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Marktbericht: update von 14:20 Uhr · 01.05.2018 14:20 Uhr

Starke Zahlen: Apple fast eine Billion Dollar wert - DAX wenig verändert

Apple Store New York City
Quelle: Andrey Bayda / Shutterstock.com
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Nachdem Apple gestern nachbörslich hervorragende Zahlen vorgelegt hat, atmen viele Börsianer auf. Im Fokus stehen aber auch die Zwischenbilanzen von Infineon, ThyssenKrupp, VW u.a. sowie die ADP-Daten und der Zinsentscheid der US-Notenbank.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:00min, 01. August 2018, 10:38 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 01.08.2018 -
Der DAX notiert aktuell bei 12.728 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus. Damit rutschte das deutsche Börsenbarometer wieder leicht unter die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie.
Am Dienstag war der DAX mit einem knappen Plus aus dem Handel gegangen. Für den Juli ergab sich damit der höchste Monatsgewinn seit April.
Die Zinssitzung der Fed steht im Schatten der jüngsten verbalen Angriffe von US-Präsident Donald Trump. Ein weiterer Zinsschritt wird nicht erwartet.
Die Nervosität im Technologiesektor, die zuletzt vor allem an der NASDAQ bei den Branchenwerten für einen Abverkauf gesorgt hatte, könnte zur Wochenmitte etwas schwinden. Denn überraschend starke Zahlen von Apple haben die Nerven der Anleger über Nacht etwas beruhigt. Der iPhone-Hersteller übertraf im vergangenen Quartal die Erwartungen der Analysten und steht kurz davor, beim Börsenwert die Marke von einer Billion Dollar zu knacken.
Der Industriekonzern ThyssenKrupp senkte wegen zusätzlicher Aufwendungen im Industriegütergeschäft und einer Neubewertung einzelner Projekte seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018. Das bereinigte operative Konzernergebnis (Ebit) soll nun am unteren Ende der bisher in Aussicht gestellten 1,8 bis 2 Milliarden Euro liegen. Auch der freie Barmittelzufluss (FCF) dürfte nicht mehr wie erhofft positiv, sondern negativ ausfallen, hieß es.
Derweil äußerte sich der Chiphersteller Infineon nach einem guten dritten Geschäftsquartal optimistischer zum Gesamtjahr. Nachlassende negative Währungseffekte sowie gut laufende Geschäfte bei Automobilen und in der Industrie sorgten im dritten Geschäftsquartal für steigende Umsätze und Gewinne. Infineon erreichte das obere Ende der eigenen Erwartungen. Dementsprechend sieht das Unternehmen das Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr nun bei 6,4 bis 7,4 Prozent und damit am oberen Ende der zuvor prognostizierten Spanne von vier bis sieben Prozent. Die operative Marge erwartet Infineon nun bei 17,5 nach bisher 17 Prozent. Der Aktienkurs liegt nach anfänglichen Gewinnen, die ihn bis auf 23,34 Euro führten, inzwischen bei 22,54 Euro mit 0,5 Prozent im Minus.
Der Volkswagen-Konzern stellt sich trotz eines guten Laufs im Tagesgeschäft auf ein schwieriges zweites Halbjahr ein. Im zweiten Quartal verdiente VW zwar vor Sondereinflüssen, Zinsen und Steuern mit 5,6 Milliarden Euro 22,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings lägen nach den Worten von Vorstandschef Herbert Diess in den kommenden Quartalen große Anstrengungen vor dem Autokonzern - vor allem im Zuge der Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus. Die ursprünglich angepepeilte operative Rendite von 6,5 bis 7,5 Prozent vom Umsatz wird VW 2018 demnach nur noch unter Ausklammerung von Sonderbelastungen erreichen. Inklusive Sonderbelastungen werde das Unternehmen moderat unter dem Korridor landen. Hier stand im ersten Halbjahr ein Wert von 6,8 Prozent zu Buche. Im zweiten Quartal verbuchten die Wolfsburger für die Bewältigung der Dieselaffäre weitere 1,6 Milliarden Euro an Belastungen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte den Konzern im Juni mit einer Geldbuße von einer Milliarde Euro belegt. Die Sonderkosten sorgten dafür, dass VW unter dem Strich mit 3,3 Milliarden Euro nur 6,8 Prozent mehr verdiente als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 3,4 Prozent auf 61,1 Milliarden Euro. Die Vorzugsaktien gaben um 1,3 Prozent auf 150,30 Euro nach.

Industriestimmung im Euroraum erholt sich nur leicht

Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im Juli nur leicht gebessert. Der vom britischen Forschungsinstitut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe stieg im Monatsvergleich um 0,2 Punkte auf 55,1 Zähler, wie das Institut am Mittwoch in einer zweiten Schätzung mitteilte. Ein erstes Erhebungsergebnis wurde damit bestätigt. Mit dem Anstieg entfernt sich der Indikator etwas von dem im Juni erreichten eineinhalbjährigen Tiefstand. Da der Indikator deutlich über fünfzig Punkten notiert, signalisiert er klar Wachstum. In den einzelnen betrachteten Ländern trübte sich die Stimmung in Italien und Spanien ein, während sie sich in Deutschland und Frankreich aufhellte.
Markit berichtete über erneut nur leichte Zuwächse in der Produktion und im Auftragseingang der befragten Unternehmen. Die Sorgen wegen Zöllen und Handelsbarrieren schlagen sich in dem niedrigsten Anstieg an Exportaufträgen seit knapp zwei Jahren nieder.
Auch Markit-Chefökonom Chris Williamson konnte wenig Grund zur Freude erkennen. Das Produktionswachstum im Euroraum sei in den vergangenen beiden Monaten so schwach gewesen wie seit Ende 2016 nicht mehr. "Der Schlüssel zur aktuellen Schwäche liegt im Export." Frankreich und Österreich hätten nicht nur langsameres Exportwachstum, sondern sogar Exporteinbußen gemeldet.

US-Privatwirtschaft schafft mehr Jobs als erwartet

In der US-Privatwirtschaft wurden im Juli 219.000 neue Jobs geschaffen. Das gab die Agentur ADP am Nachmittag bekannt.
Nach 177.000 im Juni hatten Ökonomen für den vergangenen Monat mit 186.000 neuen Stellen gerechnet.
 
Erstellt am 01.08.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 01.08.2018, um 14:20 Uhr.
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