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Analysten sprechen Kaufempfehlung aus · 23. März 2017

United Internet: Starke Zahlen, aber...

Logo von United Internet
Quelle: United Internet/Presse
Eigentlich lesen sich die Geschäftszahlen von United Internet durchaus solide: Umsatz und Gewinne konnten gesteigert werden und auch die Dividende soll angehoben werden. Dennoch gibt es in der Bilanz einige Schönheitsfehler...

- von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion -
 
United Internet konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Wachstumskurs bestätigen. In allen wichtigen Bereichen legte der TecDAX-Konzern zu. So stieg der Umsatz um 6,3 Prozent auf fast vier Milliarden Euro. Das EBIT lag sogar bei 647,2 Millionen Euro fast 20 Prozent über dem Vorjahresvergleichszeitraum. Und auch auf Kundenseite lieft es zuletzt geradezu prächtig: So konnte United Internet zuletzt nochmals gut eine Millionen neuer Kunden gewinnen und kommt mittlerweile auf fast 17 Millionen Kundenverträge. Nun soll auch die Dividende um 10 Cent auf dann 80 Cent pro Anteilsschein angehoben werden. Angesichts solcher Eckdaten muss man das Haar in der Suppe schon fast suchen – möchte man meinen. Doch genau das tun die Aktionäre offenbar bereits seit einigen Wochen.

Anleger sind skeptisch

Die Aktie von United Internet hat, trotz eigentlich starker Zahlen, kein einfaches Jahr hinter sich. Auf Jahressicht beläuft sich der Wertverlust der Aktie auf mehr als zehn Prozent. Dabei liest sich auch der Ausblick auf den ersten Blick alles andere als schlecht: Im laufenden Jahr plant der Konzern ein Umsatzwachstum von sieben Prozent. Das EBITDA soll um rund 12 Prozent gesteigert werden. Zudem plant man beim TecDAX-Konzern auch für 2017 mit einem organischen Kundenwachstum von 0,8 Millionen. In diesen Zahlen sind Konsolidierungsmaßnahmen wie Sonderbelastungen aus Regulierungsthemen und dem Rückbau des als Vorleistung genutzten Telefónica-DSL-Netzes bereits eingerechnet. Doch die Gewinnung von Neukunden wird immer kostenintensiver. United Internet bewegt sich auf einem höchsten wettbewerbsintensiven Marktumfeld, um kämpft mit Größen wie beispielsweise der Deutschen Telekom um Kunden. Doch genau diese Kunden werden zunehmend kostensensibler und fordern gleichzeitig immer schnellere Datenverbindungen. Der Ausbau von Glasfaserverbindungen und das Werben um Neukunden kosten Geld. Zudem musste United Internet Wertminderungen aus dem nicht-operativen Geschäft in Höhe von 254,6 Millionen Euro hinnehmen. Grund hierfür ist die schwache Kursentwicklung von Rocket Internet. An der Start-Up-Schmiede hält der TecDAX-Konzern 8,31 Prozent der Anteile. Dennoch will man bei United Internet an der Beteiligung festhalten, man sei unverändert „von den großen Marktchancen von Rocket Internet überzeugt“.

Hauck und Aufhäuser mit Kaufempfehlung

Trotz einiger Schönheitsfehler in der heute vorgelegten Bilanz, halten die Mehrheit der Analysten der Aktie die Treue. Bereits zu Beginn der Woche sprachen die Privatbankiers Hauck und Aufhäuser eine Kaufempfehlung für die Aktie aus und bestätigten gleichzeitig ihr Kursziel bei 50 Euro. Noch einen Schritt weiter gingen heute Morgen die Analysten der Commerzbank. Auch Sie bestätigten ihre Kaufempfehlung für die Aktie, sehen allerdings Kurspotenzial bis auf 55 Euro. Analystin Heike Pauls lobt insbesondere die operativen Ergebnisziele von United Internet.