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Marktmeinung aus Stuttgart · 12.09.2018 15:55 Uhr

Kampf um die 12.000-Punkte-Marke

Kampf zwischen Bulle und Bär
Quelle: Chanthanee / Shutterstock.com
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Dass der deutsche Leitindex unter die 12.000-Punkte-Marke gerutscht ist, lässt sich auf verschiedene Faktoren zurückführen. Diese haben jedoch allesamt denselben Verursacher: die Handelspolitik der US-Administration um Donald Trump...

-Gastbeitrag von Michael Beck, Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger-
Es sind verschiedene Faktoren, die den deutschen Leitindex Dax unter die 12.000-Punkte-Marke rutschen ließen. Aber alle lassen sich auf einen Verursacher zurückführen: die protektionistische Handelspolitik der US-Administration um Donald Trump. Die Furcht vor gravierenden Auswirkungen der gegenseitig eskalierenden Handelszölle zwischen USA und China und wohl demnächst auch zwischen den USA und Europa belasten die Aktienmärkte nun schon seit Monaten. Insbesondere die Aktienmärkte in vielen exportorientierten Ländern in Europa und Asien scheinen diese kommenden möglichen Kalamitäten einzupreisen. In den USA verhindern die jüngsten Steuererleichterungen, die zu einer Sonderkonjunktur führen und den bestehenden Zyklus verlängern, eine Einsicht in die Tatsache, dass diese Art Handelspolitik nur Verlierer kennen wird. Insbesondere amerikanische Unternehmen und Konsumenten werden die Auswirkungen dieses Protektionismus zu spüren bekommen. Die Produktion in den USA wird verteuert und damit werden auch die Produkte für amerikanische Konsumenten teurer. Arbeitsplätze in den USA werden vernichtet, weil die international operierenden Unternehmen schnell reagieren können und ihre Produktionskapazitäten in Länder verlagern können, die nicht von den Zöllen betroffen sind.

Geringe Wachstumsraten im Euroraum

Die Wirtschaft im Euroraum spürt dies bereits, denn der Handelsstreit mit den USA führt zu geringeren Wachstumsraten. Der nachlassende Außenbeitrag wird zurzeit jedoch durch Unternehmensinvestitionen und privaten Konsum weitgehend kompensiert. Eine Lösung im Handelsstreit ist unbedingt vonnöten, ansonsten könnte nicht nur die Jahresendrally ins Wasser fallen, sondern das Anlagejahr 2019 ebenfalls. Immerhin beginnt der Druck der heimischen Wirtschaft auf Donald Trump zu wachsen, wie die jüngste gegen Zölle gerichtete Demonstration von tausenden Firmen in den USA zeigt.

Erstaunliche Allianzen

Auf weltpolitischer Bühne führt das irrationale Handeln der US-Regierung bereits zu erstaunlichen Allianzen. Früher undenkbar, beteiligt sich China am bisher größten Militärmanöver Russlands. Diese beiden Protagonisten arbeiten schon länger beim Mega-Milliarden-Projekt „Neue Seidenstraße" zusammen, bei dem westliche Unternehmen weitgehend außen vor sind. Dies ist auch ein Hinweis auf die Anlagestrategie. Zwar eilen die amerikanischen Aktienindizes noch von Rekord zu Rekord. Aber ob die Zukunft amerikanischen Unternehmen gehört, bleibt abzuwarten. Und jene Schwellenländer, die aufgrund der aktuellen Situation unverschuldet in Mitleidenschaft gezogen werden, aber eigentlich relativ stabil operieren, gehören auch in Zukunft in eine international diversifizierte Anlagestrategie.
Die aktuelle Marktmeinung mit weitergehenden Informationen und Zusatzmaterial ist unter http://www.privatbank.de/marktmeinung frei abrufbar.
Erhalten von Ellwanger & Geiger am 12.09.2018 um 14:14 Uhr
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 12.09.2018 um 15:55 Uhr.
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