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Index auf höchstem Stand seit 6 Jahren · 27. März 2017

ifo-Index legt überraschend zu

Schild vor einem Hochhaus
Quelle: Shutterstock
Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im vergangenen Monat erneut verbessert. Der ifo-Index stieg am Morgen auf den höchsten Stand seit sechs Jahren.

- von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion -
Wie das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung heute Morgen mitteilte, stieg der ifo-Geschäftsklimaindex von 111,1 auf 112,3 Punkte an und erreicht somit den höchsten Stand seit Juli 2011. Ebenfalls zulegen konnte die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sowie die Erwartungshaltung der Unternehmenslenker. Die beiden Werte liegen mittlerweile bei 119,3 beziehungsweise bei 105,7 Zählern. Der ifo-Geschäftsklimaindex gilt bei Ökonomen als der wichtigste Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.
 

Stimmung ist erstaunlich gut

Doch eigentlich waren Analysten im Vorfeld nicht allzu optimistisch. Von Reuters befragte Ökonomen rechneten allenfalls damit, dass der ifo-Index auf einem unveränderten Wert verharren würde. Insofern kommt der heutige Anstieg durchaus überraschend. Dennoch nahmen die Marktteilnehmer die guten Nachrichten relativ gelassen auf. Im Zuge der Veröffentlichung konnte der DAX nur sehr moderat zulegen. Zu dominant erscheint heute die verzwickte Situation in den USA.
 

Der Aufschwung gewinnt an Kraft


Quelle: ifo/Presse
„Der Aufschwung gewinnt an Kraft“, konstatiert ifo-Präsident Clemens Fuest. Betrachtet man die harten Fakten so unterstreichen diese die Worte des ifo-Präsidenten und die gute Stimmung kommt nicht mehr ganz so überraschend daher. Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit wie kaum eine andere Volkswirtschaft von der Belebung der globalen Konjunktur. Seit Jahresbeginn konnte die deutsche Wirtschaft wieder deutliche Außenhandelsüberschüsse erzielen. Die Auftragsbücher in der deutschen Industrie scheinen prall gefüllt, was sich nicht nur an den jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen der deutschen Unternehmen ablesen lässt. Einige Wirtschaftsforschungsinstitute haben entsprechend bereits ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr nach oben korrigiert.

Risiken bleiben

Als Stimmungsdämpfer könnte sich jedoch einmal mehr der US-Präsident erweisen. Aktuell scheint unklar, in wie weit Donald Trump seine Wahlversprechen wird umsetzen können. Nach dem Abstimmungsdebakel von vergangenem Wochenende, scheint der US-Präsident angezählt. In wie weit die „Trump-Rally“ vor diesem Hintergrund noch trägt, scheint mehr als ungewiss. Doch auch abgesehen von den USA hat Europa mit den beginnenden Brexit-Verhandlungen und den Wahlen in Frankreich zwei weitere Ereignisse mit durchaus negativem Überraschungspotenzial vor der Brust.