Nachrichten

Blick auf den Devisenmarkt · 22.05.2018 12:08 Uhr

Handel durch Annäherung

Dollar
Quelle: Rrraum / Shutterstock.com
Beitrag teilen
Die Aussicht auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China konnte dem Dollar keinen Auftrieb geben. In das Devisenpaar EUR/GBP brachten dagegen Spekulationen um Neuwahlen in Großbritannien Bewegung...

- Gastbeitrag von Esther Reichelt (Analyst FX & EM Research Commerzbank) -
USD: Der US Dollar konnte von der Aussicht auf eine Annäherung im Handelskonflikt zwischen China und den USA nicht nachhaltig profitieren. Uns überrascht das wenig, gehen wir doch davon aus, dass die Inflationsrisiken in den USA umso stärker steigen würden, je stärker die protektionistischen Maßnahmen wären, die die US-Regierung tatsächlich umsetzt. Und umso mehr müssten die Zinserwartungen steigen, da wir davon überzeugt sind, dass die Fed die steigenden Inflationserwartungen überkompensieren würde, um ihrem Mandat der Preisstabilität gerecht zu werden. Bleibt dies nun aus, spricht viel dafür, dass der Anstieg der Fed-Zinserwartungen (Abb. 1) bald auslaufen dürfte. Angesichts der Detail-Armut der gemeinsamen Erklärung der USA und Chinas sind wir jedoch noch skeptisch, ob das Thema wirklich schon ad acta gelegt werden kann. Und da unser Zinsausblick für die Fed angesichts der gut laufenden US-Wirtschaft noch immer optimistischer ist, als der des Marktes, sehen wir noch Raum für weitere USD-Stärke, selbst wenn der Handelskonflikt als Inflationstreiber wegfällt.