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Stammaktien legen deutlich zu · 30. März 2017

Biotest vor Übernahme?

Frau in einem Labor
Quelle: Shutterstock
Übernahmegerüchte treiben heute die Stammaktien von Biotest in die Höhe. Offenbar plant die chinesische Investmentgesellschaft Creat den Pharmakonzern für rund eine halbe Milliarde Euro zu übernehmen.

- von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion -
So eine Übernahme ist in der Regel ein lukratives Geschäft für die Aktionäre. Doch im Falle von Biotest könnten sich am Ende nur ein Teil der Aktionäre freuen, denn Creat will nur den Inhabern der Stammaktie einen Aufschlag gewähren. Die Inhaber der Vorzugspapiere könnten in die Röhre schauen. Diese sollen nach den Plänen der Chinesen nicht mehr, als den aktuellen Börsenwert bekommen.

Wirklich fix ist nix

Wie Biotest in einer Ad-hoc-Mitteilung verlautbart, laufen aktuell Gespräche hinsichtlich eines möglichen Zusammenschlusses. Bei Biotest heißt es aber, dass es aktuell keine Garantie gebe, dass eine entsprechende Vereinbarung zustande kommt oder dass bereits ein konkretes Angebot vorliege. Und dennoch scheinen die Gespräche schon erstaunlich weit fortgeschritten: Die „Creat Group Corporation hat wesentliche Eckpunkte einer möglichen Transaktion festgelegt, die im Zuge eines öffentlichen Übernahmeangebots für alle im Umlauf befindlichen Stamm- und Vorzugsaktien der Biotest Aktiengesellschaft erfolgen soll. Angestrebt wird ein Angebotspreis von EUR 28,50 je Stammaktie und einen Preis von EUR 19,00 je Vorzugsaktie der Biotest Aktiengesellschaft“, so Biotest. Für die Inhaber der Stammaktien wäre das, selbst nach den jüngsten Kursaufschlägen, immer noch ein Plus von rund 20 Prozent. Die Vorzugsaktionäre hätten wiederum, ausgehend vom heutigen Kursniveau, nicht mehr allzu viel zu erwarten.

Biotest-Aktie mit durchwachsenem Jahresstart

Dabei hat die Biotest-Aktie keine einfache Woche hinter sich. Erst vor wenigen Tagen versetzte die Absage eines Partners für Kombinationspräparate die Aktie in den Sinkflug. Die Anteilsscheine verloren zwischenzeitlich mehr als zehn Prozent, konnten sich aber recht zügig wieder erholen. Der Kooperationspartner ImmunoGen hatte sich für den US-Markt gegen eine Beteiligung an der Entwicklung und Vermarktung von Indatuximab Ravtansine, und somit gegen Biotest, entschieden. Bereits zu Beginn des Jahres kündigte Kedrion Biopharma den Vertriebs-Vertrag des Immunglobulins Bivigam in den USA, mit sofortiger Wirkung. Auch diese Meldung wurde von den Marktteilnehmer mit sehr wenig Wohlwollen aufgenommen.