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Marktbericht: update von 14:50 Uhr · 20.04.2018 14:50 Uhr

Bilanzen sorgen für heftige Ausschläge - Trump-Aussagen zur Fed und zu neuen Zöllen belasten

Handelshafen
Quelle: Travel mania / Shutterstock.com
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Der DAX hat sich auch heute von seinem im Wochenverlauf erreichten Monatshoch weiter entfernt. Eine Mischung aus dem stärker tendierenden Euro, leichteren Kursen an der Wall Street und neuen Sorgen um den Welthandel drücken die Stimmung.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:05min, 20. Juli 2018, 10:55 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 20.07.2018 -
US-Präsident Donald Trump hat seine Entschlossenheit zu einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit China noch einmal bekräftigt. Er sei bereit, die Zölle auf chinesische Waren massiv auszuweiten, sagte Trump in einem Interview mit den Fernsehsender CNBC, das am Freitagmittag ausgestrahlt wurde.
Der Präsident bezifferte den Wert der betroffenen Waren erneut auf 500(!) Milliarden US-Dollar. Er werde das tun, weil es das Richtige für die USA sei, sagte Trump.
Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hatte die amerikanische Regierung bereits Strafzölle unter anderem gegen China und gegen die EU erhoben. Der Präsident hatte zuvor von möglichen weiteren Strafzöllen auf dann alle chinesische Einfuhren in einem Volumen von rund 500 Milliarden Dollar gesprochen.
Außerdem sorgte Trump mit Kritik an der Leitzins-Erhöhung der Notenbank Federal Reserve (Fed) für Verwunderung und Verwirrung. Bei CNBC sagte er dazu: "Ich bin nicht begeistert (...). Ich bin nicht glücklich, aber gleichzeitig lasse ich sie machen, was sie für das Beste halten". Außerdem nannte der US-Präsident Notenbank-Chef Jerome Powell, den er selbst ernannt hatte, einen "sehr guten Mann".
Durch diese Aussagen geriet der US-Dollar unter Druck. Somit legte der Euro zur US-Währung zu. Die Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,1671 US-Dollar.
In Japan bleibt die Inflation weiter deutlich hinter dem Notenbankziel zurück. Die Verbraucherpreise sind im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent gestiegen, wie die Regierung heute in Tokio mitteilte. Damit verharrte der Wert auf dem Mai-Niveau. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg um 0,8 Prozent und damit etwas stärker als noch im Mai. Dies war von Ökonomen erwartet worden. Sie liegt weiter deutlich unter dem Zielwert der japanischen Zentralbank von zwei Prozent.
In Deutschland sind die Erzeugerpreise im Juni wie erwartet deutlich gestiegen. Sie legten um 3,0 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat zu, teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit. Analysten hatten dies prognostiziert. Im Vormonat hatte der Anstieg 2,7 Prozent betragen.
Enttäuschende Bilanzen von Großkonzernen haben gestern für Kursabschläge an der Wall Street in New York gesorgt. Ebay stürzte um mehr als neun Prozent ab. Das Online-Auktionshaus hat wegen schleppender Geschäfte bei seinem Ticketportal StubHub seine Umsatzziele reduziert. Alcoa brachen um zehn Prozent ein. Der Aluminiumkonzern bekam im zweiten Quartal die Folgen der US-Zollpolitik zu spüren und musste deshalb seine Gewinnprognose senken. Besser lief es dagegen bei IBM, Walt Disney und Microsoft.
Der DAX notiert aktuell bei 12.522 Punkten mit 1,3 Prozent im Minus.

Ölpreise geben Gewinne ab

Die Ölpreise haben ihre Gewinne vom heutigen Morgen wieder abgegeben.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete gegen Mittag 72,48 US-Dollar. Das waren zehn Cent weniger als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August stieg um acht Cent auf 69,54 Dollar.
Bis zum Mittagshandel konnten die Ölpreise noch deutlich zulegen. WTI war zeitweise bis auf 70,45 Dollar gestiegen. Doch dann sorgten auch hier die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump für einen Dämpfer.
Seit der Wochenmitte waren die Ölpreise auf Erholungskurs, nachdem sie in den Handelstagen zuvor zum Teil stark gefallen waren. Unter anderem hatte die Sorge vor einem Handelskrieg führender Industriestaaten und einem Abflauen der Weltwirtschaft die Ölpreise belastet.
Marktbeobachter erklärten die zeitweise steigenden Ölpreise im Vormittagshandel mit jüngsten Aussagen des Vertreters von Saudi-Arabien bei der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Demnach werde nur so viel Rohöl exportiert, wie die Kunden tatsächlich benötigten.
Zuvor war Saudi-Arabien durch Aussagen des US-Präsidenten unter Druck gesetzt worden. Trump hatte eine höhere Fördermenge des OPEC-Landes gefordert, um so die Ölpreise zu drücken. Weiter hieß es aus Saudi-Arabien, dass die Öl-Exporte im Juli in etwa auf dem Niveau vom Juni liegen dürften. Im August sei zudem ein Rückgang um 100.000 Barrel pro Tag zu erwarten.
 
Erstellt am 20.07.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 20.07.2018, um 14:50 Uhr.
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