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Marktbericht: update von 15:00 Uhr · 01.05.2018 15:00 Uhr

US-Strafzölle und Italien-Regierung: Stabilisierung nach Turbulenzen

Donald Trump
Quelle: Nicole S Glass / Shutterstock.com
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Nach den Turbulenzen von gestern kann sich der DAX heute stabilisieren. Ein Kompromiss führt nun doch zu einer regulären Regierungsbildung in Italien. Strafzölle der USA auf Stahl und Aluminium nehmen Anleger vorerst gelassen auf.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:08min, 01. Juni 2018, 15:09 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 01.06.2018 -
Nach den herben Kursverlusten vom Donnerstag hat sich der deutsche Aktienmarkt heute erst einmal stabilisiert. Der DAX kletterte bisher um 1,4 Prozent auf 12.785 Punkte.
Die Entscheidung der US-Regierung, Strafzölle auf Stahl und Aluminium für Europa zu verhängen, wird zwar scharf kritisiert, von Anlegern heute aber zunächst gelassen zur Kenntnis genommen.
Gleichzeitig konnten die Papiere der Deutschen Bank mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 9,47 Euro den freien Fall vom Vortag zunächst einmal stoppen. Schlechte Nachrichten hatten den Kurs zuletzt schwer belastet. Einem Medienbericht zufolge zählt die US-Tochter des deutschen Geldinstituts für den US-Sicherungsfonds FDIC nunmehr zu den "Problembanken". Die Aktien waren am Donnerstag um mehr als sieben(!) Prozent eingebrochen. Dies hatte auch den DAX in Mitleidenschaft gezogen. Inzwischen hat auch die US-Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank gesenkt.
Viele Börsianer sehen offensichtlich in der sich nun doch noch bildenden Regierungskoalition von Populisten und Rechten in Italien das kleinere Übel im Vergleich zur Option auf Neuwahlen, die möglicherweise frühestens ab Oktober stattgefunden hätten. Vor entsprechenden Unsicherheiten im Zuge dessen hatte eine Reihe von Experten gewarnt.
Das ausgesprochene Misstrauensvotum gegen den inzwischen ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wurde neutral zur Kenntnis genommen.
Aktien von SAP sind nach einer Kaufempfehlung des US-Investmenthauses Jefferies gefragt. Sie legten um 1,6 Prozent auf 97,90 Euro zu.
Papiere des Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor brachen um 16,5 Prozent auf 15,64 Euro ein. Das Unternehmen werde nach eigener Aussage künftig weniger Halbleiter an Apple liefern als bisher angenommen.

US-Arbeitsmarkt entwickelt sich robuster als erwartet

Der US-Arbeitsmarktbericht ist robuster ausgefallen, als Ökonomen dachten. So wurden im Mai statt der erwarteten 190.000 neuen Stellen 223.000 Jobs geschaffen. Darüber hinaus korrigierte die US-Regierung die Angaben aus den beiden Vormonaten um insgesamt 15.000 Stellen nach oben.
Die Arbeitslosenquote sank überraschend auf 3,8 Prozent. Hier waren Experten von einer Stagnation bei 3,9 Prozent ausgegangen.
Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten um 0,3 Prozent zum Vormonat zu. Das war ebenfalls höher als die erwarteten 0,2 Prozent sowie die 0,1 Prozent aus dem Vormonat.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Löhne und Gehälter übrigens um 2,7 Prozent.
 
Erstellt am 01.06.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 01.06.2018, um 15:00 Uhr.
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