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Harte Haltung von Donald Trump · 21.08.2018 13:15 Uhr

Handelsstreit: Noch keine Entspannung in Sicht!?

Machtkampf USA vs China
Quelle: pixfly / Shutterstock.com
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Für den Handelsstreit zwischen den USA und China wird diese Woche entscheidend: Neue Zölle treten in Kraft, aber auch neue Gespräche sollen geführt werden. Doch die Hoffnungen auf eine baldige Entspannung hat Donald Trump bereits gedämpft.

-von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion-
Es sollte ein neuer Anlauf zum Dialog und zur Lösung des Handelsstreits werden: Eine chinesische Delegation will noch in dieser Woche für Gespräche nach Washington reisen. Fast zeitgleich treten neue Strafzölle in Kraft, sowohl von Seiten der USA als auch von Seiten Chinas. Es handelt sich dabei jeweils um Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Güter im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar. Betroffen sind Produkte wie Metalle, Schmierstoffe, Chemikalien und Elektronik aus China sowie Autos und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte aus den USA. Die Maßnahmen treten am 23. August in Kraft.

Trump betont langen Atem

NEWS AUS DEM HANDEL 5:44min, 21. August 2018, 13:36 Uhr
Noch bevor die Gespräche mit China überhaupt angelaufen sind, hat Donald Trump die Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt bereits gedämpft: In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters betonte er seinen langen Atem im Hinblick auf den Handelsstreit. Für die Beendigung des Konflikts gebe es keinen Zeitrahmen und bei den Verhandlungen werde wohl nicht viel herauskommen. Genau das bleibt abzuwarten, denn im November stehen in den USA die Zwischenwahlen an, bei denen unter anderem das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt wird. Experten gehen davon aus, dass Donald Trump aufgrund der Wahlen durchaus zu Zugeständnissen im Handelsstreit bereit sein könnte.

Unterstützung von der Fed erwünscht

Im Interview mit Reuters griff Trump auch die US-Notenbank Fed an. Sie solle ihn in der Zeit der harten Verhandlungen mit China unterstützen. Besonders kritisiert Trump die Leitzinserhöhungen von Fed-Chef Powell. Ein ungewöhnliches Vorgehen: In der Vergangenheit haben sich US-Präsidenten in Sachen Geldpolitik und Kritik an der unabhängigen Notenbank meist zurückgehalten. Zugleich warf Trump China und Europa vor, ihre Währungen zu manipulieren um auf den Weltmärkten bessere Chancen zu haben. Auswirkungen auf die Währungen der Welt hatten nun insbesondere seine harten Worte: Nach Veröffentlichung des Interviews war eine starke Reaktion am Devisenmarkt zu erkennen. Der Dollar rutschte ab, sodass andere Währungen, insbesondere Euro und Yen, aufwerteten. Am Dienstag kletterte der Euro im frühen Handel bis auf 1,153 Dollar.

Börsen zum Wochenauftakt im Auftrieb

Auch wenn nach dem Interview von Trump mit Reuters die Hoffnung auf eine Entspannung etwas getrübt ist, konnte eben diese den Börsen zum Wochenstart Auftrieb verleihen: Der Dax profitierte am Montag von der Nachricht, dass es Verhandlungen über eine Entschärfung des Handelsstreits geben werde, und konnte auch am Dienstag seine Gewinne weiter ausbauen. Der EuroStoxx50 stieg ebenfalls deutlich an und erreichte am Dienstagvormittag in der Spitze 3.423,5 Punkte. An der Wall Street gewann der US-Standardwerteindex Dow Jones bis zum Handelsschluss am Montag 0,4 Prozent. Auch die asiatischen Börsen legten leicht zu. Die neuen Querschüsse von Donald Trump scheinen den Aktienmärkten zunächst keinen unmittelbaren Dämpfer verpasst zu haben.
Verfasst am 21.08.2018 um 13:00 Uhr.
Veröffentlicht am 21.08.2018 um 13:15 Uhr.
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