Nachrichten

Devisenmarkt · 14.08.2018 10:30 Uhr

Ein Ende mit Schrecken?

Banknoten unterschiedlicher Länder
Quelle: otnaydur / Shutterstock.com
Beitrag teilen
Die Währungskrise in der Türkei kommt gerade den sicheren Währungshäfen zugute. Ein klarer Sieger hat sich dabei jedoch noch nicht herausgestellt: Sowohl der US-Dollar, als auch der Schweizer Franken haben jüngst zugelegt.

- Gastbeitrag von Thu Lan Nguyen (Analyst FX & EM Research Commerzbank) -
USD, CHF: Solange die Krise in der Türkei nicht überstanden ist oder der Markt sie als isoliertes Problem ansieht, dürfte die Risikoaversion erhöht bleiben, was vor allem den sicheren Währungshäfen zugutekommt. Interessant ist, dass sich hier bisher kein klarer Sieger herauskristallisiert hat: Sowohl der US-Dollar als auch der Schweizer Franken haben jüngst in etwa gleich stark zugelegt. Ich vermute allerdings, dass das nicht lange so bleiben würde, sollte sich die Flucht in sichere Häfen fortsetzen. Denn mittlerweile ist der EUR-CHF-Kurs wieder unter die Marke von 1,14 gefallen und befindet sich somit in Gefilden, die der Schweizerischen Nationalbank (SNB) so langsam Unbehagen bereiten dürften. So hatte sich die Notenbank etwas entspannter im Hinblick auf den Wechselkurs gezeigt, als dieser letztes Jahr von Niveaus um 1,10 auf über 1,14 geklettert war. Zwar ist die Inflation in der Schweiz wieder positiv. Doch die Kerninflation verharrt seit Anfang des Jahres bei gerade einmal 0,5%, was alles andere als komfortabel ist. Insofern würde ich davon ausgehen, dass die SNB weiterhin äußerst allergisch auf eine starke Aufwertung des Franken reagieren würde. Spätestens wenn sich der EUR-CHF-Kurs der 1,10-Marke nähert, besteht meiner Ansicht nach akute Interventionsgefahr.
Spekulationen, dass auch die US-Regierung zu Interventionen gegen einen starken US-Dollar greifen könnte, halte ich dagegen für wenig berechtigt. Ich stimme dem Argument voll zu, dass diese US-Administration weitaus unberechenbarer ist als frühere. Allerdings würde sie mit einem solchen Schritt zweifellos einen Währungskrieg auslösen, den sie ohne die Hilfe der Fed nicht gewinnen würde. Denn wie wir schon oft erläutert haben: Das US-Finanzministerium, welches die Wechselkurspolitik verantwortet, verfügt nicht über genügend Mittel, um den Dollar zu schwächen. Die Fed ist allerdings gerade im Normalisierungsprozess und eine schwache Währung würde dem zuwiderlaufen. Daher wäre ich mir nicht sicher, ob sie zu Devisenmarktinterventionen bereit wäre. Dazu müsste die USD-Aufwertung schon massive Ausmaße annehmen. Entsprechend würde ich darauf setzen, dass der US-Dollar das Rennen um die Position des ultimativen sicheren Währungshafen macht.
Erhalten von der Commerzbank am 14.08.2018 um 10:10 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 14.08.2018 um 10:30 Uhr.
Bitte beachten Sie den Disclaimer und die Risikohinweise
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu Interessenkonflikten