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Kniefall im Weißen Haus · 05.12.2018 15:00 Uhr

Deutsche Autobosse bei Trump

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quelle shutterstock / Ivan Marc
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Die deutschen Autohersteller Volkswagen, Daimler und BMW wollen mit großen Investitionen in den USA die Autozölle für US-Importe aus Europa verhindern.

"Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, um die Autozölle zu vermeiden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Herbert Diess, am Dienstag nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump  im Weißen Haus. Auch Zetsche sagte, Trump habe positiv auf die vorgelegten Konzepte von Daimler reagiert.
Doch die Gefahr von Autozöllen ist damit noch lange nicht vom Tisch - Wie auch, nach einem Gespräch von gerade mal 30 Minuten?
 

Jobs in den USA

Die Autobauer versuchen, Argumente in die Diskussion zu werfen. Allerdings haben sie nur ein einziges, das einen Trump überzeugen könnte: Arbeitsplätze und den USA. Diess sprach in diesem Zusammenhang von einem "überzeugenden Investitionsprogramm", das Volkswagen in den USA vorlegen könne. " es gehe um den Bau eines neuen Volkswagenwerkes, sowie um Kooperationen mit dem US-Autobauer Ford , mit dem gemeinsam unter anderem Pick-Ups und leichte Nutzfahrzeuge gebaut werden sollen. Auch mit dem Softwarekonzern Microsoft soll es in Seattle zu einer Kooperation kommen.
BMW teilte mit, die Münchner hätten bereits 9,3 Milliarden US-Dollar (8,2 Mrd Euro) in ihr Werk in Spartanburg (South Carolina) investiert. Bis 2021 seien Investitionen in Höhe von weiteren 600 Millionen Dollar und die Schaffung von 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen vorgesehen. 70 Prozent der Produktion würden exportiert - ein großer Beitrag für die US-Handelsbilanz. BMW prüfe gerade den Standort für ein zusätzliches Motorenwerk in den USA.

Trump wenig überzeugt

Fraglich ist und bleibt allerdings, ob sich Trump von den "Angeboten" beeindrucken lässt.
Der US-Präsident hatte vor dem Treffen noch einmal bei Twitter klargemacht, was er von freier Marktwirtschaft hält: "Ich bin ein Mann der Zölle." Dieser Weg werde immer der beste sein, um die wirtschaftliche Macht Amerikas zu maximieren, so Trump weiter. Auch wenn er sich dabei vor allem auf die Verhandlungen im Handelsstreit mit China bezog, war Trumps Twitter-Bekenntnis zu Zöllen zunächst nicht gerade ein Mutmacher für die Autobosse.
 

Handelsstreit festgefahren

Die US-Regierung hatte nach Unternehmensangaben eingeladen, um über die Handelssituation zu diskutieren. Konkret verhandelt wird demnach nichts, die Automanager machten aber die Bedeutung der deutschen Konzerne für die US-Industrie deutlich.
Ob und wie das Treffen tatsächlich Bewegung in den festgefahrenen Handelsstreit zwischen Washington und Brüssel bringen kann, muss die Zukunft zeigen.

Autoaktien auf Schleichfahrt

Die Aktien der Autobauer haben am Vormittag positiv reagiert. Später allerdings machte sich etwas Ernüchterung breit und die Tagesgewinne sind fast wieder vollständig abgeschmolzen.