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Marktbericht: update von 16:30 Uhr · 26.04.2018 16:30 Uhr

Grundsatz-Deal: Trump und Juncker sorgen für Überraschung

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Bei einem Krisentreffen in Washington haben sich US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Vorabend überraschend auf einen Plan zur Beilegung des Handelskonflikts verständigt. Der DAX legt daraufhin wieder zu.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:09min, 26. Juli 2018, 11:28 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 26.07.2018 -
Auch einige US-Unternehmen und Bauern leiden bereits unter der Handelspolitik von Donald Trump. Deshalb stand der US-Präsident beim Treffen mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker erheblich unter Druck. Zuletzt häuften sich auch die kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen der Republikaner sowie von Unternehmern.
Nun scheint es so, als sei eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der EU in letzter Minute abgewendet worden. Beim Krisentreffen in Washington verständigten sich Trump und Juncker überraschend auf einen konkreten Plan zur Beilegung des Konflikts.
Dabei sollen nun Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. Mögliche hohe US-Zölle auf Autos sind nach Auffassung der EU vorerst vom Tisch.
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sprach von einem Erfolg europäischer Einigkeit. Die FDP begrüßte die Übereinkunft, warnte aber vor verfrühtem Jubel.
Die USA und die EU wollten nun über die Angleichung von Standards reden und gemeinsam an einer Reform der Welthandelsorganisation (WTO) arbeiten, erklärte Juncker. Trump sagte, dass die EU künftig mehr Sojabohnen und Flüssiggas aus den USA importieren werde. Juncker fügte hinzu, das Übereinkommen sei mit dem Verständnis erzielt worden, dass während laufender Verhandlungen keine neuen Zölle verhängt und die derzeitigen Sonderabgaben auf Stahl und Aluminium überprüft würden.
"Ich hatte die Absicht, heute eine Übereinkunft zu erzielen, und wir haben heute eine Übereinkunft erzielt", sagte Juncker. Trump erklärte, beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, bei Industriegütern auf die Abschaffung von Zöllen, Handelsbeschränkungen und Subventionen hinarbeiten zu wollen. Man strebe an, bei Dienstleistungen sowie chemischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten Handelsbarrieren abzubauen.
Trump betonte, man werde nicht gegen den Geist des Abkommens verstoßen. Er ergänzte, man werde das Problem der von den USA verhängten Stahl- und Aluminiumzölle ebenso lösen wie das der EU-"Vergeltungszölle". Damit meinte er Zölle, die die EU schon auf Whiskey, Jeans und Motorräder aus den USA verhängt hatte.
Die von Trump angedrohten Automobilzölle hätten besonders deutsche Unternehmen getroffen. Die deutsche Industrie atmete daher auf. Die Bereitschaft der EU und der USA, über den Abbau von Handelsbarrieren zu verhandeln, setze ein wichtiges Zeichen der Entspannung, erklärte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). "Die Zollspirale im transatlantischen Handel scheint vorerst gestoppt zu sein. Jetzt müssen den Worten aber auch Taten folgen."
Auch die Bundesregierung zeigte sich erleichtert. Wirtschaftsminister Peter Altmaier attestierte Juncker und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, diese hätten "großartig verhandelt: Zölle runter, nicht rauf!" Damit würden freier Handel und Millionen Jobs gesichert.
Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, begrüßte die Vereinbarung: Die Weltwirtschaft könne davon nur profitieren.
Außenminister Heiko Maas erklärte, Europa habe bewiesen, "dass es sich nicht spalten lässt". "Und wir haben gesehen: Wenn Europa geeint auftritt, hat unser Wort Gewicht", sagte er am Donnerstag während seiner Asienreise in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Juncker habe gezeigt, "dass es eben am Ende nicht darum geht, wer die größten Buchstaben bei Twitter benutzt, sondern darum, ob man reale Lösungen anzubieten hat oder nur starke Sprüche", sagte Maas mit einem Seitenhieb auf Trump. Die Basis des US-Präsidenten spüre, dass amerikanische Farmer und Industriearbeiter nur verlieren könnten, "wenn wir uns gegenseitig mit immer irreren Strafzöllen überziehen". Amerika und Europa seien keine Gegner, sagte Maas weiter. "Ich hoffe, dass diese Erkenntnis auch im Weißen Haus wieder zu dem wird, was sie bis vor kurzem war: eine Selbstverständlichkeit." Damit bezog er sich auf eine Äußerung Trumps, der die EU vor dem Nato-Gipfel Anfang Juli als Gegner bezeichnet hatte.
Skeptischer äußerte sich die FDP. Die Annäherung sei ein positives Signal. Ob die Vereinbarungen aber belastbar seien, "wird sich erst noch zeigen müssen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Alexander Graf Lambsdorff, der Deutschen Presse-Agentur. Trump habe sich zu oft als unberechenbar erwiesen.
Dieser teilte nach dem Treffen mit Juncker auf Twitter mit, man habe sich auf "eine sehr starke Übereinkunft" verständigt. "Die Arbeit an Dokumenten hat bereits begonnen und der Prozess schreitet schnell voran." Bei den Gesprächen habe eine "großartige Wärme" geherrscht.
Der US-Präsident sprach nach dem Treffen von einem "großen Tag". Das Gespräch mit Juncker habe dazu gedient, "eine neue Phase in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union einzuleiten. Eine Phase enger Freundschaft, starker Handelsbeziehungen, in denen wir beide gewinnen werden."
Außerdem werde die EU "fast sofort" damit beginnen, große Mengen Sojabohnen aus den USA zu kaufen, sagte Trump. "Das ist eine große Sache." Damit würden Märkte für Landwirte geöffnet, was zu wachsendem Wohlstand in den USA und der EU führen werde. "Es wird den Handel außerdem fairer und gegenseitiger machen."
Der US-Präsident bedankte sich für den Import von Sojabohnen ausdrücklich bei Juncker. Der Handelskonflikt der USA mit China hat zu massiven Einbußen bei amerikanischen Sojabohnen-Bauern geführt. Das Weiße Haus teilte am Mittwoch mit, China habe "den internationalen Sojabohnenmarkt manipuliert".
Um die Folgen des Handelskonflikts für Landwirte zu mildern, hatte die US-Regierung ein milliardenschweres Nothilfe-Paket verkündet.
Trump sagte weiter: "Die EU will mehr Flüssiggas von den Vereinigten Staaten importieren. Sie werden ein sehr, sehr großer Käufer sein." Damit werde die EU ihren Energiebezug diversifizieren können. Trump ist ein erklärter Gegner der Gas-Pipeline Nord Stream 2, die Deutschland gemeinsam mit Russland vorantreibt.
Der DAX reagierte bisher mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent auf 12.752 Punkte.

EZB bleibt auf Kurs

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrem allmählichen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik fest. Die Währungshüter peilen nach Jahren im Krisenmodus weiterhin ein Ende ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe zum Jahresende 2018 an, wie heute im Anschluss an eine Ratssitzung in Frankfurt mitgeteilt wurde. Mit einer Zinswende hat es die Notenbank zunächst aber nicht eilig.

Den Leitzins im Euroraum beließen die Währungshüter bei ihrem turnusmäßigen Treffen auf dem Rekordtief von null Prozent.

Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

Bereits im Juni hatten die Währungshüter unter ihrem Präsidenten Mario Draghi in Aussicht gestellt, das Volumen ihrer Anleihenkäufe ab September von bisher 30 Milliarden Euro pro Monat zunächst auf 15 Milliarden zu senken, bevor das Programm Ende des Jahres komplett eingestellt wird. Diese Überlegungen bekräftigten die Währungshüter nun.

Die Leitzinsen sollen aber mindestens bis "über den Sommer 2019" hinaus auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben. Konkretere Angaben zum Zeitpunkt machte die Notenbank am Donnerstag zunächst nicht.

Beobachter erwarten, dass die EZB zunächst die Strafzinsen für Kreditinstitute verringern dürfte.

Bis die erste Zinserhöhung auf dem Sparkonto ankommt, könnte nach Einschätzung einiger Ökonomen noch einmal ein Jahr vergehen.

Während Sparer unter der Zinsflaute leiden, profitieren Kreditnehmer von dem billigen Geld. Seit Beginn des vor allem in Deutschland umstrittenen Kaufprogramms im März 2015 hat die Notenbank Staats- und Unternehmensanleihen im Gesamtwert von 2,46 Billionen Euro (Stand: Juni) erworben.

Auch nach einem Ende der Käufe wird die EZB noch eine Weile ein großer Spieler am Anleihenmarkt sein: Gelder aus auslaufenden Papieren werden wieder investiert.

Mit der Geldflut will die EZB die Konjunktur stützen und die Inflation anheizen. Mittelfristig strebt die Notenbank Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das könnte die Konjunktur abwürgen.

Im Juni stieg die Jahresinflationsrate im Euroraum nach Angaben des Statistikamtes Eurostat vor allem wegen höherer Energiepreise auf 2,0 Prozent.

Daimler-Gewinn rutscht wegen hoher Sonderkosten ab

Beim Auto- und Lastwagenbauer Daimler wachsen die Probleme. Im zweiten Quartal rutschte der Gewinn wegen hoher Sonderkosten ab.
Dazu sind die Aussichten in der wichtigen Kernsparte Mercedes-Benz weiter mau. Auch im laufenden dritten Quartal rechnet Vorstandschef Dieter Zetsche mit Belastungen, weil der Konzern bei der Zertifizierung von Pkws und kleinen Nutzfahrzeugen nicht so weit ist wie gedacht.
Allerdings sind die Anleger am Markt erleichtert, dass die deutschen Autobauer nach dem Treffen von Trump und Juncker vielleicht doch noch von höheren US-Zöllen verschont werden.
Kostspielige Software-Updates für Dieselfahrzeuge, Auslieferungsstopps und der neue Abgasteststandard WLTP sorgen jedoch dafür, dass manche Daimler-Modelle für die Kunden vorübergehend nicht verfügbar sind. Erst im vierten Quartal soll wieder Besserung eintreten, Rückstände sollen dann abgearbeitet werden. "Die Automobilindustrie und damit auch wir haben eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern. Deshalb ist es wichtig, dass wir konsequent unsere Strategie umsetzen", sagte Zetsche. Der Manager will weiter in neue Modelle und Technologien investieren, aber auch den Konzernumbau zur Holding vorantrieben, der die einzelnen Geschäftsfelder flexibler machen soll.
Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum rutschte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 29 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro ab. Vor Steuern und Zinsen ging das Ergebnis ebenfalls um fast ein Drittel auf 2,64 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten in etwa mit solchen Werten gerechnet.
Rechtskosten für den Vergleich rund um das Mautsystem Toll Collect belasteten das operative Ergebnis mit 418 Millionen Euro. Der Umsatz ging trotz eines höheren Fahrzeug-Absatzes insgesamt um ein Prozent auf 40,76 Milliarden Euro zurück.
Bei Mercedes-Benz musste Daimler höhere Rabatte geben, weil Kunden in China sinkende Zölle für Autos aus Europa für ihre Preisverhandlungen bei den Händlern nutzten. Die am Markt viel beachtete operative Marge im Pkw-Geschäft fiel von dem starken Vorjahreswert von zehn Prozent auf jetzt 8,4 Prozent.
Der Handelsstreit zwischen den USA und China fährt dem Unternehmen aber weiter in die Parade. Weil China als Gegenmaßnahme zu US-Zöllen Autos aus den USA mit höheren Einfuhrabgaben belegt, hatte Daimler schon vor wenigen Wochen die eigene Ergebnisprognose gesenkt. Insgesamt rechnet der Autobauer beim Pkw-Absatz im Gesamtjahr auch nur noch mit dem Niveau des Vorjahres, während die Stuttgarter bisher von einem leichten Anstieg ausgingen.
Daimler investiert weiter stärker in neue Technologien wie autonomes Fahren und Elektroantriebe. Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen stiegen um sieben Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. "Unser Ergebnis sowie die gute Liquiditäts- und Finanzsituation ermöglichen uns auch weiterhin, in die Zukunft und in neue Technologien zu investieren", sagte Finanzchef Bodo Uebber. Im Gesamtjahr sollen die Investitionen über den Vorjahreswert von 8,7 Milliarden Euro steigen. Rund drei Viertel des Geldes entfällt auf die Pkw-Sparte.
Die Daimler-Aktie notiert aktuell bei 59,40 Euro mit 2,6 Prozent im Plus.

Europas Datenschutz-Regeln bremsen Facebook

Facebook kämpft weiter mit den Auswirkungen der die EU-Datenschutzverordnung und dem Skandal um Cambridge Analytica.
In Europa ging die Zahl der täglich und monatlich aktiven Nutzer nach Greifen der neuen Datenschutz-Regeln zurück. Nachdem Facebook im vergangenen Quartal die Analysten-Erwartungen auch beim Umsatz verpasste und die Führungsriege nur eine sehr vorsichtige Prognose abgab, stürzte die Aktie zeitweise um bis zu 23(!) Prozent ab. Damit sank der Börsenwert von Facebook innerhalb weniger Stunden um fast 125 Milliarden US-Dollar (107 Mrd Euro).
Ob dies eine Überreaktion war, wird sich zeigen. Denn Facebook ist weiterhin eine "Geldmaschine". Der Quartalsumsatz stieg dank des boomenden Geschäfts mit Online-Werbung im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 13,23 Milliarden Dollar (11,31 Mrd. Euro). Der Gewinn wuchs um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar.
Die Aktie war bisher auf Rekordjagd und hatte erst vor der Präsentation der Quartalszahlen den nächsten Höchststand markiert.Facebook betonte, dass die europäische Datenschutz-Grundverordnung zumindest bisher den Umsatz nicht beeinträchtigt habe.
Zugleich fiel die Zahl mindestens einmal im Monat aktiver Nutzer in Europa aber von 377 auf 376 Millionen. Bei den täglich zurückkehrenden Mitgliedern gab es sogar einen Rückgang von 282 auf 279 Millionen. Facebook-Manager gaben keine Prognose dazu ab, wie sich diese Zahlen weiter entwickeln werden.
Firmenchef Mark Zuckerberg sagte zugleich, es sei ermutigend, dass die große Mehrheit der Nutzer in Europa der weiteren Datenauswertung für personalisierte Werbung zugestimmt habe.
Insgesamt legte die Zahl monatlich aktiver Facebook-Nutzer weltweit von knapp 2,2 auf 2,234 Milliarden zu. Das Wachstum verlangsamte sich damit.
In dieser Situation führte der Konzern eine neue Rechenart ein. Auf mindestens eine App aus dem Facebook-Konzern - dazu gehören unter anderem auch die Fotoplattform Instagram und der Chatdienst WhatsApp - griffen im Juni rund 2,5 Milliarden Nutzer zu, hieß es.
Bei den Anlegern kamen die Nutzerzahlen schlecht an, weil die Reichweite entscheidend für Facebooks Werbegeschäft ist. Starke Zweifel am Facebook-Geschäft hatten sie zuletzt beim Börsengang im Jahr 2012 als es schien, dass Facebok das Geschäft auf Smartphones verpassen könnte. Doch das Online-Netzwerk fand schnell einen Weg, Anzeigen auch auf dem Handy in den Newsfeed der Nutzer zu integrieren - sogar noch erfolgreicher als ursprünglich auf einem klassischen Computer.
Inwieweit der beispiellose Sturm der Kritik nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica ebenfalls das Wachstum gebremst haben könnte, blieb unklar. Im wirtschaftlich wichtigsten Heimatmarkt gibt es schon seit mehreren Quartalen keinen Zuwachs der Mitgliederzahlen.
Dabei erzielte Facebook in Nordamerika im vergangenen Quartal mehr als 25 US-Dollar Umsatz pro Nutzer. In Europa waren es nur 8,6 Dollar.
Facebook selbst hatte zuvor gewarnt, dass die Zahl der monatlich und täglich aktiven Nutzer in Europa im zweiten Quartal voraussichtlich stagnieren oder leicht zurückgehen werde. Auslöser sei die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, die seit dem 25. Mai befolgt werden muss.
Es war auch das erste komplette Quartal seit dem Ausbruch des Datenskandals um Cambridge Analytica Mitte März. Das Online-Netzwerk war unter massive Kritik geraten, weil einst Daten von Millionen Nutzern an die Datenanalyse-Firma abgeflossen waren. Zugleich hatte Facebook bisher erklärt, dass die Kontroverse die Nutzung nicht beeinträchtigt habe.
"Insgesamt ist es ein entscheidendes Jahr für Facebook", sagte Zuckerberg. Das Online-Netzwerk kommt aus Stürmen der Kritik bisher nicht heraus. Erst ging es um die Rolle von Facebook im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, in dem soziale Medien für mutmaßlich von Russland aus geführte Propaganda-Kampagnen und die Verbreitung gefälschter Nachrichten benutzt wurden. Facebook reagierte unter anderem damit, dass der Newsfeed der Nutzer stärker auf Beiträge von Freunden und Familie ausgerichtet wurde. Mögliche negative Auswirkungen auf das Geschäft nehme Facebook mit Blick auf eine positivere Zukunft in Kauf, hieß es damals.
Unterdessen hat der US-Konzern weiter Probleme in China. Nachdem das im Reich der Mitte von der Zensur blockierte soziale Netzwerk in der ostchinesischen Stadt Hangzhou eine Firma für eine Innovationsplattform gegründet hatte, wurde die Zulassung einfach wieder entzogen. Die Entscheidung habe die Cyber-Verwaltung in Peking gefällt, berichtete die "New York Times" am Donnerstag unter Berufung auf eine Person, die mit dem Fall vertraut sei.
Es habe Differenzen zwischen der nationalen Internetaufsicht und den lokalen Stellen in der Provinz Zhejiang gegeben, wo Hangzhou liegt. Die zentrale Cyber-Verwaltung sei "verärgert" gewesen, weil sie sich nicht genügend einbezogen fühlte. Die Wende bedeute nicht zwingend das Ende der Chancen für Facebook, ein Unternehmen in China zu gründen, lasse aber einen Erfolg weniger wahrscheinlich werden, wurde die Person zitiert, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Norma nach Gewinnwarnung auf Zehnmonatstief

Kalte Dusche für Norma-Aktionäre: Die Papiere haben mit einem Kursverfall auf eine Gewinnwarnung des Autozulieferers reagiert. Zeitweise notierten sie um mehr als sieben Prozent tiefer bei 52,65 Euro. Aktuell liegt der Kurs bei 54,20 Euro mit 5,1 Prozent im Minus. Damit ist Norma der schwächste Wert im MDAX.
Die Aktie befindet sich nun auf dem niedrigsten Kursniveau seit September 2017. Damit summiert sich das Minus seit dem Rekordhoch der Papiere Mitte Juni auf rund ein Viertel.
Höhere Rohstoffkosten und US-Zölle bereiten dem Spezialisten für Verbindungstechnik Schwierigkeiten. Die um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite dürfte 2018 nun nur noch zwischen 16 und 17 Prozent landen, teilte das Unternehmen heute mit. Bisher war der Zulieferer für die Autoindustrie und die Landwirtschaft von mehr als 17 Prozent ausgegangen.
Wegen des starken Umsatzwachstums und zunehmender Materialknappheit würden zudem Sonderkosten in der Beschaffung und Logistik entstehen, hieß es.
 
Erstellt am 26.07.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 26.07.2018, um 16:30 Uhr.
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