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Handelsstreit belastet · 04.06.2018 17:00 Uhr

Dax zur Wochenmitte leichter unterwegs

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Der Dax ist leichter unterwegs und folgt den schwachen Vorgaben aus USA und Fernost. Anleger sorgen sich weiter um die Folgen des Handelsstreits zwischen USA und China. Die Wall Street bleibt wegen des Unabhängigkeitstages heute geschlossen

NEWS AUS DEM HANDEL 2:44min, 04. Juli 2018, 16:21 Uhr
Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten
Nach einem verhaltenen Wochenstart hatte Deutschlands wichtigster Aktienindex am Dienstag deutlich von der Einigung zwischen CDU und CSU im Asylstreit profitiert. Doch zur Wochenmitte fehlt nicht nur der Rückenwind von den Börsen in Übersee: Auch die US-Importzölle auf chinesische Produkte, die an diesem Freitag in Kraft treten sollen, werfen bereits ihre Schatten voraus. Peking hat bereits entsprechende Gegenmaßnahmen angedroht

Keine Micron Chips nach China

Der US-Chiphersteller Micron Technology darf angeblich  viele seiner Produkte vorerst nicht mehr nach China verkaufen. Der taiwanesische Chiphersteller United Microelectronics Corp. (UMC) setzte dieses vorläufige Verbot nach eigenen Angaben in einer Patentklage durch. Betroffen seien 26 Micron-Produkte wie Arbeitsspeicher- und Flash-Speicherchips. Micron selbst hat sich dazu noch nicht geäußert. Die Aktien von Micron stehen stark unter Druck. Die Papiere von UMC legten in Taipeh um fast 4 Prozent zu.

China: Deutz steigt aus

Der angekündigte Ausstieg von Deutz aus einem Gemeinschaftsunternehmen sorgt für zunächst Freude am Aktienmarkt. Am Abend hatte Deutz mitgeteilt, seinen hälftigen Anteil am Joint Venture Deutz Dalian Engine an den chinesischen Partner, den Autobauer First Automotive Works (FAW), verkaufen zu wollen. Aus der Veräußerung erwartet Deutz einen Erlös von knapp 10 Millionen Euro. Deutz hatte im April im Zusammenhang mit dem Gemeinschaftsunternehmen vor Wertberichtigungen gewarnt hatte. Das Gemeinschaftsunternehmen ist seit seiner Gründung vor elf Jahren recht durchwachsen gelaufen und hat die hohen Erwartungen nie erfüllt. Im Handelsverlauf drehte die Stimmung unter den Anlegern und sie sahen mögliche Investitionen in Produktlinien eher kritisch.

Wirecard vor Aufstieg in den Dax

Wirecard befindet sich auf dem direkten Weg in den deutschen Leitindex Dax . Denn: Gemessen am Börsenwert, ist die Aktie schon längst in der ersten Börsenliga. Den Börsenwert bemisst man am Anteil der frei handelbaren Aktien (Streubesitz) und der liegt bei Wirecard aktuell bei rund 16,5 Milliarden Euro. Der Konzern ist deutlich größer als zahlreiche andere Dax-Konzerne wie etwa RWE , Lufthansa , Merck, Thyssenkrupp oder HeidelbergCement. Einerseits liegt das daran, dass die Wirecard-Papiere zu mehr als 90 Prozent im Streubesitz sind. Andererseits ist die Wirecard-Aktie seit ihrem Börsengang im Jahr 2002 extrem stark gelaufen und hat so zahlreiche Dax-Konzerne abgehängt.
Die Entscheidung könnte fallen Ende August.