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Tesla steigt in Massenproduktion ein · 03. April 2017

Tesla mit Rekordabsatz

Tesla-Werk von außen
Quelle: Shutterstock
Tesla hat im ersten Quartal 2017 so viele Fahrzeuge ausgeliefert wie nie zuvor in seiner noch jungen Firmengeschichte. Insgesamt wurden rund 25.000 Fahrzeuge an den Kunden gebracht und somit satte 69 Prozent mehr als zuletzt.

- von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion -
Tesla-Chef Elon Musk setzt sich bekanntermaßen gerne große Ziele. Fans sehen in Elon Musk den Visionär, seine Kritiker sehen in dem Unternehmer vor allem einen Narzissten. Was jedoch niemand ernsthaft bezweifelt, ist Musks Gespür für richtig gutes Marketing. Zwar übertreibt es Musk immer wieder, was teilweise auch schon mal die Finanzaufsicht auf den Plan ruft, doch Tesla bleibt immerhin im Gespräch. Aufgabe erfüllt. Zumindest heute kann Tesla auch einmal mit harten Fakten ein wenig auftrumpfen: Wie das Unternehmen mitteilte, wurden zwischen Januar und März 13.450 Limousinen der Model-S-Reihe sowie 11.550 SUVs vom Model X ausgeliefert.

Produktionsschwierigkeiten überwunden

Im vergangenen Sommer war Tesla schon einmal nah dran die Runde Marke von 25.000 abgesetzten Fahrzeugen zu knacken. Im dritten Quartal 2016 brachte Tesla immerhin schon 24.500 Autos an den Mann. Im vierten Quartal brachen die Absätze jedoch um fast zehn Prozent ein, da Tesla mit Produktionsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Doch selbst 25.000 abgesetzte Fahrzeuge in einem Quartal sind immer noch nicht wirklich viel im internationalen Vergleich. Daimler setzte beispielsweise im vergangenen Jahr fast 2,1 Millionen Autos ab und somit pro Monat fast doppelt so viel, wie Tesla kumuliert auf das Gesamtjahr.

Tesla will Produktion steigern

Der Einstieg in die Massenproduktion wird somit für Tesla, mittelfristig, zu einer notwendigen Bedingung, sofern man konkurrenzfähig bleiben beziehungsweise werden möchte. Und Elon Musk wäre nicht Elon Musk, wenn er sich nicht gleich wieder ambitionierte Ziele stecken würde. Mit der Model-3-Reihe will Tesla in die Massenfertigung einsteigen und bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen. Das wären immerhin gut fünfmal so viele Fahrzeuge wie heute.

Kapitalerhöhung spült frisches Geld in die Kassen

Doch ein solcher Vorstoß in den Massenmarkt ist teuer – auch für Tesla. Wie vor einigen Wochen bekannt wurde, will Tesla nun bei Investoren frisches Geld einsammeln: gut eine Viertelmilliarde US-Dollar soll durch eine Kapitalerhöhung generiert werden. Weitere 750 Millionen US-Dollar sollen durch die Ausgabe von sogenannten Wandelanleihen in die Kassen gespült werden. Beide Emissionen beinhalten eine Aufstockungsoption, weshalb Tesla durch die Emissionen insgesamt bis zu 1,15 Milliarden US-Dollar einnehmen könnte. In Stuttgart-Untertürkheim, in Wolfsburg und München wird man die Ambitionen von Elon Musk ganz sicher mit Argus-Augen beobachten und insgeheim vielleicht ein wenig hoffen, dass Elon Musk vor allem ein narzisstischer Vermarkter ist und nicht so sehr der Visionär. Denn vor allem der Visionär Musk, könnte sich zur echten Gefahr entwickeln.