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Planet Fitness · 03.08.2018 09:50 Uhr

Fitnessclub mit Mega-Rabatt

Fitnessstudio von Planet Fitness
Quelle: Ken Wolter / Shutterstock.com
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Die Fitnessbranche ist wettbewerbsintensiv, der Markt überfüllt. Planet Fitness ist einer der Anbieter, die darin noch eine Menge Geld verdienen. Die Aktie legte innerhalb eines Jahres über 100 Prozent zu. Was steckt dahinter?

-Gastbeitrag von Tim Schäfer-
Die Fitnessbranche ist ein wettbewerbsintensives Geschäft. Die Betreiber müssen sich auf die innere Stärke ihrer Kunden verlassen, um die Einnahmen zu halten. In dem überfüllten Markt zu bestehen, ist äußerst schwierig. Aber es gibt einen Anbieter, der Geld wie Heu verdient.
Planet Fitness zieht Geld aus drei Bereichen: Franchising-Gebühren, Einnahmen aus firmeneigenen Standorten und dem Verkauf von Fitnessgeräten an seine Franchise-Nehmer. Dass die Betreiber neues Equipment kaufen müssen, sorgt für ein modernes Umfeld und gleichzeitig füllt es die Taschen der Gruppe.
Im 1. Quartal erwirtschafteten die 1.497 Franchise-Standorte 45 % und 77 % des Gesamtumsatzes bzw. Ebitda. Jedes seiner 3 Sparten verzeichnete im Jahresvergleich zweistellige Umsatz- und Ebitda-Zuwächse.

20 % Wachstum

Als das Unternehmen Anfang Mai die Ergebnisse für das 1. Quartal 2018 bekannt gab, fiel der Kurs um rund 4 %, nachdem die Prognose für den Rest des Geschäftsjahres unter den Erwartungen geblieben war. Die Reaktion der Wall Street ist im Prinzip etwas übertrieben. Der Vorstand projiziert 20 % Umsatzwachstum, Analysten hatten aber 22 % erwartet. Es ist gewiss ein Unterschied. Aber: Mittel- und langfristig überzeugt die Strategie. Im 1. Quartal wuchs der Umsatz um immerhin 33 %, was aber auch an den vielen Neueröffnungen lag, so kamen allein in dem 1. Quartal 47 neue Niederlassungen hinzu. Das operative Ergebnis stieg um 18 % auf 33,92 Mio. USD. Der Gewinn je Aktie machte einen Satz um 64 % auf 0,23 USD.
In den vergangenen 12 Monaten hat Planet Fitness 194 Franchise-Standorte sowie 10 firmeneigene Geschäfte eröffnet. Es gibt nur 68 firmeneigene Niederlassungen. Sie sind eher ein Trainingsgelände für Franchise-Nehmer und eine Plattform zum Testen neuer Produkte und Ideen. Im 1. Quartal erzielten die Franchise-Nehmer ein Umsatzwachstum von 11,4 %. Wenn ein Betrieb prozentual zweistellig vorankommt, macht er offenkundig etwas richtig.

Ursprünge 1992

Planet Fitness wurde 1992 in New Hampshire gegründet. Es betreibt rund 1.400 Mucki-Buden. Sie nennen sich „Judgement Free Zones“ (vorurteilsfreie Zonen). Kunden können hier auf einer großen Fläche in Ruhe trainieren. Sie können Gewichte heben. Kürzlich eröffnete die Fitnesskette in Hawaii das erste Studio. Nun ist die Kette in allen 50 Bundesstaaten zuhause. Außerdem hat es Außenstellen in Puerto Rico, Kanada, der Dominikanischen Republik und Panama. Mexiko soll bald folgen.
An der Südspitze Manhattans gibt es 2 Filialen – es ist bekanntlich einer der teuersten Immobilienstandorte. Wie kann das gut gehen? Die Discount-Strategie überzeugt eben. Es zieht Menschen wie ein Magnet an. Die Filialen sind sauber, die Geräte sind neu. Der Preis ist mit 10 USD im Monat unschlagbar günstig. Im Schnitt kostet in den USA ein Fitnessclub 50 USD im Monat, hat die internationale Vereinigung Health, Raquet & Sportsclub festgestellt. Daher ziehen so viele Menschen Planet Fitness vor. Klar bietet manch einer der Rivalen mehr, eben Basketball, Hallenbad, Tennis etc. Aber das ist dann trotzdem vielen Menschen zu viel Geld. Noch teurer sind Boutique-Clubs, Yoga- und Pilates-Kurse. So kostet eine einzige Trainingseinheit bei der börsennotierten SoulCycle-Kette beachtliche 34 USD. Das summiert sich auf, wenn Kunden regelmäßig zu exklusiven Clubs gehen. [...]
Um nicht zu komplex zu werden, hat Planet die Kurse gestrichen. Ebenfalls hat es Gewichte mit über 75 kg entfernt. Das zeigt, man fokussiert sich auf die Mehrheit. [...]

Bewertung mit KGV 30 üppig

Vorstandschef Christopher Rondeau hebt seit Jahren die Prognosen an. Der Börsenwert ist gewiss mit 4,3 Mrd. USD sportlich, bietet aber noch Luft, sofern sich die Wachstumsstory fortsetzen sollte, wonach es aussieht. Binnen Jahresfirst hat sich der Kurs auf 43,90 USD verdoppelt. Das KGV beträgt 30 (2019). Das scheint angemessen angesichts eines Umsatzzuwachses von 20 % und einer flotteren Ergebnisentwicklung.
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Der Text ist ein Auszug aus dem aktuellen Anlegermagazin. Jetzt im Anlegerclub registrieren, um den gesamten Artikel zu lesen.
Verfasst am 03.08.2018 um 09:40 Uhr. Veröffentlicht am 03.08.2018 um 09:50 Uhr.
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