsschraube drehen wird. Bislang avisiert sie drei Zinsanhebungen.

Bund Future mit leichten Einbrüchen

Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind zu Beginn der Woche eingebrochen. Vor allem Vorgaben aus den USA hatten auf die Kurse gedrückt. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future sank am Dienstag bis auf ein Tagestief von 157,61 Prozentpunkten, setzte jedoch am Mittwoch zu einer leichten Gegenbewegung an. Die unerwartete Abschwächung des deutschen Wirtschaftswachstums konnte die Anleger nicht verunsichern. Laut einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes stieg das das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im vierten Quartal 2017 hatte sich die Wirtschaftsleistung noch um 0,6 Prozent erhöht, im dritten Quartal um 0,7 Prozent. Damit hat die deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn zwar an Schwung verloren, dennoch ist das BIP ist zum 15. Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Deutschland befindet sich damit in der längsten Aufschwungphase seit 1991.

Türkei: Rendite der Staatspapiere auf Rekordhoch

Für Beunruhigung sorgt hingegen der Blick in die Türkei: Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sorgte für Aufsehen durch die Ankündigung, die Notenbank im Falle eines Wahlsiegs im kommenden Monat stärker unter seine Fittiche nehmen zu wollen. Damit will er bezwecken, dass sie seiner vielfach geäußerten Forderung niedrigerer Zinsen folgt. Die türkischen Finanzmärkte gerieten nach diesen Aussagen am Dienstag unter Druck. Die schon seit März angeschlagene türkische Lira fiel sowohl zum Euro als auch zum Dollar auf ein Rekordtief. Außerdem stieg die Rendite türkischer Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit auf einen Rekordwert von 14,29 Prozent. Hintergrund ist die hohe Inflationsrate in der Türkei: Im April ist diese auf knapp 11 Prozent angestiegen. Erdogan will trotz steigender Inflation verhindern, dass die Zinsen angehoben werden. Damit setzt er jedoch eine Spirale in Gang: Wenn die Zinsen nicht angehoben werden, wird auch die Inflation weiter ansteigen und die Abwertung der Lira beschleunigt. Die US-Ratingagentur S&P hatte Anfang Mai die Bewertung der türkischen Kreditwürdigkeit auf „BB-“ gesenkt– unter anderem aufgrund der hohen Inflation.

Neuemissionen am Anleihenmarkt

Zwei neue Anleihen von BMW gelistet
Der Münchener Automobilkonzern BMW hat diese Woche über die Finanztochter BMW Finance M.V. zwei neue Unternehmensanleihen begeben. Der erste Bond mit der WKN A1901N ist seit dem 16. Mai in Stuttgart handelbar und hat ein Emissionsvolumen von 750 Millionen Euro. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 Euro. Der Zinssatz liegt bei 1,125 Prozent, der Zinslauf startet am 22. Mai 2018. Das Papier hat eine Laufzeit von acht Jahren und ist somit zum 22. Mai 2026 fällig. Die zweite Unternehmensanleihe (WKN: A1901M) hat ein Emissionsvolumen von einer Milliarde Euro und läuft bis zum 22. November 2022. Der Zinssatz beträgt 0,5 Prozent. Auch bei diesem Bond ist die Stückelung mit 1.000 Euro anlegerfreundlich gestaltet. In einem Interview kündigte Finanzchef Nicolas Peter kürzlich an, dass BMW langfristig mehr als 10 Prozent Rendite anpeilt. Im laufenden Jahr soll das Vorsteuerergebnis des Konzerns erneut mehr als zehn Milliarden Euro betragen.
 
BASF begibt zwei neue Anleihen
Vergangene Woche war auch BASF am Kapitalmarkt aktiv. Der Ludwigshafener Chemiekonzern emittierte zwei neue Bonds mit einem Gesamtvolumen von 1,25 Milliarden Euro. Beide Bonds sind seit 17. Mai 2018 an der Börse Stuttgart handelbar. Die kleinste handelbare Einheit beträgt jeweils 1.000 Euro, die Zinsläufe starten am 22. Mai 2018. Der Bond mit der WKN A2LQ5F hat ein Emissionsvolumen von 500 Millionen Euro, läuft zum 22. Mai 2030 aus und ist ab dem 22. Februar 2030 zu 100,00 Prozent kündbar. Der Zinssatz beträgt 1,5 Prozent, die Zinszahlung erfolgt jährlich. Die Laufzeit der Anleihe mit der WKN A2LQ5G beträgt sieben Jahre, der Kupon 0,875 Prozent. Das Emissionsvolumen des Papiers beträgt 750 Millionen Euro. BASF gehört zu den weltweit größten Chemiekonzernen und hat im vergangenen Geschäftsjahr knapp 64,5 Milliarden Euro umgesetzt.
 
Neue Unternehmensanleihe von Würth handelbar
Auch das Künzelsauer Unternehmen Würth besorgt sich frisches Kapital: Der schwäbische Spezialist im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial hat eine neue Anleihe (WKN: A1905C) im Volumen von 500 Millionen Euro emittiert. Das Papier läuft sieben Jahre und ist zum 26. Mai 2025 fällig. Der jährliche Zinssatz beträgt 1,0 Prozent. 2017 war ein Rekordjahr für die Würth-Gruppe: Der Umsatz belief sich auf 12,7 Milliarden Euro –7,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das Konzernergebnis stieg auf 780 Millionen Euro. Für 2018 erwartet der Konzern ein mittleres einstelliges Umsatzwachstum und ein hierzu proportionales Betriebsergebniswachstum. Vor allem die Gesellschaften in Ost- und Südeuropa wuchsen 2017 sehr dynamisch. Würth ist im Kerngeschäft mit Montage- und Befestigungsmaterial Weltmarktführer.
 

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*
 
EmittentWKNLaufzeitKupon %kl. hdlb. EinheitWhrg.Umsatz in Euro
Sixt SEA2BPDU02.11.20221,1251000EUR6.391.190
Volkswagen FinanceA1ZYTK31.12.19993,51000EUR3.288.336
Daimler FinanceA190NE11.11.202511000EUR3.234.789
Provinz Buenos AiresA0GJKR15.05.193541EUR2.680.175
METRO AGA14J8319.03.20251,51000EUR2.334.250
Sixt SEA2LQKV02.05.20221,51000EUR2.147.472
EvonikA14J1H23.01.202311000EUR2.119.975
Deutsche BankDB7XJJ17.02.20252,751000EUR1.572.249
VenezuelaA1ANQ313.10.20248,25100USD1.564.080
EIBA1ZKHL18.09.20218,751000TRY1.318.307
 
*Die umsatzstärksten Anleihen-Neueinführungen der letzten 6 Tage mit einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Stand: 17.05.18
 
Verfasst am 18.05.2018 um 13:45 Uhr
Veröffentlicht am 18.05.2018 um 15:23 Uhr.
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