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Marktbericht: update von 15:00 Uhr · 20.07.2018 15:00 Uhr

DAX legt wieder zu: Bayer-Aktien führen Gewinnerliste an

Erholung
Quelle: Serhii Yurkiv / Shutterstock.com
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Nach drei schwachen Wochen in Folge ist der DAX heute mit Aufschlägen in die neue Börsenwoche gestartet. Der deutsche Leitindex inzwischen deutlich über die Marke von 12.300 Punkten.

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 20.08.2018 -
Der DAX notiert aktuell bei 12.344 Punkten mit 1,1 Prozent im Plus. Allein in der Vorwoche war das deutsche Börsenbarometer um 1,7 Prozent abgesackt. Dabei wirkte sich vor allem der 16-prozentige Kurseinbruch des Index-Schwergewichts Bayer nach einem negativen US-Gerichtsurteil gegen die Tochter Monsanto negativ aus.
Seit seinem Zwischenhoch Ende Juli war der DAX innerhalb von drei Wochen um mehr als fünf Prozent gefallen.
Die Bayer-Aktien stehen derzeit bei 80,85 Euro um 3,1 Prozent besser da. Zuvor hatte die Schweizer Bank Credit Suisse ihre Bewertung der Papiere mit "Outperform" wieder aufgenommen.
Kurzfristig orientierte Anleger scheinen am deutschen Aktienmarkt derzeit als Schnäppchenjäger tätig zu sein. Längerfristig orientierte Investoren warten offenbar die weitere Entwicklung in der Türkei-Krise und im internationalen Handelsstreit ab.
Unternehmens- und konjunkturseitig stehen zum Wochenauftakt keine wichtigen Termine an. Bis auf wenige Nachzügler ist die Berichtssaison zu Ende.
Die zuletzt gebeutelten Aktien von Tele Columbus liegen bei 2,61 Euro mit 1,2 Prozent im Plus. Die US-Bank JPMorgan hatte zwar ihr Kursziel deutlich von 8,10 auf 5,50 Euro gesenkt, sieht in den Papieren des Kabelnetzbetreibers nun aber eine massive Prognosesenkung eingepreist. Analyst Akhil Dattani rät den Anlegern, den Aufbau einer kleinen Position zu erwägen.
Für die Aktien des Internetkonzerns United Internet ging es um 3,0 Prozent auf 45,12 Euro nach oben. Auch hier half eine Analystenempfehlung nach.

Griechenland: Kreditprogramm ESM läuft aus

Das hoch verschuldete Griechenland muss erstmals seit mehr als acht Jahren ohne internationale Finanzhilfen auskommen. Das Kreditprogramm des Euro-Rettungsschirms ESM - das dritte Hilfspaket seit 2010 - endet am Montag. In Athen sind keine größeren Feierlichkeiten dazu geplant. Mit Spannung wird jedoch eine Rede des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras erwartet. Es bleibt abzuwarten, wie die Märkte in den kommenden Monaten reagieren werden. EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Griechenland zum Ende des vorläufig letzten Euro-Rettungsprogramm gratuliert. "Ihr habt es geschafft", erklärte Tusk am Montag über Twitter. "Mit riesigen Anstrengungen und europäischer Solidarität habt ihr eure Chance genutzt." Aus Sicht seines ehemaligen Finanzministers Gianis Varoufakis ist Griechenland auch nach dem Auslaufen des dritten Rettungspakets noch nicht gerettet. "Griechenland steht am selben Punkt, im gleichen schwarzen Loch und es versinkt jeden Tag tiefer darin. Auch, weil die Sparvorgaben der Gläubiger Investitionen und den Konsum behindern", sagte Varoufakis der "Bild"-Zeitung (Ausgabe vom Montag). Die Staatsschulden seien nicht weniger, sondern mehr geworden: "Wir haben jetzt nur mehr Zeit, um noch mehr Schulden zurückzuzahlen", sagte der Ex-Finanzminister. Der Staat sei aber noch immer pleite, die privaten Leute seien ärmer geworden, Firmen gingen noch immer bankrott und das Bruttosozialprodukt sei um 25 Prozent gesunken. Eurogruppen-Chef Mario Centeno zeigt sich zuversichtlich, dass Griechenland ohne weitere Hilfsprogramme finanziell auf eigenen Beinen stehen könne. Ziel der Rettungsmaßnahmen und Reformen der vergangenen acht Jahre sei eine neue Grundlage für gesundes Wirtschaftswachstum gewesen, erklärte Centeno in der Nacht zum Montag. "Es hat viel länger gedauert als gedacht, aber ich glaube, wir haben es geschafft." Die griechische Wirtschaft wachse, es gebe Haushalts- und Handelsüberschüsse, und die Arbeitslosigkeit sinke stetig.

Bundesbank sieht Wirtschaft auf solidem Wachstumspfad

Die Bundesbank blickt weiter optimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. "Die deutsche Wirtschaft dürfte auch im dritten Quartal auf solidem Wachstumspfad bleiben", heißt es in dem heute veröffentlichten Konjunkturbericht. Gleichzeitig warnten die Experten der Notenbank vor langfristigen Risiken für die Staatsfinanzen durch die jüngste Rentenpolitik der Bundesregierung. Sparer bekommen Inflation und Zinsflaute zu spüren Allerdings bereiten niedrige Zinsen und steigende Inflation den Sparern und Anlegern Sorgen. Nach Berechnungen der Bundesbank war die Gesamtrendite, die ein durchschnittlicher Privathaushalt abzüglich der Teuerung - also real - erzielte, Anfang 2018 mit minus 0,8 Prozent erstmals seit sechs Jahren negativ. Die Notenbank berücksichtigt dabei Bargeldbestände, Ansprüche gegenüber Versicherungen sowie Anlagen in Aktien und Fonds, wie sie in ihrem Monatsbericht für den August ausführt, der heute veröffentlicht wurde.

Ausreisesperre gegen Mesale Tolu in Türkei aufgehoben

Die wegen Terrorvorwürfen in der Türkei angeklagte deutsche Journalistin Mesale Tolu darf das Land verlassen. Ihre Ausreisesperre sei nach Einspruch ihrer Anwälte aufgehoben worden, bestätigte Tolu am Montagmorgen via Twitter. "Ich bedanke mich bei meinem Unterstützerkreis und bei allen, die mit mir mitgefühlt und an meiner Seite sich für meine Freiheit eingesetzt haben", schrieb sie. Tolu veröffentlichte auf Twitter zudem eine Erklärung, die der Solidaritätskreis "Freiheit für Mesale Tolu" zuvor per E-Mail verbreitet hatte und schrieb: "Diese Entwicklung bedeutet aber nicht, dass alles vorbei ist: Der Prozess geht am 16. Oktober weiter."

Erzeugerpreise in Deutschland steigen wie erwartet

Die Erzeugerpreise sind in Deutschland im Juli wie erwartet gestiegen. Sie kletterten um 3,0 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit. Ökonomen hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Bereits im Vormonat hatte er 3,0 Prozent betragen.
 
Erstellt am 20.08.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 20.08.2018, um 15:00 Uhr.
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