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Daimler revidiert Jahresprognose · 21.05.2018 09:20 Uhr

DAX: Der Druck nimmt zu

Daimler-Stern auf einem Auto
Quelle: Roman Stetsyk/Shutterstock
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Das sieht derzeit nicht gut aus für den deutschen Leitindex. Der Druck auf den DAX nimmt spürbar zu und es sieht derzeit nicht danach aus, als hätten die Bullen dem etwas entgegen zu setzen.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:10min, 21. Juni 2018, 10:21 Uhr
-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Und schon steigt wieder der Druck auf den deutschen Leitindex. Heute Morgen noch nahezu unverändert in den Tag gestartet, gerät der DAX bereits am Vormittag empfindlich unter Abgabedruck. Doch damit ist er nicht allein. Egal ob Gold und Silber, Öl oder Platin, MDAX oder EuroStoxx – fast überall stehen heute tiefrote Vorzeichen.

BMW im Sog von Daimler

Die nun revidierte Prognose begründet man in Stuttgart-Untertürkheim mit den geplanten Einfuhrzöllen auf US-Fahrzeuge. Es klingt absurd, aber der Handelsstreit zwischen den USA und China hat mittlerweile durchaus Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. In diesem Fall eben Daimler. Warum? Nun, Daimler produziert einen Großteil seiner SUVs in den USA. Für den chinesischen Schutzzoll ist es unabhängig, ob es sich bei Daimler um einen europäischen Autobauer handelt. Der Schutzzoll betrifft alle in den USA hergestellten Fahrzeuge, gänzlich unabhängig davon, wo das Unternehmen ihren Hauptsitz hat. Neben dem weiter eskalierenden Handelsstreit zwischen den USA und China, macht der sich abzeichnende Dieselskandal Daimler zunehmend zu schaffen. Europaweit muss Daimler aufgrund einer unzulässigen Abgastechnik 774.000 Fahrzeuge zurückrufen. Die Kosten für die Rückrufaktion trägt natürlich der Autokonzern. Ein wenig verschreckt von den schlechten Nachrichten aus Stuttgart, zeigen sich die Aktionäre von BMW und Volkswagen. Produzieren nicht auch sie in den USA? Da verwundert es kaum, dass die Papiere der beiden Autohersteller ebenfalls auf Talfahrt sind und entsprechend abgestraft werden.

Deutsche Bank: Die Angst vor dem Stresstest

Auch ein anderes Sorgenkind macht heute wieder von sich reden. Heute Abend, nach Börsenschluss, sollen die Ergebnisse eines jüngst durchgeführten Bankenstresstests in den USA bekannt gegeben werden. Bei der Deutschen Bank macht sich ob des Ergebnisses offenbar zunehmend Sorgen. Und das offenbar nicht ganz zu Unrecht: Bereits heute steht das US-Geschäft der Deutschen Bank auf der Liste der Problemfälle der US-Notenbank. Eine US-Tochter der Frankfurter wird auf einem internen Bewertungssystem der Fed bereits als „in troubled condition“ geführt. Als hätte die Deutsche Bank im Augenblick nicht schon Probleme genug, senkte jüngst nun auch noch die Ratingagentur Standard & Poor’s den Daumen, indem sie das langfristige Rating von „A-“ auf „BBB+“ absenkten. Beobachter halten es für durchaus möglich, dass die US-Tochter der Deutschen Bank den Stresstest nicht bestehen wird, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Deutsche Bank Trust Corp bereits 2016 schon einmal durchgefallen ist. Damals wurden dem Ableger des Finanzinstituts zahlreiche, teilweise gravierende, Mängel in Bezug auf die Aufsicht und des Risiko-Controllings attestiert. Ob man aus den Fehlern der Vergangenheit etwas gelernt hat, ist allerdings fraglich. Im internen Bewertungssystem der Fed, dass die Tochter der Deutschen Bank als „in troubled condition“ führt, wird vor allem das mangelnde Risikomanagement oder die teilweise sehr laxen internen Kontrollsysteme kritisiert. Im Sog der Deutschen Bank gibt auch die Aktie der Commerzbank nach und gehört ebenfalls zu den großen Verlierern im deutschen Leitindex.

Trends im Handel

Die Autobauer stehen heute natürlich auch bei den Derivateanlegern in Stuttgart im Fokus. So nutzten einige Anleger den heutigen Rücksetzer bei der Daimler-Aktie zum Einstieg in Knock-Out-Calls. Abverkauft wurden hingegen Calls auf Volkswagen. Neben den Autobauern im Blickpunkt ist heute ein Call auf adidas. Eine eindeutige Tendenz ist derzeit allerdings nicht erkennbar.
 
Erhalten von der Commerzbank am 21.06.2018 um 09:15 Uhr.
Aktualisiert durch die Börse Stuttgart am 21.06.2018 um 15:30 Uhr.
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