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Gastbeitrag Commerzbank Research · 28. März 2017

Gold prallt an 200-Tage-Linie ab

Abbau in einer Mine
Quelle: Shutterstock
Der Goldpreis feierte in den vergangenen Tagen ein kleines Comeback und ließ sogar die Marke von 1.250 US-Dollar hinter sich. Doch aus technischer Sicht fehlt noch ein wenig für den ganz großen Ausbruch.

- Eine Analyse von Eugen Weinberg, Head of Commodity Research bei der Commerzbank AG -
Am Goldmarkt war gestern ein zweigeteiltes Handelsbild zu beobachten. Bis weit in den Nachmittag hinein zog Gold an und stieg zeitweise auf über 1.260 USD je Feinunze. Es prallte jedoch an der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie ab und legte den Rückwärtsgang ein. Hinzu kam, dass die Industrierohstoffe im späten Handel im Zuge eines höheren Risikoappetits der Marktteilnehmer einen Teil ihrer Verluste wieder aufholten und auch der US-Dollar leicht aufwertete. Heute Morgen notiert Gold daher wieder rund 10 USD tiefer bei gut 1.250 USD je Feinunze.

Silber im Schlepptau des Goldpreises

Auch für Silber geht es wieder etwas bergab. Es handelt am Morgen um die Marke von 18 USD je Feinunze. Während die physische Goldnachfrage in den letzten Wochen offenbar anzog, zeigte sie sich im Februar noch relativ verhalten, vor allem in China. Gemäß Daten der Hongkonger Statistikbehörde hat China aus Hongkong im Februar lediglich 47,9 Tonnen Gold netto importiert. Dies war zwar mehr als im sehr schwachen Vormonat, was einige Marktteilnehmer auf ein Wiederauffüllen der Lagerbestände nach dem chinesischen Neujahrsfest Ende Januar zurückführen. Im Vergleich zum Vorjahr stand aber ein Rückgang zu Buche. Und auch nach den ersten beiden Monaten des Jahres liegen die chinesischen Netto-Goldimporte aus Hongkong gut 8% unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Die letzte Woche veröffentlichten Goldexportzahlen der Schweiz hatten bereits auf eine verhaltene chinesische Goldnachfrage im Februar hingedeutet.

Metallpreise legen zu

Die Metallpreise holten gestern im späten Handel einen Teil ihrer zwischenzeitlich großen Verluste wieder auf, beendeten den Handel aber dennoch mit einem beachtlichen Minus. Die Erholung setzte ein, nachdem die US-Aktienmärkte anzogen und die US-Anleiherenditen zulegten. Sie setzt sich heute Morgen moderat fort. Kupfer notierte zeitweise wieder bei gut 5.800 USD je Tonne und damit etwa 130 USD höher als im Tief gestern. Nickel verteuerte sich am Morgen vorübergehend auf 9.900 USD je Tonne. Am globalen Nickelmarkt wird es demnächst wohl wieder mehr Angebot geben. Wie das indonesische Energie- und Bergbauministerium gestern mitteilte, hat es bislang von zwei Nickelproduzenten Anträge auf den Export von insgesamt 12 Mio. Tonnen Nickelerz mit niedrigem Metallgehalt erhalten. 2013 hatte Indonesien vor der Einführung des Exportverbots von unbehandelten Erzen im Januar 2014 knapp 65 Mio. Tonnen Nickelerz exportiert. Ausfuhrgenehmigungen erteilt das Handelsministerium auf Basis der Empfehlung des Energie- und Bergbauministeriums. Der größte indonesische Nickelproduzent, PT Aneka Tambang, spricht von Interesse an qualitativ geringwertigem indonesischem Nickelerz aus Osteuropa, China und Japan. Obwohl die indonesische Regierung nach der Aufhebung des Exportverbots im Januar bislang noch keine Ausfuhrgenehmigungen erteilt hat, meldete China unlängst Importe von 175 Tsd. Tonnen Nickelerz aus Indonesien im Februar (nach 123 Tsd. Tonnen im Januar). Ein indonesischer Offizieller führt dies auf den Schmuggel von Erz zurück.
 
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