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Verläufe analysieren – Trends erkennen · 17.08.2018 08:00 Uhr

Teil 2: Preisdurchschnitte für Aktien & Co.

Chartverlauf
Quelle: WHYFRAME / Shutterstock.com
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Kaffeesatzleserei oder Frühwarnsystem? Wie Charttechniker anhand des Kursverlaufes zu erkennen versuchen, ob ein Kurs künftig steigen oder fallen wird. Der zweite Teil unserer dreiteiligen Serie.

- Börse Stuttgart News Redaktion -
Preisdurchschnitte sind ein beliebtes Werkzeug in der Charttechnik. Ein Analyst kann dabei frei wählen, für welche Anzahl an Tagen, Wochen oder Monaten er den Durchschnittspreis eines Wertpapiers berechnet haben möchte. Beliebt sind die Zeiträume der letzten 14, 38, 50, 90 und 200 Tage. Bei der 200-Tage-Linie wird beispielsweise für jeden Tag der Mittelwert der Schlusskurse der vergangenen 200 Handelstage berechnet, anschließend werden die einzelnen Durchschnittskurse miteinander verbunden. Mit dieser Linie vergleichen Charttechniker nun beispielsweise den aktuellen Kurs. Ist der Kurs unter der Linie und durchbricht er sie nach oben, kann dies als Kaufsignal interpretiert werden. Umgekehrt kann ein Durchbrechen unter die 200-Tage-Linie ein Verkaufssignal erzeugen. Solange kein Durchbruch erfolgt, fungiert die Linie aufgrund ihrer Signalwirkung als Widerstand bzw. Unterstützung.

Den besten Zeitpunkt für ein Investment finden

Ganz ohne Fehl und Tadel ist die Charttechnik aber nicht: „Die Chartanalyse liegt nicht immer richtig, aber sie funktioniert zu großen Teilen“, bringt es unser Handelsexperte Jürgen Dietrich auf den Punkt. Sie sei vor allem eine visuelle Unterstützung; ablesbar seien langfristige Trends – aber nicht, was morgen passiert. Nützlich sei die technische Analyse vor allem in einem Punkt: „Charts bilden den Herdentrieb ab und das lässt sich ausnutzen, etwa wenn viele Anleger aufgrund der Charttechnik an bestimmte Höchstmarken glauben.“
So dient die Charttechnik vor allem dazu, den geeigneten Zeitpunkt für ein Investment zu finden. „Ein Beispiel dazu: Ist ein Kurs kurz davor, eine wichtige Linie nach oben zu durchbrechen, könnten Anleger, die an eine positive Entwicklung glauben, eine Stop-Buy-Order auf oder knapp über den Kurs dieser charttechnischen Marke legen. Mithilfe dieser limitierten Order kaufen sie automatisch das Wertpapier, sobald der Widerstand nach oben durchbrochen wird“, erklärt Dietrich und ergänzt, dass der Ordertyp somit eher als „Start-Buy-Order“ angesehen werden kann. Generell sollten Anleger zur Auswahl eines Investments aber in jedem Fall auch die wichtigsten Unternehmenskennzahlen prüfen.

"Learning by doing"

Für den Anfang rät Dietrich Neulingen auf dem Gebiet der Chartanalyse, lieber einfacher als kompliziert vorzugehen: „Nehmen Sie sich einen Chart vor und arbeiten Sie sich nach und nach an Widerstände und Formationen heran. Bei der Charttechnik ist das Beste: Learning by Doing.“
Fortsetzung folgt...
Erstellt am 17.08.2018 um 07:50 Uhr. Veröffentlicht am 17.08.2018 um 08:00 Uhr.
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