Nachrichten

Marktbericht: update von 15:30 Uhr · 17.04.2018 15:30 Uhr

Japan & EU besiegeln JEFTA - Netflix-Aktie stürzt ab

Flaggen von Japan und der EU
Quelle: rawf8 / Shutterstock.com
Beitrag teilen
Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich erneut ein zurückhaltender Handel ab. Enttäuschende Quartalszahlen sorgten bei der Videoplattform Netflix im nachbörslichen US-Handel für einen Kurssturz. Der DAX zeigt sich kaum verändert.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:04min, 17. Juli 2018, 11:08 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 17.07.2018 -
Vertreter der Europäischen Union wollen heute mit den Repräsentanten Japans das bislang größte Freihandelsabkommen zwischen beiden Parteien unterzeichnen. Der seit 2013 vorbereitete Pakt soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen. Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit ein sehr interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen. In Japan und der EU leben insgesamt mehr als 600 Millionen Einwohner.
Nach dem Gipfel mit Kremlchef Wladimir Putin wächst der Druck auf US-Präsident Donald Trump. Während aus Russland viel Lob kam, schlug Trump in der Heimat eine Welle parteiübergreifender Kritik an seinem Kuschelkurs gegenüber Putin entgegen. Selbst einer der größten Trump-Unterstützer, der Republikaner New Gingrich, sprach am Montagabend (Ortszeit) vom bislang ernsthaftesten Fehler des Präsidenten seit Amtsantritt vor rund anderthalb Jahren.
Kreml-Chef Wladimir Putin hat auch nach dem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump in Helsinki jede staatliche russische Einmischung in die US-Wahlen im Jahr 2016 zurückgewiesen. "Russland als Staat hat sich nie in die internen Angelegenheiten der Vereinigten Staaten eingemischt", betonte Putin in einem Interview des US-Senders Fox News in einer englischen Übersetzung. Nach Angaben von Fox News wurde das Interview am Montag nach dem Gipfel von Putin und Trump in Helsinki aufgezeichnet.
Donald Trump hatte in einer Pressekonferenz am Montag betont, dass er den Worten Putins glaube. Damit widerspricht er allerdings den Analysen der eigenen Geheimdienste.
Die britische Premierministerin Theresa May hat ein weiteres kleines Etappenziel ihrer Brexit-Strategie erreicht. Mit einer Mehrheit von 33 Stimmen votierten die Abgeordneten des Parlaments am späten Montagabend im dritten Anlauf für ein Zollgesetz, das sich auf die Zeit nach dem Ausstieg aus der Europäischen Union bezieht. Allerdings musste May bei dem turbulenten Schlagabtausch Zugeständnisse an die Euroskeptiker eingehen.
Der DAX notiert aktuell bei 12.571 Punkten mit 0,1 Prozent im Plus.

Trübe Quartalszahlen: Netflix-Aktie stürzt ab

Der Online-Videodienst Netflix hat mit einem überraschend schwachen Nutzerwachstum im zweiten Quartal enttäuscht. Auch Umsatz und Ausblick blieben hinter den Erwartungen zurück, wie der am Montag nach US-Börsenschluss veröffentlichte Geschäftsbericht des Unternehmens aus dem kalifornischen Los Gatos offenbarte. Die Quittung der Anleger folgte unmittelbar: Im nachbörslichen US-Handel stürzte die Aktie zeitweise um mehr als 14 Prozent ab.
"Wir hatten ein starkes, aber kein herausragendes Quartal", räumte Netflix ein und gab zu, sich bei seinen Vorhersagen verkalkuliert zu haben. Vor allem die Abozahlen überzeugten nicht. Im US-Heimatmarkt kamen von April bis Juni nach Unternehmensangaben 670.000 neue Nutzer hinzu, international 4,47 Millionen. Analysten und auch Netflix selbst hatten mit deutlich mehr gerechnet. Zur Jahresmitte brachte es der Streaming-Riese insgesamt auf gut 130 Millionen Nutzer.
Der Ausblick auf das laufende Vierteljahr kam ebenfalls nicht gut an: Netflix, das sich mit Serienhits wie "House of Cards" einen Namen machte und derzeit etwa in Indien große Expansionspläne verfolgt, geht von fünf Millionen neuen Nutzern aus. Die Prognosen der Analysten hatten bei 6,3 Millionen gelegen. Im abgelaufenen Quartal schoss der Umsatz im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar in die Höhe, blieb aber ebenfalls unter den Erwartungen. Obwohl der Gewinn in den drei Monaten bis Ende Juni verglichen mit dem Vorjahr von 65,6 Millionen auf 384,3 Millionen Dollar (328,0 Mio Euro) wuchs, war die Enttäuschung an der Wall Street groß.
Allerdings zählte Netflix zuvor auch lange zu den Überfliegern an der Börse - seit Jahresbeginn hatte sich der Aktienkurs schon mehr als verdoppelt. Einige Experten hielten eine Korrektur deshalb schon länger für unausweichlich.

Turbulenzen bei ThyssenKrupp

Der Industriekonzern ThyssenKrupp muss nach dem überraschenden Rücktritt von Unternehmenschef Heinrich Hiesinger einen weiteren wichtigen Abgang verkraften: Ulrich Lehner wird mit Wirkung zum 31. Juli 2018 sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG niederlegen und aus dem Aufsichtsrat ausscheiden.
Anleger verbinden damit offenbar die Hoffnung, dass der Konzern tiefgreifender umgestaltet wird als bislang gedacht. Die Aktien verteuerten sich bisher um 8,0 Prozent auf 22,24 Euro.

Zahlen von HELLA kommen gut an

Der Autozulieferer HELLA profitiert hierzulande offensichtlich stark von neuen Trends wie dem Autonomen Fahren.
In den zwölf Monaten bis Ende Mai zogen sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis deutlich an.
Das Unternehmen habe starke Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt, schrieb ann auch Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan.
HELLA-Aktien kletterten um 4,1 Prozent auf 51,30 Euro.

Goldman Sachs verdient deutlich mehr als erwartet

Die führende US-Großbank Goldman Sachs hat dank guter Geschäfte an den Kapitalmärkten deutlich mehr verdient. Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 2,35 Milliarden Dollar (2 Mrd Euro) gestiegen, teilte das Geldhaus heute in New York mit. Damit überraschte die Bank die Experten positiv, die mit einem geringeren Gewinnanstieg gerechnet hatten. Ebenfalls stärker als erwartet zogen die Erträge an. Diese legten um rund ein Fünftel auf 9,4 Milliarden Dollar zu. Dabei zog vor allem das zuletzt oft schwächelnde Geschäft im Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen für Kunden kräftig an. Hier stiegen die Erträge im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Aber auch im klassischen Investmentbanking - also der Beratung bei Übernahmen und Fusionen sowie der Unterstützung bei Ausgabe von Aktien oder Schuldtiteln - lief es gut. Hier stiegen die Erträge um 18 Prozent auf etwas mehr als zwei Milliarden Dollar.
Erstellt am 17.07.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 17.07.2018, um 15:30 Uhr.
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter: https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise