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ThyssenKrupp CEO Hiesinger geht · 06.06.2018 14:30 Uhr

Runde Eins im Handelskrieg – Dax tritt auf der Stelle

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Dieser Freitag ist ein historischer Tag. Heute beginnt der Handelskrieg zwischen den USA und China. Anleger hoffen, dass es nicht zum ganz großen Knall kommt. Nur so ist es zu erklären, dass die Kurse trotzdem steigen - zumindest anfangs

NEWS AUS DEM HANDEL 3:17min, 06. Juli 2018, 09:57 Uhr
Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten
Der 6.Juli 2018 ist der internationale Tag des Kusses. Eigentlich ein schönes Ereignis. Küssen fördert angeblich die Gesundheit und das Wohlbefinden. Bitte ausprobieren. Aber der „Kuss“ zwischen USA und China ist ein Judaskuss. Heute beginnt der Handelskrieg zwischen den mächtigsten Wirtschaftsnationen der Welt. In einer Zeit der internationalen Verflechtungen der Handelsbeziehungen kann es bei einem Handelskrieg nur Verlierer geben. Die Argumente dagegen sind in der Vergangenheit ausreichend oft genannt worden. Sie liegen auf dem Tischt. Aber der US Präsident lebt seine eigene Wahrnehmung und verschließt sich  vernünftigen Argumenten gegenüber. China hat bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Die Hoffnung der Anleger ist, dass die Szenerie abläuft wie in einem Boxkampf. In der ersten Runde tasten sich die Gegner ab. Normalerweise. Aber was ist schon normal. Vielleicht siegt ja doch die Vernunft.
Der Dax startet zwar schwungvoll mit über 12.500 Punkten. Allerdings gibt er die frühen Tagesgewinne wieder vollständig ab.
Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer, beschreibt die Situation so:
"Der Handelsstreit bleibt weiter ein Handicap für die Märkte, sorgt aber momentan noch nicht für Panik. Die jüngsten Entwicklungen, insbesondere die heute verhängten Zölle und Gegenzölle zwischen den USA und China, wurden vielmehr im Grunde so von den meisten Marktteilnehmern erwartet. Vor dem Hintergrund der insgesamt allerdings sehr schwer einzuschätzenden Situation, vor allem im Hinblick auf die weitere Entwicklung im Zollkonflikt, dürften viele Anleger auch in den nächsten Tagen erst einmal defensiv bleiben.
Während sich das Verhältnis zwischen Amerika und China immer weiter zuzuspitzen scheint, gab es dagegen bei den von US-Präsident Trump in Aussicht gestellten Abgaben auf Autos aus der EU zuletzt Entspannungssignale. Insgesamt sollte aufgrund dieser derzeit unübersichtlichen Lage eine eher abwartende Haltung der Marktteilnehmer überwiegen."
 

ThyssenKrupp CEO Hiesinger geht

Der Industriekonzern Thyssenkrupp kommt nicht zur Ruhe. Ausgerechnet in einer entscheidenden Phase des Konzernumbaus schmeißt der langjährige Chef Heinrich Hiesinger hin. Die überraschende Ankündigung erfolgt nur wenige Tage nachdem die Fusion des Stahlgeschäfts mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel unter Dach und Fach ist. Jetzt könnte ThyssenKrupp zerschlagen werden, so die Befürchtung. Die jüngste Entwicklung ist der vorläufige Höhepunkt eines Streits über die weitere Ausrichtung des Konzerns mit dem Finanzinvestor Cevian. Die Aktie reagierte mit deutlichen Kursgewinnen und legte zu Handelsbeginn um über sechs Prozent zu. Später relativiert sich das Kursplus zu 2,5 Prozent.

Airbus erwartet steigende Nachfrage

Der Flugzeugbauer Airbus rechnet in den kommenden 20 Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Verkehrsjets. Konkret sind das rund 2500 Maschinen mehr, als zuletzt vorausgesagt. Bei den Passagierflugzeugen bezieht sich Airbus auf Typen mit mindestens 100 Sitzplätzen. Der Zuwachs kommt vor allem von den Mittelstreckenjets wie dem Airbus A320neo und der Boeing 737-MAX. Auch die mittelgroßen Langstreckenjets wie dem Airbus A350 und Boeings 787 "Dreamliner".  Schlechter dagegen sieht es aus für die ganz großen Jets A380 und 747, diese Modelle sind kaum noch gefragt. Airbus Aktien steigen um 1,2 Prozent.