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Anleger schrecken rote Zahlen nicht ab · 02.08.2018 09:30 Uhr

Tesla: Kurssprung trotz Rekordverlust

Tesla-Aktie unter Druck
Quelle: Taina Sohlman / Shutterstock
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Tesla steckt weiter in den tiefroten Zahlen. Im zweiten Quartal machte der Autobauer fast doppelt so viel Verlust wie im Vorjahr. Immerhin zieht die Produktion des Model 3 an. Dadurch könnte das Unternehmen bald in die Gewinnzone fahren.

-von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion-
Tesla steckt noch immer tief in den roten Zahlen. Das zeigen die gestern veröffentlichten Quartalszahlen: Im zweiten Quartal stieg der Verlust auf 717 Millionen Dollar an und damit auf den höchsten Wert in der Firmengeschichte. Im Jahr zuvor war es noch ein Minus von rund 336 Millionen Dollar. Seit Firmengründung im Jahr 2003 hat Tesla lediglich in zwei Quartalen ein kleines Plus erwirtschaften können. Noch nie konnte das Unternehmen einen Jahresgewinn erzielen.
Trotz des Rekordverlusts wurden die Erwartungen teilweise übertroffen: Der Umsatz stieg um mehr als 40 Prozent auf vier Milliarden Dollar am (im Vorjahr 2,79 Milliarden) und damit stärker als von den Experten angenommen. Der Cashflow war mit minus 740 Millionen Dollar zwar nach wie vor negativ, allerdings hatten die Analysten auch hier ein schlechteres Ergebnis befürchtet. Tesla verfügte am Ende des zweiten Quartals über Barmittel von 2,2 Milliarden Dollar. Insgesamt wurden 53.339 Fahrzeuge produziert, 40.768 davon ausgeliefert.

Model 3 setzt Musk weiter unter Druck

Tesla-Chef Elon Musk scheinen die roten Zahlen nicht besonders zu beunruhigen. Er versprach ein weiteres Mal, dass Tesla schon bald nachhaltig profitabel werde. Dafür soll die Produktion des Model 3 sorgen. Doch gerade aufgrund dieses Models steht Musk stark unter Druck: In der Vergangenheit kam der Konzern mit der Produktion nicht hinterher. Um das wöchentliche Produktionsziel von 5.000 Stück zu erreichen, wurden sogar nächtliche Zusatzschichten eingelegt. Tatsächlich gelang es Ende Juni bereits, binnen einer Woche 5.000 Fahrzeuge vom Model 3 zu produzieren. Dafür wurde eine zusätzliche Montagelinie in einem Zelt neben dem Fabrikgelände im kalifornischen Fremont aufgebaut. Nun will Tesla die Produktion rasch ausbauen und endlich profitabel werden.
Ab einer Rate von 7.000 Fahrzeugen pro Woche könne Tesla profitabel wirtschaften, so Musk. In einem Brief an die Aktionäre betonte er, dass Tesla die Produktion so schnell wie möglich auf 10.000 Stück pro Woche ausweiten wolle. In der Vergangenheit hat das Unternehmen wiederholt erklärt, dafür kein frisches Kapital zu benötigen. Einige Analysten gehen dagegen davon aus, dass der Schritt bis Ende des Jahres fällig wird.

Anleger nicht beunruhigt

Anleger scheinen trotz der Schwierigkeiten bei der Produktion und den andauernden Verlusten des Unternehmens weiterhin an Tesla zu glauben. Zumindest zeigt das ihre Reaktion nach Bekanntgabe der Quartalszahlen am Mittwochabend: Die Aktie gewann nachbörslich um elf Prozent. 
Vielleicht schürt auch die vorgelegte Expansionsstrategie Hoffnungen. Noch in diesem Jahr könnte der Standort für eine europäische Fabrik bekanntgegeben werden. Auch Deutschland ist mit im Gespräch: Ins Spiel bringen sich dabei das Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Darüber hinaus werben auch die Niederlande um einen Tesla-Standort. Im kommenden Jahr soll zudem ein Werk in China auf den Weg gebracht werden. In dem Werk in Shanghai sollen sowohl Fahrzeuge als auch Batterien produziert werden.
Verfasst am 02.08.2018 um 09:15 Uhr. Veröffentlicht am 02.08.2018 um 09:30 Uhr.
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