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Regierungsdrama verunsichert Anleger · 02.06.2018 16:40 Uhr

Getrübte Geburtstagsparty

Gedrückte Partystimmung
Quelle: Nicoleta Ionescu ,Shutterstock
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Eigentlich hätte der DAX allen Grund zu feiern – 30 Jahre wurde er am Sonntag alt und ist eine richtige Erfolgsgeschichte. Aber Regierungskrise und Handelsstreit drücken weiter auf die Stimmung…

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Zum Wochenstart geht es an den Aktienmärkten wieder abwärts. Die Börsen in Asien waren mit roten Vorzeichen in die Woche gestartet und auch das deutsche Aktienbarometer DAX verlor in den ersten Handelsminuten über ein Prozent an Wert. Im Laufe des Vormittags konnte allerdings ein Großteil der Verluste wieder aufgeholt werden und so notiert der Index mit 12.280 Punkten am Nachmittag nur noch knapp unter dem Schlussniveau der Vorwoche. Die US-Börsen sind am Nachmittag leicht schwächer gestartet - der Dow Jones Index verliert 0,4 Prozent auf 24.186 Zähler.
Hauptbelastungsfaktor ist die Regierungskrise in Berlin, die heute in die vielleicht letzte Runde geht. Den am Montagnachmittag will CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer ein letztes Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel führen, um den Asylstreit beizulegen. Sollte es zu keiner Einigung kommen möchte Seehofer seine politischen Ämter aufgeben. Nur 100 Tage nach ihrem Start könnte die Bundesregierung auseinanderbrechen und für weitere Unsicherheit sorgen.
Innerhalb von zwei Wochen hatte das deutsche Aktienbarometer rund 1.000 Punkte an Wert verloren und ist zudem technisch angeschlagen. Betrachtet man allerdings die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre so hat der DAX allen Grund zu feiern. Der Index hat sich trotz der Rückschläge verzehnfacht und damit eine durchschnittliche Rendite von 8,5 Prozent erwirtschaftet.

Autobauer wehren sich gegen geplante Strafzölle

Auch der Handelsstreit der USA mit Europa geht in die nächste Runde. Denn die Pläne von Trump für Autozölle werden konkreter, was sich Brüssel nicht bieten lässt und mit einer scharfen Warnung vor milliardenschweren Vergeltungsmaßnahmen droht.
Zudem hat der Autobauer BMW in einem Brief an den US-Handelsminister Ross vor möglichen Kürzungen von Investitionen und dem Verlust von Arbeitsplätzen in den USA im Falle von US-Importzöllen auf ausländische Autos gewarnt. Die Erhebung von Zöllen würde weder das Wachstum noch die Wettbewerbsfähigkeit der USA stärken.

Tesla „ jetzt ein richtiges Autounternehmen“?

Von Tesla gibt es indes gute Nachrichten: Der Elektroautobauer hat sein Produktionsziel für den Hoffnungsträger Model 3 erreicht und erstmals 5.000 Autos innerhalb einer Woche produziert. "Ich denke, wir sind jetzt ein echtes Autounternehmen geworden", schrieb Musk in einer E-Mail an Beschäftigte, die Reuters vorliegt. Die Tesla-Aktie kann mit der Erfolgsmeldung rund vier Prozent ansteigen.

Ölpreise geben ab, Gold verliert weiter

MÄRKTE & MACHER 6:39min, 27. Juni 2018, 13:23 Uhr
Auch bei den Ölpreisen sorgt US-Präsident Trump für Bewegung. Auf Twittert schreib er, der saudische König Salman habe ihm zugesagt, die Erdölförderung hochzufahren. Trump sprach von etwa zwei Millionen Barrel, was selbst für den Ölriesen Saudi-Arabien eine erhebliche Ausweitung wäre. Nachdem die US-Sorte WTI am Freitag mit 74,43 US-Dollar noch auf den höchsten Stand der vergangenen dreieinhalb Jahre geklettert war, verliert sie heute auf 73,69 US-Dollar.
Gold ist in diesen Tagen nicht gesucht und setzt die Talfahrt fort. Die Feinunze des gelben Edelmetalls verbilligt sich auf 1.246,66 US-Dollar. Warum es der Goldpreis aktuell so schwer hat, verrät Finanzmarkt-Experte Andreas Lipkow im Interview mit Börse Stuttgart TV.