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Einbruch nach Quartalszahlen · 18.07.2018 10:22 Uhr

Netflix: Erneute Bären-Attacke

Netflix logo on a TV screen
Quelle: r.classen/Shutterstock
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Netflix konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen: Nach der enormen Rally der vergangenen Monate brach die Aktie gestern nach Bekanntgabe der Zahlen für Q2 um rund 14 Prozent ein. Kann sich der Aufwärtstrend der Aktie dennoch fortsetzen?

-Gastbeitrag Commerzbank-
Die Netflix-Aktie bewegt sich in einem intakten langfristigen Aufwärtstrend. Der Anteilsschein des Video-Streamingdienstleisters hatte im Jahr 2012 ein bedeutendes Korrekturtief bei 7,54 USD markiert. Im Rahmen des seither laufenden Aufwärtsimpulses schraubte sich die Notierung bis auf ein am 21. Juni markiertes Rekordhoch bei 423,21 USD empor. Darunter formte sich anschließend eine bearishe Inselumkehr. Diesem Warnsignal für eine deutlichere Korrekturbewegung folgten jedoch keine Anschlussverkäufe. Stattdessen arbeitete sich der Wert nach mehrtägiger Stabilisierung wieder in Richtung des Rekordhochs vor. Knapp darunter verließen den Bullen jedoch wieder die Kräfte. Die Notierung rutschte unter die 20-Tage-Linie (rot) und testete den Support der Aufwärtstrendlinie vom April-Tief. In Reaktion auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen brach die Aktie schließlich im gestrigen Handel in der Spitze um rund 14 Prozent ein. Dabei komplettierte sie ein mehrwöchiges Doppeltop, rutschte unter die 50-Tage-Linie (schwarz) und die Aufwärtstrendlinie vom Tief im Dezember 2017 auf ein 8-Wochen-Tief bei 344,00 USD. Ausgehend von der dort befindlichen mittelfristig bedeutsamen Unterstützungszone, konnte der Wert bis zum Handelsschluss einen großen Teil der intraday gesehenen Verluste wieder wettmachen. Mit dem Tagesschluss bei 379,48 USD wurden die meisten im Handelsverlauf verletzten Unterstützungen zurückerobert. Die bei sehr hohem Handelsvolumen gerissene Abwärtslücke blieb jedoch in ihrer bearishen Aussage bestehen. Entscheidend für die Beurteilung, ob die Abwärtskorrektur vom Rekordhoch mit dem gestrigen Sell-off bereits beendet ist und sich der übergeordnete Aufwärtstrend unmittelbar fortsetzen kann, dürfte die nächste Widerstandszone 391,75-403,36 USD sein. Solange kein Tagesschluss darüber gelingt, bleibt der Anteilsschein anfällig für eine Ausdehnung der Abwärtskorrektur. Darüber würde hingegen die These einer bereits komplettierten dreiwelligen Abwärtskorrektur an Überzeugungskraft gewinnen. Bestätigt würde diese These jedoch erst über der Widerstandszone 419,77/423,21 USD. Dann wäre eine Fortsetzung der Hausse mit nächsten potenziellen Zielen bei 444,75/453,46 USD und eventuell 469,58-500,00 USD möglich. Ein Rutsch unter die im Test befindliche horizontale Supportzone bei 332,06-345,35 USD per Tagesschluss wäre eine Bestätigung für eine deutliche Ausdehnung des intakten Korrekturtrends. In diesem Fall würde die wichtige Supportzone bei 271,22-292,62 USD als mögliche mittelfristige Zielzone in den Fokus rücken. Zwischengeschaltet befinden sich potenzielle Ziele und Unterstützungen bei 322,43/323,43 USD und 303,39/305,73 USD.
Erhalten von der Commerzbank am 18.07.2018 um 09:56 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 18.07.2018 um 10:22 Uhr.
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