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Verläufe analysieren – Trends erkennen · 14.08.2018 09:40 Uhr

Teil 1: Was ein Chart verrät

Candlestick-Chart
Quelle: solar22/Shutterstock.com
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Kaffeesatzleserei oder Frühwarnsystem? Wie Charttechniker anhand des Kursverlaufes zu erkennen versuchen, ob ein Kurs künftig steigen oder fallen wird. Start unserer dreiteiligen Serie.

- Börse Stuttgart News Redaktion -
Auf welchem Kursniveau macht es Sinn, ein Wertpapier zu kaufen? In welche Richtung könnte sich der Kurs entwickeln? Und wo liegen mögliche Kursziele, um Gewinne zu realisieren? Die Chartanalyse, auch technische Analyse genannt, ist eine Methode, um Antworten auf diese Fragen zu finden.
Anders als die Fundamentalanalyse zieht sie weder Bilanzen noch Kennzahlen heran, um zu bestimmen, ob eine Aktie eher billig oder teuer ist. Vielmehr versucht sie aus dem Kursverlauf eines Wertpapiers – dem Chart – darauf zu schließen, ob ein Kurs steigen wird oder nicht. Dabei geht es darum, mögliche Trends frühzeitig zu erkennen und davon zu profitieren.

Was ein Chart verrät

Was lässt sich überhaupt aus einem Chart herauslesen? Die vertikale Achse der Grafik zeigt den Preis des Wertpapiers an, die horizontale die Zeit – und zwar in Abhängigkeit vom gewählten Intervall. Von einem Tag bis hin zu mehreren Jahren lässt sich der Kursverlauf über verschiedene Zeiträume betrachten.
In einem Chart stecken aber weit mehr Informationen – zum Beispiel über übergeordnete Trends und Kursmuster in der Entwicklung des Wertpapiers. Diese sind schon beim Linienchart, der einfachsten Illustration des Kursverlaufes, schnell zu erkennen: Hier verbindet eine Linie die börsentäglichen Schlusskurse miteinander.

Candlestick-Charts

Bei der technischen Analyse weitaus häufiger zum Einsatz kommt der sogenannte Candlestick-Chart – der auf den ersten Blick erst einmal kompliziert aussieht. Er besteht aus rot-grünen „Kerzen“. Den Körper der Kerze bestimmen der Eröffnungs- und Schlusskurs: Ist die Kerze grün, ist der Schlusskurs höher als der Eröffnungskurs. Das bedeutet: Die Nachfrage an diesem Handelstag war stärker als das Verkaufsinteresse. Lag der Schlusskurs dagegen unterhalb des Eröffnungskurses, ist die Kerze rot gefärbt. Das obere Ende der Kerze, der Docht, markiert den Höchstkurs eines Tages, das untere Ende, die Lunte, umgekehrt den Tiefstkurs. Übrigens sind Kerzen manchmal auch weiß statt grün und schwarz statt rot dargestellt.

Formationen

Die Kerzen zeigen nicht nur den reinen Kursverlauf an. Sie bilden auch bestimmte Muster. Auf solche Formationen achtet ein technischer Analyst: Sie spiegeln wiederkehrende Verhaltensweisen der Marktteilnehmer wider. Um sie zu erkennen, betrachten Charttechniker nebeneinander liegende Kerzen oder verbinden mehrere Tief- oder Hochpunkte im Chart von links nach rechts. So entstehen Trendlinien, die wichtige Unterstützungs- oder Widerstandsmarken im Chart offenbaren – zum Beispiel künftige Kursniveaus, an denen ein Kursverlauf gestoppt oder unterstützt werden könnte: Widerstandslinien signalisieren, welche Marke ein Kurs einfach nicht schafft zu durchbrechen, sondern immer wieder daran abprallt.
Fortsetzung folgt...
Verfasst am 14.08.2018 um 09:30 Uhr. Veröffentlicht am 14.08.2018 um 09:40 Uhr.
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