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Blick auf den Anleihenmarkt · 13.07.2018 11:10 Uhr

ZEW-Index: Handelsstreit trübt die Stimmung

USA vs China
Quelle: pixfly / Shutterstock.com
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Der Handelsstreit zwischen den USA und China trübt die Aussichten auf die deutsche Konjunktur. Auf den deutschen Anleihenmarkt wirkte die weltweite Unsicherheit durch den Konflikt in dieser Woche allerdings unterstützend...

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Marktdaten im Überblick
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Der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet den Ausblick auf die deutsche Konjunktur. Das spiegelt sich im ZEW-Index wider: Das Barometer gibt die Konjunkturerwartungen für das nächste halbe Jahr an. Basis ist eine monatliche Umfrage unter Analysten und Anlegern. Im Juli sank der Index auf minus 24,7 Punkte und damit um 8,6 Zähler im Vergleich zum Vormonat. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Damit erreichte der Index den tiefsten Stand seit August 2012. Zugleich ist es der fünfte Rückgang in sechs Monaten. Experten erwarten, dass der Wert im August wieder ansteigen dürfte – sofern der Handelsstreit nicht weiter eskaliert. Derzeit sieht es aber ganz danach aus: Mitte der Woche kündigte die USA weitere Strafzölle auf chinesische Waren in Höhe von 200 Milliarden Dollar an. China warnte in einer ersten Reaktion davor, dass der Konflikt den Handel zwischen den beiden Ländern „unweigerlich zerstören“ werde.

Bundes-/Staatsanleihen

Der deutsche Anleihenmarkt wurde in dieser Woche durch die weltweite Unsicherheit aufgrund des Handelsstreits gestützt: Nach der Ankündigung weiterer Strafzölle sind deutsche Staatsanleihen am Mittwoch mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,13 Prozent auf 162,61 Punkte und konnte die Gewinne im Laufe des Tages ausweiten. Seinen Höchststand erreichte er bei 162,80 Punkten. Schon seit mehr als zwei Wochen hält sich der September-Kontrakt oberhalb der Marke von 162 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug am Mittwoch 0,36 Prozent. Anfang der Woche hatten deutsche Staatanleihen noch moderate Gewinnmitnahmen eingebüßt. Die enttäuschenden Konjunkturdaten aus dem Euroraum konnten dem Markt keinen Auftrieb geben.

Anlegertrends: Diese Woche in Stuttgart im Fokus

Fresenius Medical Care besorgt sich frisches Kapital
500 Millionen Euro – so hoch ist das Emissionsvolumen einer neuen Unternehmensanleihe von Fresenius Medical Care. Der Bond (WKN A2NBE6) ist seit dem 6. Juli an der Börse Stuttgart handelbar und hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Der Kupon beträgt 1,500 Prozent, die kleinste handelbare Einheit 1.000 Euro. Das Papier ist zum 11.07.2025 fällig, sofern Fresenius nicht vorzeitig kündigt. Ab dem 11. April 2025 ist der Bond zu 100,00 Prozent kündbar. Die Anleihe ist bei Anlegern in Stuttgart beliebt: Schon am ersten Handelstag wurden über 1,67 Millionen Euro umgesetzt. Der Emissionserlös dient laut dem Emittenten allgemeinen Geschäftszwecken und der Refinanzierung fällig werdender Anleihen. Die Fresenius Medical Care AG & Co. ist ein weltweit führender deutscher Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen zur medizinischen Versorgung von Menschen mit chronischem und akutem Nierenversagen. Das Unternehmen wird von Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch mit Investment-Grade-Status bewertet.
Neuemission der 10-jährigen Bundesanleihe
Am 11. Juli wurde eine neue 10-jährige Bundesanleihe mit einem Emissionsvolumen von vier Milliarden Euro emittiert (WKN 110245). Der Kupon beträgt 0,250 Prozent p.a. und wird jährlich zum 15. August gezahlt. Die erste Zinszahlung erfolgt am 15.08.2019. Die Anleihe ist am 15.08.2028 fällig, die kleinste handelbare Einheit beträgt 0,01Euro.
Zwei neue Zerobonds der EBRD
Seit dem 4. Juli sind an der Börse Stuttgart auch zwei neue Anleihen der European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) handelbar. Bei den Papieren handelt es sich um Doppelwährungsanleihen in Kasachstan Tenge (KZT) und US-Dollar. Die Nominalwährung ist KZT, Kupon- und Rückzahlungen erfolgen jedoch in US-Dollar. Käufe und Verkäufe der Anleihen können an der Börse Stuttgart in Euro abgewickelt werden. 1 Tenge entspricht derzeit ca. 0,0025 Euro. Die erste Anleihe mit der WKN A19VZZ ist zum 31.01.2019 fällig. Es handelt sich dabei um einen Zerobond, d.h. es erfolgen keine Zinszahlungen, sondern lediglich die Rückzahlung bei Fälligkeit. Die kleinste handelbare Einheit beträgt eine Million Tenge, umgerechnet 2.500 Euro. Die zweite Anleihe (WKN A19RPA) ist ebenfalls ein Zerobond und läuft bis zum 10.05.2019. Auch hier beträgt die Mindestanlagesumme eine Million Tenge. Beide Anleihen sind vom Emittenten nicht kündbar. Die EBRD, also die Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, wurde 1991 gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die Länder in Mittel- und Osteuropa in ihrem Transformationsprozess hin zu Marktwirtschaft und privatem und unternehmerischem Handeln finanziell zu unterstützen. S&P bewertet die EBRD mit AAA.

Anleihen im Fokus: Die meistgehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %kl. hdlb. EinheitWhrg.Umsatz in Euro
BRD11024215.08.20270,50,01EUR10.557.696
VolkswagenA1ZYTK31.12.19993,51000EUR5.727.134
Stada ArzneimittelA14KJP08.04.20221,751000EUR5.557.148
HochtiefA2LQ5M03.07.20251,751000EUR4.825.366
Hapag-LloydA2GSC015.07.20245,1251000EUR3.248.445
Deutsche BankDB7XJJ17.02.20252,751000EUR1.687.885
Anheuser-BuschA18ZDM17.03.20200,4291000EUR1.196.803
Dic AssetA2GSCV11.07.20223,251000EUR1.124.850
NorwegenA0TVTE22.05.20194,51000NOK850.064
RCI BanqueA19PFZ26.09.20220,751000EUR681.996
 *Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Zeitraum: 04.07.-10.07.2018
 
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Verfasst am 13.07.2018 um 11:00 Uhr.
Veröffentlicht am 13.07.2018 um 11:10 Uhr.
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