Billionen-Spritze der EZB befeuert europäische Börsen

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 2 / 23.01.2015

Billionen-Spritze der EZB befeuert europäische Börsen

Am Donnerstag hatte das Warten und tagelange Spekulieren, über die Höhe der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank endlich ein Ende. Um die niedrige Inflation in der Eurozone zu bekämpfen und das Wachstum zu fördern, kündigte die EZB auf ihrer ersten geldpolitischen Sitzung in diesem Jahr weitreichende geldpolitische Maßnahmen an. Damit liefert Mario Draghi, was er versprochen hat. Sogar mehr als erwartet. Die EZB wird monatliche Käufe staatlicher und privater Wertpapiere für 60 Milliarden Euro aus den Euro-Ländern tätigen. „Sie sollen bis Ende September 2016 laufen und werden in jedem Fall so lange ausgeführt, bis wir eine nachhaltige Anpassung in der Entwicklung der Inflation sehen, die im Einklang steht mit unserem Ziel, mittelfristig Inflationsraten von unter, aber nahe zwei Prozent zu erreichen“, sagte der EZB-Chef. Insgesamt werden den Märkten dadurch über eine Billion Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Mit diesem Ausmaß übertraf der Notenbankpräsident sogar die Erwartungen der Analysten.

Der von der EZB verkündete Anleihenkauf in Billionenhöhe stürzte den deutschen Aktienmarkt in Turbulenzen. Aber am Ende setzten sich die „Bullen“ durch und trieben den Leitindex auf ein neues Allzeithoch bei 10.454 Punkten. Der Euro fiel auf ein Elfjahrestief bei 1,1361 USD. Im Gegenzug verteuerten sich die Edelmetalle. Gold stieg auf über 1300 Dollar je Feinunze. Silber verteuerte sich um zwei Prozent auf über 18 Dollar.

Volkswirte lobten das Vorgehen der Europäischen Zentralbank. Sie sehen die Geldschwemme als Breitband-Antibiotikum gegen Wachstumsschwäche und Deflationsrisiken. Allerdings bleibe eine große Portion Skepsis: Denn durch Papiergeld ließen sich ausbleibende Strukturreformen in den Ländern nicht ersetzen. Die Probleme des Euro-Raums würden dadurch zwar nicht gelöst, aber es könnte helfen, Deflation zu vermeiden, die Schuldenlast einiger Länder tragbar zu machen und die konjunkturelle Erholung zu unterstützen.

Die deutschen Sparkassen, Volksbanken und Wirtschaftsverbände hingegen reagierten mit großer Kritik. “Die EZB ist zum Gefangenen der eigenen Ankündigungen geworden. Sie hat ohne Not nun ihren letzten Trumpf ausgespielt. Dabei überwiegen eindeutig die Risiken. Die Gefahr von Spekulationsblasen an den Finanzmärkten wird weiter steigen.“, so DIHK-Hauptgeschäftsführer, Martin Wansleben.

Den Leitzins beließ der EZB-Rat bei seiner Sitzung in Frankfurt wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent.

Bundesanleihen: Bundesobligationen erstmals ohne Zinsen
Am Mittwoch mussten Käufer deutscher 5-jähriger Bundesanleihen (Bundesobligationen) erstmalig auf eine Verzinsung verzichten. Auf die neue Bundesobligation mit Fälligkeit im April 2020 (WKN 114171) werden keine Zinsen mehr gezahlt. Anleger konnten das Papier marktbedingt aber zu einem Kurs, der etwas unter 100 Prozent notierte kaufen, so dass die Durchschnittsrendite bei einem Rekordtief von 0,04 Prozent lag. Dennoch war die Anleihe gefragt: 4,042 Milliarden Euro wurden platziert, einschließlich Marktpflegequote lag das Volumen der Emission bei den angestrebten 5 Milliarden Euro.

Der Kurs 10-jähriger Bundesanleihen schoss nach Bekanntgabe der EZB-Entscheidung nach oben. Die Rendite fiel im Gegenzug auf 0,45 Prozent. Noch am Mittwoch hatten deutsche Staatsanleihen deutlich nachgegeben. Der richtungsweisende Bund-Future kletterte bis Freitagmorgen auf ein Rekordhoch von 158,89 Prozent.

Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen Frankreichs, Spaniens und Italiens fielen im Sog der EZB-Entscheidung auf ihren niedrigsten Stand. Französische Titel rentierten nur noch mit 0,6 Prozent. Die Rendite spanischer Anleihen sackte auf 1,43 Prozent, die Rendite italienischer Schuldtitel rutschte auf 1,59 Prozent.

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Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung:23.01.15 14:16Akt. KursW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future 158,57156,00158,89157,44
Bobl-Future 130,64130,07130,70130,54
Schatz-Future 111,21111,14111,23111,19
BondM-Index 84,5483,9486,0285,37
Euribor 3 Monate 0,060,060,060,06
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen -0,02-0,040,04-0,05
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen 0,380,380,520,47
EUR / USD 1,12001,11161,16741,1567
EUR / CHF 0,98190,97771,02230,9912
Gold in USD 1295,741271,851306,201279,81
Silber in USD 18,2617,4518,4817,74
Brent Crude Öl 49,2347,7850,4550,17

Anlegertrends

Bombardier: Learjet 85 wird nicht mehr gebaut
Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier stellt den Bau des Geschäftsreisefliegers Learjet 85 wegen anhaltend schwacher Nachfrage vorübergehend ein und entlässt daher rund 1.000 Beschäftigte. Von der Stellenstreichung sind die Standorte in Wichita im US-Bundesstaat Kansas und im mexikanischen Querétaro betroffen. Konzernchef Pierre Beaudoin erklärte, dass die schwierige Entscheidung wegen der schwachen Marktbedingungen getroffen wurde. Der Markt für Geschäftsreise-Maschinen hat sich von dem Absatzeinbruch nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise bislang nicht vollständig erholt. Zudem teilte der Konzern mit, dass der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Quartal aufgrund von Abschreibungen auf die Entwicklungskosten mit 1,4 Milliarden US-Dollar belastet werde.

In dem bis 2022 laufenden und mit einem Kupon von 6 Prozent ausgestatteten Bombardier-Bond (WKN A1ZFW8) wurden an der Börse Stuttgart diese Woche Umsätze von mehr als fünf Millionen Euro getätigt. Die Konzernnachrichten führten zu einem Kurseinbruch. Zum verbilligten Kurs war das in US-Dollar notierende Papier dann wieder bei Anlegern gesucht.

Adidas plant Comeback
Nach einem verheerend schlechten Börsenjahr 2014 sprintete die Aktie des Sportartikelherstellers zum Wochenbeginn seiner Konkurrenz im Dax davon. Eine erste Andeutung auf die Verbesserung der geschäftlichen Lage hatte Adidas-Chef Herbert Hainer bereits zum Jahresschluss gegeben: Das Deutschland-Geschäft sei beim Umsatz auf Rekordkurs. Letzte Woche wurde zudem bekannt gegeben, dass das Engagement im US-Geschäft ausgebaut wird, indem man das Sponsoring von Football und Baseball-Spielern deutlich ausbauen wolle.

Auch in der relativ neuen Anleihe (WKN A13R5E) des Unternehmens mit Sitz in Herzogenaurach waren Umsätze von mehr als 2,7 Millionen Euro zu verzeichnen. Investoren hatten den bis Oktober 2026 laufenden und mit 2,25 Prozent verzinsten Bond im Fokus.

Volkswagen will 2015 weltgrößter Autobauer werden
Die Automobilhersteller Volkswagen und Toyota knackten 2014 beide erstmals die Marke von zehn Millionen verkauften Fahrzeugen. Mit 10,23 Millionen Autos lag Toyota jedoch vor dem deutschen Rivalen VW, der 10,14 Millionen Fahrzeuge weltweit auslieferte. Eine schwächere Nachfrage auf dem Heimatmarkt Japan und in Südostasien könnte Toyota 2015 jedoch auf Platz zwei rutschen lassen, zumal sich Volkswagen auch zunehmend gut in Schwellenländern verkauft.

An der Börse Stuttgart waren sowohl die Hybridanleihe (WKN A1ZE21) als auch der bis 2030 und mit einem Kupon von 1,625 Prozent ausgestattete Bond (WKN A1ZUTM) der Volkswagen International Finance N.V. sehr gefragt bei Anlegern.

Starke Umsätze in Schweizer Franken- Anleihen
Bedingt durch die Aufhebung des Mindestpreises zum Euro waren diese Woche enorm hohe Umsätze in Schweizer-Franken-Anleihen zu verzeichnen. Zum Teil nahmen Anleger Währungsgewinne in den Anleihen mit.

bondm-News

MAG IAS GmbH
Am 21.01.2015 informierte das Unternehmen, dass im Rahmen des jährlich anstehenden Folgeratings der Creditreform Rating AG das Rating von B+ auf B angepasst wurde. Laut Meldung wird damit die Bonität des Unternehmens weiterhin als ausreichend bewertet und die Cash Situation zeigte sich zum 31.12.2014 mit einem frei verfügbaren Barmittelbestand von mehr als 35 Mio. Euro auf einem zufriedenstellenden Niveau. Das Unternehmen gibt bekannt, dass derzeit Gespräche zur Refinanzierung geführt werden, um die Anleihe abzulösen und um zusätzlichen Spielraum für das Wachstum der MAG IAS zu schaffen. Mit dem Abschluss der Refinanzierung werde im Laufe des ersten Halbjahres 2015 gerechnet, so die Meldung weiter.

Hier geht’s zur Anleihe A1H3EY

Bondm Index
Nach dem Kursrückgang des Bondm Index im Dezember, insbesondere ab Mitte Dezember 2014, konnte sich der Index im Verlauf des Januars wieder deutlich erholen und notiert derzeit bei etwa 85 Punkten. Dieses Niveau erreichte der Bondm Index zuvor Mitte September vergangenen Jahres.

Hier geht’s zum Bondm Index

Gewinner / Verlierer KW 4

Gewinner / Verlierer KW 4

NameWKNLetzter Kurs+ / - in %punkten
Air Berlin PLCAB100B106,70+1.85
Air Berlin PLCAB100A104,25+0.99
MITEC Automotive AGA1K0NJ85,50+0,50
Ekosem-Agrar GmbHA1R0RZ74,00-2,35
German Pellets 13/18A1TNAP98,00-2,71
Ekotechnika GmbHA1R1A130,00-5,05

Börse Stuttgart TV

Börse Stuttgart TV

Draghi macht sich locker: EZB-Anleihekaufprogramm kommt

Nun hat also auch die EZB ein umfangreiches Anleihekaufprogramm. Wie Mario Draghi eben verkündet hat, will die EZB ab März für monatlich rund 60 Milliarden Euro Anleihen aufkaufen. Das Programm soll insgesamt 18 Monate andauern. Norbert Paul mit einer ersten Einschätzung zum jüngsten EZB-Beschluss bei Börse Stuttgart TV.

Neueinführungen an der Börse Stuttgart

Bombardier Inc.
Jüngst wurde eine weitere Unternehmensanleihe Bombardiers in Stuttgart eingeführt. Die Schuldverschreibung mit einem Volumen von 650 Mio. USD bietet einen Kupon in Höhe von 7,5 Prozent p.a. und wird im März 2018 fällig. Die Inhaberteilschuldverschreibung ist in 2.000 USD gestückelt.

Im zweiten Quartal 2014 lag das EBIT von Bombardier bei 257 Mio. USD und das Unternehmen konnte ein Quartalsumsatz von 4,9 Mrd. USD erzielt werden.

Hier geht’s zur Anleihe A1AUYT

Toyota Motor Credit Corp.
Der Automobilhersteller hat eine neue Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro begeben. Der siebenjährige Bond wird mit 0,75 Prozent p.a. verzinst. Die kleinste handelbare Einheit liegt bei 1.000 Euro.
Im ersten Halbjahr 2014 konnte Toyota einen konsolidierten Konzernumsatz von ca. 93 Mrd. Euro erwirtschaften.

Hier geht’s zur Anleihe A1ZU29

Daimler Canada Finance Inc.
Die kanadische Tochterfirma des deutschen Automobilherstellers hat kürzlich eine neue Unternehmensanleihe im Volumen von 100 Mio. CAD (Kanadischer Dollar) begeben. Das Wertpapier mit Fälligkeit Januar 2020 ist mit einem Kupon von 1,875 Prozent p.a. ausgestattet. Zinslaufbeginn der Anleihe war Dienstag, 20.01.2015. Das Papier ist in 2.000 CAD gestückelt.

Hier geht’s zur Anleihe A1ZUZF

Neueinführungen

Neueinführungen

  • Gefundene Datensätze: 81
  • Angezeigte Datensätze: 1 bis 25
  • Sortiert nach Emittent ( aufsteigend )


WKN
Rechner
A1ZYET 3,750% Alabama Power 01.03.2045 3,66 102,08 1000 USD A- -
A19TWH 5,500% Banco BTG 31.01.2023 - 99,70 200000 USD - -
A19T16 2,500% Banco Santander Chil.. 15.12.2020 2,55 99,90 150000 USD - -
A19TWG 3,803% Bank of Montreal 15.12.2032 - 99,90 1000 USD BBB -
A19BGM 2,975% Barclays Bank 10.01.2023 2,40 102,67 200000 USD BBB -
BLB49A 0,650% BayernLB (BLB) 13.06.2025 0,86 98,50 1000 EUR - -
BLB49B 0,900% BayernLB (BLB) 13.12.2027 - 98,30 1000 EUR - -
BLB49D 0,350% BayernLB (BLB) 13.12.2023 0,57 98,70 1000 EUR - -
BLB49V 0,650% BayernLB (BLB) 12.12.2025 0,83 98,60 1000 EUR - -
BLB49W 1,500% BayernLB (BLB) 13.12.2032 1,56 99,20 1000 EUR - -
BLB49X 0,500% BayernLB (BLB) 13.12.2027 0,67 98,40 1000 EUR - -
BLB5BG 0,300% BayernLB (BLB) 08.12.2025 0,43 99,00 1000 EUR - -
BLB5BF 0,150% BayernLB (BLB) 08.12.2023 0,34 98,90 1000 EUR - -
A1HP4G 4,500% CA Technologies 15.08.2023 3,50 105,27 2000 USD BBB+ -
A1HQFE 3,500% Capital One 15.06.2023 3,17 101,79 1000 USD BBB -
A1892J 4,908% Charter Communicatio.. 23.07.2025 4,06 105,80 2000 USD BBB- -
A1891K 6,384% Charter Communicatio.. 23.11.2035 5,08 116,02 2000 USD BBB- -
A1891L 6,484% Charter Communicatio.. 23.10.2045 5,39 116,85 2000 USD BBB- -
A19TL7 1,000% Cheung Kong Infrastr.. 12.12.2024 1,04 99,74 100000 EUR A- -
A2G87D 0,050% Deutsche Post 30.06.2025 -0,66 105,46 100000 EUR - -
A1G0D5 1,426% EFSF 14.12.2047 1,50 98,308 1000 EUR - -
A0T569 6,950% Electricite de Franc.. 26.01.2039 4,33 136,84 2000 USD A- -
EB0FDK 1,250% Erste Group Bank 15.12.2028 1,45 97,953 1000 EUR - -
A19TTX 7,500% European Investment .. 13.04.2022 8,26 97,42 5000 BRL - -
A0GMFC 1,900% European Investment .. 26.01.2026 -0,05 115,74 100000 JPY AAA -