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Einigung im Asylstreit · 03.06.2018 16:30 Uhr

Rückenwind für den DAX

Bulle und Bär
Quelle: Red monkey / Shutterstock
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Der innerpolitische Streit ist beigelegt, das Auseinanderbrechen der Union vom Tisch. Gute Nachrichten, die den DAX am Dienstag anschieben. Wäre da nicht US-Präsident Donald Trump, der nun jetzt auch der WTO droht...

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Am Dienstag kann das deutsche Aktienbarometer DAX wieder zulegen. Rückenwind beschert insbesondere die (gerade noch) abgewendete Regierungskrise in Berlin. Nach zähem Ringen haben sich die beiden Schwesterparteien CDU und CSU doch noch auf einen Kompromiss geeinigt. So sollen künftig Transitzentren für bereits in anderen EU-Ländern registrierte Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze eingerichtet werden. Aus diesen Zentren sollen Asylbewerber direkt in die zuständigen Länder zurückgewiesen werden. Für Anleger entscheidend ist jedoch vielmehr die schlichte Tatsache, dass die Koalition fortgesetzt wird. Ein Auseinanderbrechen der Unionsparteien hätte die politische Landschaft sicherlich dauerhaft und nachhaltig verändert. Vor allem jedoch für Verunsicherung gesorgt. Wie tragfähig der jüngst geschlossene Kompromiss tatsächlich ist, muss sich ebenfalls erst noch weisen. Entsprechend sorgt das Ergebnis nicht für die ganz große Euphorie unter Anlegern, was jedoch auch auf den weiter schwelenden Handelskonflikt zurückzuführen ist, meint auch Fondsmanager Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer:
„Die Einigung im Asylstreit sorgt für Erleichterung und hilft dem DAX etwas auf die Sprünge. Nach den Kursverlusten der letzten Wochen könnte nun zumindest vielleicht ein stabiler Boden über der wichtigen Marke von 12.000 Punkten ausgebildet werden. Allerdings dürften sich die Kursgewinne angesichts des schwelenden Handelskonfliktes in Grenzen halten. So lange sich hier keine Entspannung andeutet, werden sich viele Anleger weiter mit Käufen zurückhalten."
Nachdem der DAX im Tageshoch bis auf 12.428 Punkte ansteigen konnte, beträgt das Plus am Nachmittag noch knapp ein Prozent auf 12.350 Zähler. Die US-Börsen sind ebenfalls freundlich gestartet und der Dow Jones Index gewinnt 0,3 Prozent auf 24.386 Punkte.

Trump droht nun der WTO

Das große Thema ist und bleibt jedoch auch heute der weiter schwelende Handelsstreit zwischen China und den USA. Die Uhr tickt weiter und zunehmend lauter, denn bereits am kommenden Freitag treten Strafzölle auf chinesische Waren im Gesamtvolumen von nicht weniger als 34 Milliarden US-Dollar in Kraft. Entsprechend nervös zeigen sich Investoren weiterhin an den asiatischen Finanzmärkten: Während sich der Nikkei noch vergleichsweise robust präsentierte, ging es an den chinesischen Börsen auch gestern wieder nach unten. Angesichts der anhaltenden Talfahrt an den großen chinesischen Börsen, rufen staatsnahe Medien Anleger vermehrt zur Gelassenheit auf.
Währenddessen gießt US-Präsident Donald Trump weiter Öl ins Feuer. Sein neuestes Ziel: Die Welthandelsorganisation WTO. "Die WTO hat die USA sehr schlecht behandelt und ich hoffe, sie ändert dies", so Trump. Falls nicht, werde er entsprechende Maßnahmen gegen die WTO ergreifen. Wie diese „Maßnahmen“ konkret aussehen könnten, ließ Trump offen. Weiterhin im Visier des US-Präsidenten bleiben auch die europäischen Autobauern. So hält Trump seine Drohung aufrecht, Einfuhrzölle von 20 Prozent auf europäische Autos und Autoteile erheben zu wollen. Zunehmende Kritik, auch aus seiner eigenen Partei, scheinen ihn dabei nicht weiter zu stören.

Commerzbank und Allianz gesucht

Gute Nachrichten gibt es am Dienstag bei der Commerzbank und der Allianz. Die Commerzbank kommt beim Umbau gut voran und verkauft nun die Sparte EMC (Aktienderivate und ETFs) an die französische Großbank Societe Generale.  Durch den Verkauf sollen Kosten und Risiken gesenkt werden.
Die Allianz startet morgen mit ihrem dritten milliardenschweren Aktienrückkauf.  Europas größter Versicherer will eigene Aktien für bis zu eine Milliarde Euro am Markt erwerben. Die Allianz-Aktie konnte ihre anfänglichen Gewinne im Tagesverlauf ausbauen und legt rund zwei Prozent zu, während die Commerzbank-Aktie leicht ins Minus gerutscht ist.
 
Verfasst am 03.07.2018 um 16.30 Uhr
Veröffentlicht am 03.07..2018 um 16.32 Uhr
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