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Marktbericht · 22.07.2018 09:17 Uhr

DAX: Continental schockt mit Gewinnwarnung

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Quelle: Bobkov Evgeniy/Shutterstock
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Die Luft ist raus. Am deutschen Aktienmarkt bewegt sich derzeit sehr wenig. Die Umsätze sind mau und es scheint als würden Anleger den Ausgang der Handelsgespräche zwischen China und den USA abwarten. Lediglich Conti sorgt für einen Schock.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Der Schwung am deutschen Aktienmarkt lässt spürbar nach. Der DAX kämpft unverändert mit der 12.400 Punkte-Marke. Ein nachhaltiger und anhaltender Durchbruch will derzeit einfach nicht gelingen. Dabei sah es heute Vormittag gar nicht mal so schlecht aus. Der deutsche Leitindex konnte die 12.400er Marke doch recht zügig überwinden und geprägt durch gute Vorgaben aus den USA sah kurzfristig nach einem erneut positiven Handelstag aus. Doch daraus wurde nichts, was nicht zuletzt auf einen kleinen Schockmoment des Autozulieferers Continental zurückzuführen ist. Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Heute starten die Handelsgespräche zwischen China und den USA. Anleger hoffen noch immer, dass er kurzfristig zu einer Deeskalation im Handelsstreit kommen könnte. Dass es schon heute konkrete Vereinbarungen gibt, ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Continental-Aktie unter massivem Druck

Mit Abstand größter Verlierer im deutschen Leitindex ist die Aktie von Continental. Hintergrund ist eine Anpassung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Wie der Autozulieferer mitteilte, muss man, aufgrund der schwächer als erwarteten Geschäftsentwicklung im dritten Quartal, die Prognose für Umsatz und operativen Gewinn nach unten anpassen. Für das Gesamtjahr rechnet Continental nun mit einem Konzernumsatz von rund 46 Milliarden Euro, das ist immerhin gut eine Milliarde weniger als bislang angenommen. Die operative Gewinnmarge verschlechtert sich ebenfalls, wenngleich nur gering.
Im Sog von Continental rutschen auch einige Automobilwerte ab. So sind derzeit Volkswagen und Daimler auf der Verliererliste recht prominent vertreten.

Linde: Platzt die Fusion mit Praxair

Neben Conti stand heute vor allem die Linde-Aktie im Fokus. Die geplante Fusion mit dem US-Industriegas-Konzern Praxair steht aufgrund neuer Auflagen durch die Kartellwächter auf zunehmend wackeligen Beinen. Linde erklärte in der Nacht auf heute, dass die umsatzbezogene Obergrenze für Veräußerungszusagen sehr wahrscheinlich überschritten wird. Das hätte wiederum zur Folge, dass beide Unternehmen einem solchen Überschreiten zustimmen müssten. Nachverhandlungen sind wohl unumgänglich. Im frühen Handel notiert die Linde-Aktie in Stuttgart gut ein Prozent schwächer.

Trump unter Druck

Und natürlich gibt es auch heute wieder Nachrichten zu Donald Trump: Der frühere Anwalt Donald Trumps, Michael Cohen, hat sich des Betruges und der illegalen Wahlkampffinanzierung schuldig bekannt – und gleichzeitig den amtierenden US-Präsidenten schwer belastet. So habe Cohen zweimal, im Auftrag Donald Trumps, Schweigegeld bezahlt, mit der „Intention, die Wahl zu beeinflussen“. Mit seinen Aussagen belastet Cohen seinen Ex-Mandaten schwer: Donald Trump sieht sich Vorwürfen der Verschwörung zum Wahlkampfbetrug ausgesetzt. Ein offizielles Statement aus dem Weißen Haus steht noch aus. Fakt ist aber auch: Die Geschichte hat das Potenzial für eine größere politische Krise in den USA.
 
Aktualisiert am 22.08.2018, um 16:15 Uhr
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