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Aktie von HelloFresh · 30.07.2018 10:10 Uhr

Frisches aus der Box

Hello Fresh Kochbox
Quelle: ThomasDeco / Shutterstock
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HelloFresh gehört zu den führenden Kochbox-Lieferdiensten. Das Geschäft läuft rund: Das Unternehmen verzeichnet einen starken Kundenzuwachs und konnte im ersten Quartal 60 Prozent zulegen. Im Gegensatz zum Konkurrenten Blue Apron...

-Gastbeitrag von Tim Schäfer-
Es gibt zwei führende Kochbox-Lieferdienste. Es ist in den USA Blue Apron, in Deutschland ist es HelloFresh. Die Boxen sind gefüllt mit Lebensmitteln und Zutaten passend zu den Personen im Haushalt. Ob BBQ-Pfeffer-Steak in Tabasco-Tomaten-Soße, Rosmarin-Hähnchenbrust oder buntes Kokos-Gemüse-Curry, es kommt gut bei den Verbrauchern an.
Aber: Geld zu verdienen mit den Boxen ist nicht leicht. Blue Apron ist abgestürzt, die Aktie hat 80 % ihres Wertes eingebüßt. Dagegen schneidet die Berliner HelloFresh, die im November ihr Debüt in Frankfurt auf dem Börsenparkett feierte, gut ab. Die zu 10,25 Euro emittierten Aktien kosten aktuell rund 14,60 Euro.

Weltweit 1,88 Millionen Kunden

Dank des starken Kundenzuwachses hat der Kochbox-Profi alle Hände voll zu tun. Weltweit hat das Unternehmen 1,88 Millionen aktive Kunden, das sind 61 % mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz legte im 1. Quartal währungsbereinigt um 60 % zu. Besonders kommt der Koch-Profi in den USA voran, wo er 1,21 Millionen Kunden hat. HelloFresh ist daneben in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Australien, Österreich, Schweiz und Kanada tätig.
Die Prognose für das laufende Jahr hat Vorstandschef Dominik Richter erhöht. Der Gründer ist zufrieden: „Wir haben unsere führende globale Position gestärkt und die Markteintrittshürden für potentielle Wettbewerber weiter erhöht.“ Im Auftaktquartal erreichte er erstmals einen positiven Kapitalfluss: Der operative Cashflow warf 6,6 Mio. Euro ab. In der Kasse liegen 330 Mio. Euro. Bis Silvester soll der Umsatz zwischen 30 und 35 % zulegen, bislang war Richter nur von bis zu 30 % ausgegangen.

Eine Box kostet 7 bis 10 Euro

Im Hauptmarkt USA kostet eine Mahlzeit grob zwischen 10 und 10,75 USD. HelloFresh verlangt in Deutschland rund 7 bis 10 Euro. Die Box kommt versandkostenfrei an die Haustür. Der Vorteil der Kochboxen ist, dass es keinen Ausschuss gibt. In deutschen Supermärkten werden erfahrungsgemäß 10 % der Lebensmittel nie verkauft. Sie enden im Müll. In den USA sollen sogar 25 bis 35 % verderben und im Abfall landen, sagt Dominik Richter. Dieser hohe Ausschuss ist in den Preisen enthalten. Die Berliner können den Abfall reduzieren.
Sie haben keine Lager. Lebensmittel werden in große Logistikzentren geliefert, direkt verpackt und versendet. Die Ware liegt nicht länger als zwei oder 3 Tage herum. Am Wochenende ist das Lager nahezu leer, erklärt das Management. Der Abfall liegt nach Unternehmensangaben unter 1 %.
Ende März haben die Berliner den US-Konkurrenten Green Chef übernommen. Das hilft dem Umsatz auf die Sprünge. Green Chef hat sich auf die Spezialdiäten Paleo, Keto und Glutenfrei spezialisiert. Dank des Zukaufs hofft HelloFresh, seinen Kunden mehr Vielfalt anbieten zu können. Dahin geht der Trend: Konkurrent Sun Basket aus San Francisco hat Bio-Nahrung samt Zutaten aus nachhaltigem Anbau im Sortiment einschließlich Vegetarisches und Glutenfreies. PeachDish bietet Südstaaten-Küche. Startup Terra’s Kitchen aus Baltimore hat die Mittelmeer-Küche im Fokus.

2011: Die Anfänge

HelloFresh wurde 2011 in Berlin von Dominik Richter, Jessica Nilsson und Thomas Griesel gegründet. Die Holding Rocket Internet sorgte für ausreichend finanzielle Mittel, um das Startup schnell durchstarten zu lassen. Ende 2012 beteiligte sich die Vorwerk-Gruppe an dem Hoffnungsträger. Nach weiteren Finanzierungsrunden gelang am 2. November 2017 endlich der Börsengang, nachdem er 2015 abgesagt worden war.
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Verfasst am 30.07.2018 um 10:00 Uhr.
Veröffentlicht am 30.07.2018 um 10:10 Uhr.
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