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Marktbericht: update von 14:00 Uhr · 15.05.2018 14:00 Uhr

Nach EZB-Entscheid: Schwächerer Euro - DAX über 13.000

Euro
Quelle: Photo Veterok / Shutterstock.com
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Nach dem Entscheid der EZB tendierte der Euro deutlich schwächer. Der DAX war bereits am Donnerstag über die Marke von 13.000 Punkten gesprungen. Unterdessen will US-Präsident Trump Strafzölle gegen China verhängen.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:12min, 15. Juni 2018, 10:51 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 15.06.2018 -
Nach dem von der Europäischen Zentralbank ausgelösten Kaufimpuls kann sich der DAX heute ordentlich behaupten. Auftrieb kam vor allem durch den im Vergleich zum US-Dollar abgesackten Euro-Kurs. Ein schwächer tendierender Euro kann den Absatz von Waren außerhalb der Eurozone anfeuern, weil er diese in anderen Währungen günstiger werden lässt.
Der große Verfallstag an den Terminmärkten, der sogenannte Hexensabbat, könnte allerdings zeitweise für heftige Bewegungen sorgen.
Aktuell notiert der deutsche Leitindex bei 13.061 Punkten mit 0,3 Prozent im Minus, nachdem er gestern Nachmittag bereits deutlich zugelegt hatte und dabei auch über die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Zählern sowie über 13.100 Punkte gesprungen war.
EZB-Chef Mario Draghi hatte gestern eine Drosselung des Anleihekaufprogramms angekündigt, bei dem zuletzt Wertpapiere für insgesamt 30 Milliarden Euro pro Monat erworben wurden. Ab Oktober soll das Volumen zunächst auf 15 Milliarden Euro halbiert werden und das Programm zum Jahresende auslaufen. Dies ist von den meisten Marktteilnehmer auch so erwartet worden.
Einen starken Eindruck hinterließ jedoch abermals die Bemerkung, dass die Notenbanker den Leitzins noch länger auf dem rekordniedrigen Niveau von 0,0 Prozent belassen würden.

China würde auf neue US-Zölle umgehend reagieren

China will auf mögliche US-Strafzölle mit sofortigen Gegenmaßnahmen antworten. Sollten die USA Zölle gegen China umsetzen, "werden wir umgehend reagieren und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um unsere legitimen Rechte und Interessen entschlossen zu schützen", sagte Geng Shuang, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums, am heutigen Freitag. Die Warnung Chinas folgte auf Berichte von US-Medien, wonach US-Präsident Donald Trump am Freitag Strafzölle auf Waren im Wert von fünfzig Milliarden US-Dollar verhängen wolle. Eine Bestätigung des Weißen Hauses gab es dafür zunächst nicht. Die Entscheidung habe Trump am Donnerstag nach Beratungen mit seinen engsten Handelsberatern getroffen, berichtete unter anderem das "Wall Street Journal" in der Nacht zum Freitag. Es sei aber unklar, wann die Zölle tatsächlich wirksam werden würden. Laut Geng Shuang hätten die USA und China in Gesprächen über den Handelsstreit zuletzt einige Fortschritte erzielt. Sollten die USA aber Maßnahmen wie Strafzölle umsetzen, seien alle Vereinbarungen der Verhandlungen hinfällig. Beide Seiten sollten weiterhin versuchen, Differenzen zu verringern und die Zusammenarbeit so auszubauen, dass alle davon profitieren, hieß es.
 
Erstellt am 15.06.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 15.06.2018, um 14:00 Uhr.
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