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Anleihekaufprogramm wird reduziert · 14.09.2018 11:15 Uhr

EZB bestätigt Kurswende

EZB
Quelle: LaMiaFotografia / Shutterstock.com
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Diese Woche stand im Zeichen der Notenbanken: Sowohl die EZB als auch die türkische Notenbank tagten. Während die EZB ihre Kurswende bestätigte, sorgte die türkische Zentralbank mit ihrer Entscheidung für eine Überraschung...

Marktdaten im Überblick
Neueinführungen und Neuemissionen
Handelsvolumen bei Anleihen jetzt flexibler festlegen
NEU an der Börse Stuttgart: Italienische Staatsanleihen handeln
-von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion-
Diese Woche stand im Zeichen der Notenbanken: Am Mittwoch veröffentlichte die Federal Reserve ihren Konjunkturbericht „Beige Book“, am Donnerstag tagten die Europäische sowie die Türkische Zentralbank. Im Anbetracht der Währungskrise der Türkei wurde die Sitzung der türkischen Notenbank mit Spannung erwartet. Denn Präsident Erdogan forderte sie im Vorfeld dazu auf, die Zinsen niedrig zu halten. Ohne Erfolg: Aufgrund der hohen Inflation von 17,9 Prozent beschloss die türkische Notenbank, die Zinsen von 17,75 auf 24 Prozent anzuheben und widersetzte sich damit dem Einfluss des Präsidenten. Sie kündigte auch an, dass sie den strafferen geldpolitischen Kurs durchziehen werde, bis es Verbesserungen bei der Inflation gebe. Falls nötig würden weitere Zinserhöhungen folgen. Die türkische Lira konnte von der Entscheidung profitieren und wertete sofort deutlich auf: Der Dollar fiel um mehr als 5 Prozent auf knapp 6 Lira - noch kurz vor der Entscheidung hatte er bei 6,45 Lira gestanden.
Ebenfalls gespannt blickte der Markt auf die Bekanntgabe des EZB-Sitzungsergebnisses. Die Währungshüter bestätigen darin die allmähliche Kurswende in der Geldpolitik: Die EZB drosselt das Tempo ihrer umstrittenen Anleihekäufe und halbiert diese von Oktober bis Ende Dezember auf 15 Milliarden Euro pro Monat. Zugleich zementiert das Sitzungsergebnis jedoch das Andauern der Niedrigzinsen: Der Leitzins bleibt unverändert bei null Prozent, der Einlagezinssatz für Banken bei minus 0,4 Prozent – und zwar voraussichtlich bis einschließlich Sommer 2019. Die EZB strebt mittelfristig Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Nachdem das Inflationsziel jahrelang verfehlt wurde, wird es seit diesem Frühjahr wieder erreicht.

Bundes-/Staatsanleihen

Nach dem Kurseinbruch vergangener Woche gingen deutsche Staatsanleihen mit wenig Bewegung in die neue Handelswoche. Der Euro-Bund-Future startete am Montag bei 159,98 Prozent, die Rendite  der zehnjährigen deutschen Benchmark-Anleihe lag bei 0,38 Prozent. Auch im weiteren Wochenverlauf bewegte sich der Euro-Bund-Future unterhalb der 160-Prozent-Marke. Den Tiefpunkt der Woche erreichten die Kurse am Dienstag: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte bis auf 0,43 Prozent. Nach einer leichten Erholung zur Wochenmitte gerieten die Kurse am Donnerstag erneut unter Druck. Die Rendite stieg wieder von 0,40 auf 0,43 Prozent. Gefragt waren in dieser Woche hingegen italienische Staatspapiere. Diese befinden sich seit Anfang September im Aufwind. Am Dienstag bekräftigte Finanzminister Giovanni Trias nochmals, dass sich die Regierung Italiens weiter an europäische Haushaltsregeln halten werde. Damit wird die Sorge am Markt gedämpft, dass die Umsetzung teurer Wahlkampfversprechen der neuen Regierung die Staatsverschuldung weiter steigen lassen könnte. Diese Befürchtungen ließen in den vergangenen Wochen die Rendite italienischer Staatspapiere enorm ansteigen.

Anlegertrends: Diese Woche in Stuttgart im Fokus

Zwei neue US-Staatsanleihen handelbar
Die USA hat zwei neue Staatsanleihen mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 72,78 Milliarden US-Dollar begeben. Die Bonds sind seit dem 7. September an der Börse Stuttgart ab einer Mindestinvestitionssumme von 100 US-Dollar, derzeit ca. 85 Euro, handelbar. Die erste Anleihe (WKN A195B0) hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist mit 2,750 Prozent verzinst. Die zweite Anleihe (WKN A195B2) ist zum 31.08.2025 fällig und hat ebenfalls einen Kupon in Höhe von 2,750 Prozent.
EBRD begibt zwei neue Anleihen in türkischer Lira
Die European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) hat zwei neue Fremdwährungsanleihen in türkischer Lira begeben, die seit dem 10. September in Stuttgart gelistet sind. Das Emissionsvolumen beträgt jeweils 250 Millionen türkische Lira. Die Anleihe mit der WKN A195QB ist zum 10.09.2021 fällig und verspricht eine jährliche Verzinsung in Höhe von 24,000 Prozent. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 10.000 türkische Lira, derzeit ca. 1400 Euro. Die zweite Anleihe (WKN A195R9) hat eine Laufzeit von zwei Jahren und einen Kupon in Höhe von 27,500 Prozent. Die Mindestinvestitionssumme beträgt 1.000 Lira (derzeit ca. 140 Euro). Die EBRD wird von S&P mit AAA bewertet.
Börse Stuttgart führt italienische Corporate Bonds ein
Nach der Einführung von rund 100 italienischen Staatsanleihen sind an der Börse Stuttgart seit dieser Woche auch rund 20 italienische Corporate Bonds handelbar. Eine der Anleihen ist von Intesa Sanpaolo, eines der größten Kreditinstitute Italiens. Die Unternehmensanleihe mit der WKN A1Z3EF ist mit 2,040 Prozent jährlich verzinst und läuft bis zum 30.06.2022. Die Stückelung ist mit 1.000 Euro anlegerfreundlich gestaltet. Das Emissionsvolumen beträgt 781 Millionen Euro. Eine weitere italienische Unternehmensanleihe wurde von der Unicredit begeben (WKN A182NM). Bei diesem Bond beträgt das Emissionsvolumen 1,49 Milliarden Euro. Der Kupon in Höhe von 0,376 Prozent wird vierteljährlich ausbezahlt. Zurückbezahlt wird die Anleihe zum 30.06.2023. Die Börse Stuttgart ist derzeit die einzige deutsche Börse, die den Handel italienischer Anleihen in diesem Umfang ermöglicht.

Anleihen im Fokus: Die meistgehandelten Anleihen in Stuttgart*

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Zeitraum: 05.09.08.-11.09.2018.
EmittentWKNLaufzeitKupon %kl. hdlb. EinheitWhrg.Umsatz in ?
Bundesrepublik Deutschland10305415.04.20230,10,01EUR1.200.100
ÖsterreichA1ZKC404.06.202001000EUR456.072
Australien, StaatA1ZZ3E21.11.20201,751000AUD4.906.657
TürkeiA0TSA505.03.19387,251000USD1.030.676
SixtA2BPDU02.11.20221,1251000EUR451.447
Photon EnergyA19MFH27.10.20227,751000EUR956.423
Norddeutsche LandesbankNLB8KA20.01.202111000EUR2.478.463
Stada ArzneimittelA14KJP08.04.20221,751000EUR1.466.916
thyssenkruppA2BPET03.03.20221,3751000EUR940.311
 
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Verfasst am 14.09.2018 um 11:00 Uhr. Veröffentlicht am 14.09.2018 um 11:15 Uhr.
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