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Depotabsicherung in den Ferien · 04.07.2018 07:55 Uhr

Entspannt in den Urlaub – mit reisefestem Depot

Entspannung im Urlaub
Quelle: haveseen / Shutterstock.com
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Sommer, Sonne, Urlaub: Die schönste Zeit des Jahres steht bevor. Doch um in den Ferien wirklich entspannen zu können, sollten Anleger nicht nur ihren Koffer, sondern auch ihr Depot reisefertig machen.

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Märkte machen keine Ferien. Große Marktschwankungen sind durchaus auch im Sommer möglich. Wer im Urlaub lieber ausspannen möchte, ohne dauernd ins Depot schauen zu müssen, sollte sich vorher gegen Risiken absichern – insbesondere bei kurzfristigen Investments. In einem ersten Schritt gilt es also, diese Risiken genau zu analysieren: Welcher Index ist aktuell für Schwankungen anfällig? Welche Papiere sind im derzeitigen Marktumfeld besonders risikoreich? Und stimmt die Anlagestrategie grundsätzlich noch?

Die Stop-Loss-Order

NEWS AUS DEM HANDEL 4:49min, 28. Juni 2018, 16:04 Uhr
Um Positionen im Depot abzusichern, empfiehlt sich im zweiten Schritt der Einsatz von (intelligenten) Ordertypen. Die Stop-Loss-Order bietet einfachen Schutz gegen Kursverluste. Die Idee dahinter ist simpel: Sobald der Kurs unter eine bestimmte Marke sinkt, wird das Wertpapier zum nächstmöglichen Preis verkauft. Diese Marke – das sogenannte Stop-Loss – definiert der Anleger. Sie liegt unterhalb des aktuellen Preises. „Das Papier wird jedoch nicht zwingend bei genau jenem Kurs verkauft, der als Stop-Grenze definiert wurde“, betont Richard Dittrich, Leiter der Kundenbetreuung der Börse Stuttgart. Gerade bei illiquiden Werten müsse man durchaus damit rechnen, beim Verkauf einen geringeren Preis zu erzielen. Denn der Verkaufsauftrag wird ausgeführt, sobald das Stop-Loss-Limit erreicht oder unterschritten wird. Die Order wird dann zum nächsten Kurs ausgeführt, egal ob dieser über oder unter dem Stop-Loss-Limit liegt.
Ein Beispiel: Der Anleger besitzt ein Wertpapier, das aktuell bei 95 Euro notiert. Gekauft hat er das Papier zu 80 Euro. Um seinen Gewinn abzusichern, setzt er ein Stop-Loss-Limit bei exakt 90 Euro. Als er – aus dem Urlaub zurück – in sein Depot schaut, stellt er fest, dass das Wertpapier zu 89,75 Euro verkauft wurde. Das liegt daran, dass nach Erreichen des Stop-Loss automatisch eine unlimitierte Order in das Orderbuch eingestellt wurde und der Verkauf erst zur nächsten Preisfeststellung erfolgte – eben bei 89,75 Euro. „Viele Anleger legen ihre Stop-Loss-Limits auf gerade Marken, so dass es zu einer Ansammlung von Stop-Loss-Orders im Orderbuch kommt“, erklärt Dittrich. Aufgrund des erhöhten Angebots durch die zahlreichen Verkaufsorders fiel der Kurs im Beispiel zunächst um 25 Cent auf 89,75 Euro, bevor die Order ausgeführt werden konnte. „Grundsätzlich ist es ratsam, Stop-Limits nicht bei glatten Zahlen zu setzen“, so Dittrich.

Intelligente Ordertypen

Wem das zur Absicherung noch nicht ausreicht, der kann die intelligenten Ordertypen der Börse Stuttgart nutzen. Diese bieten die Möglichkeit, automatisch auf steigende oder fallende Kurse zu reagieren – ganz gleich, ob es um Aktien, Zertifikate, ETFs oder Anleihen geht. Auf diese Weise lassen sich je nach Ordertyp und Situation unterschiedliche Strategien verfolgen. Bevor der entsprechende Ordertyp ausgewählt und eingesetzt werden kann, ist es allerdings wichtig, sich Gedanken über die eigene Anlagestrategie zu machen.
Stop-Limit-Order
Eine dieser intelligenten Ordertypen ist die Stop-Limit-Order. Hier gibt der Anleger neben einem Verkaufslimit zusätzlich ein Stop-Loss-Limit an. Wird letzteres erreicht, wird die Order mit dem gewählten Verkaufslimit in das Orderbuch eingestellt. Sobald ein Preis ermittelt wird, der größer oder gleich dem Verlaufslimit ist, erfolgt der Verkauf zu diesem Preis. Im Gegensatz zur einfachen Stop-Loss-Order realisieren Anleger bei einer Stop-Limit-Order mindestens den gewünschten Verkaufspreis. Wenn der gewünschte Mindestverkaufspreis aufgrund widriger Marktbedingungen noch nicht erzielt werden konnte, bleibt der Anleger in der Position investiert. In diesem Fall ist zu beachten, dass das Wertpapier nicht automatisch verkauft wird, sollte es zu einer dauerhaft negativen Kursentwicklung kommen.
Trailing-Stop-Order
Wer von steigenden Märkten ausgeht und sich trotzdem absichern möchte, kann eine Trailing-Stop-Order nutzen. Dabei wird eine Position mit einem sich dynamisch anpassenden Absicherungsniveau (Stop-Limit) versehen. So können Anleger in steigenden Märkten Gewinne kontrolliert laufen lassen. Das Stop-Limit wird im gewählten Abstand automatisch nachgezogen. Fallen die Kurse, greift das zu dem Zeitpunkt gültige Limit: Sobald es erreicht wird, wird das Wertpapier zum nächstmöglichen Preis verkauft. Anleger sichern auf diese Weise Gewinne ab und müssen den Markt nicht andauernd selbst beobachten beziehungsweise die Stop-Limits manuell anpassen. Je nach Bank kann der Abstand zwischen Kurs und Stop-Limit als absoluter Wert oder als Prozentsatz angegeben werden. Bei manchen Banken ist auch beides möglich. „Wenn es die Möglichkeit gibt, sollte man immer den prozentualen Abstand wählen. Damit sind Kursschwankungen auch bei einer längeren Laufzeit der Order gleichmäßiger abgesichert“, empfiehlt Dittrich. Wie bei jedem Stop-Loss gilt auch hier: Je volatiler das Wertpapier ist, desto größer sollte der gewählte Abstand sein.
One-Cancels-Other-Order
Sowohl für fallende, als auch für steigende Kursentwicklungen positionieren können sich Anleger mit der One-Cancels-Other (OCO)-Order. Denn sie besteht aus zwei parallelen Orders: Bei der Ausführung der einen wird die jeweils andere gelöscht. Anleger setzen bei der Orderaufgabe ein Stop-Limit, mit dem sie im Falle eines Verkaufs ihre Position nach unten absichern. Zusätzlich legen sie ein oberes Verkaufslimit fest. Der Vorteil: Anleger können Verluste begrenzen und zugleich festlegen, wann erzielte Gewinne realisiert werden sollen.

Anlageprodukte zur Absicherung des Depots

Erfahrene Anleger können über kurze Zeit ihr Depot auch mit Short- und Volatilitäts-Produkten absichern, etwa entsprechenden ETFs. „Indem Anleger eine kleine Short-Position eingehen, die bei fallenden Märkten an Wert gewinnt, können sie mögliche Kursverluste abmildern“, so Dittrich. Dies sei auch mit Produkten möglich, die sich auf Volatilität beziehen und bei steigender Schwankungsbreite zulegen. Denn in Abwärtsbewegungen der Märkte steigt meist die Volatilität.

Mit Börsen-Apps immer auf Stand

Natürlich können Anleger auch im Urlaub die Märkte und ihr Portfolio im Blick behalten – und auf relevante Entwicklungen reagieren. „Unterwegs in einem Internetcafé auf das Depot zuzugreifen, ist jedoch keine gute Idee. Die Gefahr, dass Daten abgegriffen oder ausgespäht werden, ist latent vorhanden“, sagt Dittrich. Hier schafft die kostenlose App der Börse Stuttgart für mobile Geräte Abhilfe. Dank der entfallenen Roaming-Gebühren in der EU kann die App in vielen Ländern auch ohne WLAN kostengünstig genutzt werden. Neben Realtime-Kursen aller an der Börse Stuttgart gehandelten Wertpapiere bietet die App ein besonderes Feature: Dank der Realtime-Limit-Überwachung können Wertpapiere auch von unterwegs im Auge behalten werden. Mit Push-Nachrichten weist die App auf das Erreichen vorab definierter Schwellenwerte jedes Wertpapiers auf der Watchlist hin. Außerdem können sich Anleger täglich mit den Videos von Börse Stuttgart TV zum aktuellen Marktgeschehen und zu wichtigen Investmenttrends informieren – ganz entspannt im Liegestuhl.
Verfasst am 04.07.2018 um 07:45 Uhr.
Veröffentlicht am 04.07.2018 um 07:55 Uhr.
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