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Weshalb er für Anleger so wichtig ist · 24. April 2017

ifo-Geschäftsklimaindex

Gebäude des ifo-Instituts
Quelle: ifo/Presse
Jeden Monat wird er von der Geschäftswelt mit Spannung erwartet und in den Medien vielfach kommentiert: Der ifo-Geschäftsklimaindex gilt bei Ökonomen als der wichtigste Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

- von Sina Raich, Börse Stuttgart News Redaktion -
Der ifo-Geschäftsklimaindex wird monatlich vom ifo Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung der Universität München veröffentlicht und erlaubt, mit einem Vorlauf von etwa neun Monaten, Einschätzungen der weiteren Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Seine Zeitreihen reichen bis ins Jahr 1949 zurück, sodass sich die Prognosefähigkeit gut überprüfen lässt.

Verfahren

Im Rahmen seiner Ermittlung befragt das ifo Institut monatlich ein feststehendes, repräsentatives Panel von 7.000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Bau und Dienstleistungen. Sie beurteilen anhand von 20 Fragen ihre aktuelle Geschäftslage (gut/befriedigend/schlecht) sowie ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate (günstiger/gleich/ungünstiger). Nach einem mathematischen Verfahren wird dann aus der Häufigkeit der Antworten der eigentliche Geschäftsklimaindex ermittelt. Bei einer durchschnittlich neutralen Einschätzung des Geschäftsklimas durch die Unternehmen liegt der Index genau bei 100 Punkten. Bessere oder schlechtere Einschätzungen liegen entsprechend über oder unter dieser Punktezahl. In seiner heutigen Form wird er seit 1972 erhoben. Veröffentlicht wird der ifo-Index jeweils am vierten Montag jedes Monats.

Prognosen

Einen deutlichen Vorteil zieht der Index gegenüber der amtlichen Statistik vor allem durch seine regelmäßige und häufige Erhebung und seine zeitnahe Veröffentlichung. Zum Vergleich: Das BIP wird nur einmal im Quartal erhoben und mit starker Verspätung veröffentlicht. Außerdem unterliegt der ifo-Geschäftsklimaindex weniger starken Revisionen. Auf der anderen Seite stellt er als weicher Konjunkturindex durch seinen begrenzten Umfang eine geringere Zuverlässigkeit gegenüber harten Indikatoren wie dem BIP dar.
Unter Ökonomen hat der ifo-Index einen guten Ruf. Dabei kommt ihm vor allem eine große Bedeutung bei der Prognose von Trendwenden zu. Hierbei gilt die sogenannte Dreimal-Regel: Schlägt der Index dreimal hintereinander in dieselbe Richtung, zeigt er eine bevorstehende Trendwende an. Daher wird er von den Finanzmärkten ganz genau beobachtet. Neben dem ifo-Index gelten auch die ZEW-Konjunkturerwartungen und der GfK-Konsumklimaindex als wichtige Indikatoren für die momentane Stimmung an den Märkten und die erwartete kurzfristige Entwicklung der deutschen Konjunktur.