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Marktmacher des Monats · 05. April 2017

2025 – Virtuelle Welten

Mann mit einer VR-Brille
Quelle: Halfpoint/Shutterstock
Virtual Reality befeuert das Geschäft von Hardware-Herstellern, Medienhäusern, IT-Firmen und Online-Händlern. Anleger sollten genau prüfen, welche Chancen der Wachstumsmarkt bietet.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem aktuellen Titelthema von Marktmacher, dem Magazin der Börse Stuttgart. Hier abonnieren.
 

Hardware mit Gewinnpotenzial

Unmittelbare Profiteure eines virtuellen Booms dürften Hardware-Hersteller sein, die Spezialbrillen und andere Geräte für Virtual Reality (VR) verkaufen. Sollten die VR-Apparate das Smartphone als bevorzugtes Werkzeug in der digitalen Welt ablösen, wäre ein Markt von rund 500 bis 700 Milliarden US-Dollar neu zu verteilen. Während einige Hersteller heute auf besonders leistungsfähige Geräte setzen, bieten andere eher einfache und dafür günstigere VR-Brillen an. Anleger sollten kontinuierlich im Auge behalten, welcher Ansatz sich am vielversprechendsten entwickelt und Maßstäbe setzt. Außerdem ist bei den Aktien von Hardware-Konzernen zu beachten, dass die VR-Sparte aktuell meist noch eine untergeordnete Rolle spielt und andere Geschäftsfelder maßgeblicher für den Unternehmenserfolg sind. Gleiches gilt für die Papiere von Chipherstellern oder Ausrüstern für Breitband-Infrastruktur: Der VR-Trend steht auch hier eher als künftiger Wachstumstreiber im Fokus. Sämtliche Aktien werden an der Börse Stuttgart von 8 bis 22 Uhr gehandelt – also bis zum Börsenschluss in den USA.

Auf die Inhalte kommt es an

Wichtig für die Akzeptanz von Virtual Reality sind die passenden Inhalte. Sowohl Medienkonzerne als auch Internetgiganten verfügen über Daten, Formate und Portale, um künftig VR-Angebote zu entwickeln. An der Börse Stuttgart finden Anleger neben entsprechenden Einzelaktien auch Wertpapiere, die ein breit gestreutes Investment ermöglichen. So beziehen sich vier Exchange Traded Funds (ETFs) auf den europäischen Branchenindex STOXX Europe 600 Media, der Aktien von TV-Sendern und Medienhäusern umfasst. Wer eher den US-Internetriesen eine dominante Rolle im VR-Boom zutraut, hat die Wahl: Die Aktien der großen Player aus dem Silicon Valley dominieren Indizes wie den global ausgerichteten MSCI World Information Technology oder den Nasdaq 100. Der führende US-Technologieindex ist Basiswert von sechs an der Börse Stuttgart gelisteten ETFs. Hinzu kommen 1.900 Bonus- und 1.500 Discount-Zertifikate, die Anlegern einen Einstieg mit einem gewissen Risikopuffer ermöglichen. Mehr als 12.500 derivative Hebelprodukte erlauben es hingegen, überproportional an der Entwicklung des Nasdaq 100 teilzuhaben.

Neue Einkaufserlebnisse

Besonders spannend erscheinen Virtual und Augmented Reality mit Blick auf den E-Commerce. Eine Branche, die ohnehin schon stark wächst und von der Digitalisierung profitiert, könnte einen weiteren Schub erhalten. Virtuelle Produktvorführungen oder der Gang durchs virtuelle Kaufhaus schaffen völlig neue Möglichkeiten für Kunden, sich mit dem Warensortiment vertraut zu machen. Dabei könnten durchaus auch angestammte Einzelhändler von der neuen Art des Einkaufens profitieren. Ihre Aktien sind in Indizes wie dem STOXX Europe 600 Retail oder dem Dow Jones Retail Titans 30 zusammengefasst, die als Basiswerte für ETFs und Zertifikate dienen. Noch spezieller lässt sich über den Dow Jones Internet Commerce Index investieren. Dieser Index umfasst die Aktien klassischer Online-Händler, aber auch von großen Internet-Reiseportalen. Und das Produkt Urlaub lässt sich über virtuelle Anreize künftig wohl noch viel besser verkaufen. Vom VR-Aufschwung im Online-Handel könnten nicht zuletzt auch Softwareanbieter profitieren, die mit speziellen Lösungen für die nötige Datensicherheit sorgen.