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DAX fällt unter 12.500 Punkte · 11.06.2018 16:35 Uhr

Trump droht mit weiteren Strafzöllen

China USA or United States trade and American tariffs conflict with two opposing trading partners as an economic import and exports dispute concept with 3D illustration elements
Quelle: Lightspring/Shutterstock
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Nächste Runde im Handelskrieg: Die USA drohen mit weiteren Strafzöllen auf chinesische Produkte. China reagiert geschockt und erwägt Gegenmaßnahmen. Zudem bereit der Nato-Gipfel den Anlegern Bauchschmerzen…

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Zur Wochenmitte geraten die Aktienkurse wieder unter Druck. Die Drohung der US-Regierung weitere Strafzölle auf chinesische Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar zu erheben, beunruhigt die Anleger auf dem Börsenparkett. Das deutsche Aktienbarometer DAX verliert knapp 1,3 Prozent auf 12.450 Punkte. Die US-Börsen sind am Nachmittag hingegen nur mit kleinen Kursabschlägen gestartet. Sowohl Dow Jones Index als auch S&P 500 verlieren lediglich 0,1 Prozent und können die vorbörslichen Verluste fast komplett aufholen.
Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer teilte mit, Präsident Donald Trump habe ihn beauftragt, den Prozess zur Einführung neuer Strafzölle zu beginnen. Der Anhörungsprozess vor einem möglichen Inkrafttreten der Maßnahme soll demnach bis Ende August dauern. Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums kündigte für den Fall des Inkraftretens "notwendige Gegenmaßnahmen" an. Die Vorlage der neuen Liste mit Waren für neue Strafzölle sei "völlig inakzeptabel".
"Insgesamt steigt nach den jüngsten Drohungen die Verunsicherung unter den Investoren wieder, nachdem wir nun ein paar Tage Ruhe hatten was das Thema Handelsstreit angeht. Die Kursverluste sollten sich allerdings im DAX in Grenzen halten, da die Zoll-Drohungen des US-Präsidenten keine Überraschung mehr für die Marktteilnehmer darstellen dürften", meint Thomas Metzger, Fondsmanager beim Bankhaus Bauer. "Nachdem China auf die von den USA zuletzt erhobenen Zölle mit Gegenmaßnahmen reagierte war klar, dass die entsprechende Antwort von Trump nicht lange auf sich warten lässt. Die nun in Aussicht gestellten Maßnahmen entsprechen bereits in den vergangenen Wochen geäußerten Drohungen in Richtung China", so Metzger. 

Nato-Gipfel: Trump auf Konfrontationskurs

Zur Verschärfung des Handelskonflikts kommt die Sorge vor heftigen Streitereien unter anderem um die Verteidigungsausgaben im Bündnis auf dem Nato-Gipfel. Kurz nach seiner Landung in Brüssel machte Trump schon klar, dass er die kommenden Tage nicht nur für freundliche Händeschüttel-Fotos nutzen möchte. Trump wird am Mittwoch und Donnerstag am Nato-Gipfel in Brüssel teilnehmen, dann nach Großbritannien reisen, und schließlich am Montag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki zusammentreffen.
 

Ölpreise geben ab

MÄRKTE & MACHER 6:00min, 11. Juli 2018, 12:09 Uhr
Unter dem sich zuspitzenden Handelskonflikt leidet auch der Ölpreis. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent Crude Oil kostet am Mittwoch 77,27 US-Dollar. Experten verweisen darauf, dass der Konflikt die Wirtschaft belastet und die Nachfrage nach Rohöl bremsen könnte.
Auch Stahl- und Rohstoffkonzerne lassen heute Federn. Mit einem Kursabschlag von über drei Prozent zählt die ThyssenKrupp-Aktie heute zu den größten DAX-Verlierern. Neben den Ängsten vor einer Konjunkturdelle wird befürchtet, dass chinesischer Billigstahl die Märkte außerhalb der USA fluten könnte, falls die USA weitere Handelsbeschränkungen einführen.
 
Verfasst am 11.07.2018 um 16:30 Uhr.
Veröffentlicht am 11.07.2018 um 16:32 Uhr.
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